Neue Gadgets: Nach dem Smartphone kommt die Smartwatch

Der Prototyp funktioniert, für die Serienfertigung kamen gerade 5,5 Millionen Euro zusammen: Pebble ist eine schlaue Uhr, die mit Android- und iOS-Geräten zusammenarbeitet. Außerdem in der Gadget-Schau von neuerdings.com: ein günstiger Segway-Klon und ein Tastatur-Hörer.

Pebble: Bluetooth-Armbanduhr mit Android- und iOS-Anbindung Zur Großansicht
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Pebble: Bluetooth-Armbanduhr mit Android- und iOS-Anbindung

Das Projekt "Pebble" schlägt hohe Wellen auf der Plattform Kickstarter und erhielt innerhalb von 28 Stunden bereits eine Million US-Dollar. Worauf stürzen sich die Leute hier so sehr? Wir haben einmal genauer hingeschaut.

Armbanduhren, die mehr als nur die Zeit anzeigen, gibt es schon länger. Erinnert sich noch jemand an die Uhren, die einen eingebauten Taschenrechner oder eine TV-Fernbedienung besaßen? Noch fristen Bluetooth-Uhren, die mit dem Smartphone eine Verbindung aufbauen, ein Schattendasein. Das Interesse ist aber eindeutig da, denn das Kickstarter Projekt Pebble läuft erst seit dem 18. März und hat das Ziel, 100.000 Dollar einzusammeln, weit übertroffen. Mit mehr als 5,5 Millionen Dollar ist es das bisher erfolgreichste Projekt der Plattform.

Den Beweis ihrer Fähigkeiten hatten die Entwickler bereits mit einer smarten Uhr für Blackberrys angetreten. Der Nachfolger Pebble soll sich per Bluetooth mit Android-Geräten und iPhones verbinden und verschiedene Informationen anzeigen können: neue SMS, den Anrufernamen oder die momentane Geschwindigkeit, ermittelt durch das GPS des Smartphones.

Auf der Hardware-Seite gibt es ein paar tolle, herausragende Details: Beim Display handelt es sich um einen E-Ink-Vertreter mit sehr geringem Stromverbrauch, außerdem gibt es einen eingebauten Vibrationsmotor und einen dreiachsigen Beschleunigungssensor. So etwas sucht man in anderen Uhren vergebens. Bedingt durch die Größe zeigt das Display nur 144 x 168 Pixel, lässt sich jedoch bequem mit vier Knöpfen bedienen. Die Uhr wird wasserdicht sein und ist damit zum Schwimmen geeignet.

Was die Uhr jedoch wirklich von ähnlichen Projekten abhebt, ist der "Pebble Watchapp Store". Die Uhr soll durch eine "Arduino"-ähnliche, mit C verwandte Sprache mit neuen Apps versorgt werden können. Zum Verkaufsstart soll es mindestens eine Golfer-App geben, die den Abstand zum nächsten Loch anzeigt, sowie eine Sportler-App, die Geschwindigkeit, Distanz und verstrichene Zeit darstellt. Musiktitelanzeige und Fernsteuerung des Players im Handy gehören ebenfalls zur Ausstattung. Das Betriebssystem soll sogar multitaskingfähig sein.

Die Pebble-Uhr ist ein interessantes Gadget mit vielen Möglichkeiten. Ein etwas nüchterner Blick zeigt jedoch, dass es ein weiterer Schritt zu mehr Marschgepäck neben Laptop, Tablet und Smartphone ist. Allerdings: Die Pebble ist eine der wenigen, billigen Uhren, die auch einen eingebauten Vibrationsalarm hat - und das allein ist schon viel wert. (Kai Zantke)

Video und Links auf neuerdings.com

Segway-Klon mit weniger Komfort und weniger Kosten

Ewee PT2Go: Weniger Akkuleistung, weniger Komfort, weniger Preis Zur Großansicht
Ewee

Ewee PT2Go: Weniger Akkuleistung, weniger Komfort, weniger Preis

Der PT2Go will die preiswerte Variante zum Segway sein, ohne dass man dabei auf Spaß und Beweglichkeit verzichten soll. Er punktet gegenüber dem Vorbild zwar mit seinen kompakteren Abmaßen - aber es gibt auch Nachteile.

Leider bewegt sich der Kaufpreis für einen Segway-Personentransporter im oberen vierstelligen Bereich. Den Ewee PT2Go gibt es hingegen schon ab 1200 Euro. Das klingt zunächst vielversprechend. Der PT2Go hat beispielsweise ein ähnliches Steuerungsprinzip wie der Segway: Man beschleunigt, indem man sich nach vorne lehnt und bremst ab, in dem man sich zurücklehnt. Gelenkt wird jedoch mit einem Joystick. Er soll Geschwindigkeiten von bis zu 16 km/h erreichen und straßentauglich sein. Der Hersteller sieht als Einsatzorte für seinen "selbst-balancierenden Personentransporter" zum Beispiel Produktionsstätten, Flughäfen, Shoppingmalls, Strandpromenaden und Fußgängerzonen.

Der geringere Preis im Vergleich zum Segway geht jedoch mit einigen Einschränkungen einher. Im Gegensatz zum Vorbild verringert sich die Reichweite auf nur acht Kilometer - ein Segway schafft mehr als das 4,5-fache davon. Das bedeutet, dass man sich nach vier Kilometern bereits Gedanken darüber machen sollte, wie man die nächste Stromquelle erreicht. Nach drei Stunden ist der PT2Go dann wieder aufgeladen, verspricht der Hersteller.

Der PT2Go erreicht mit seinen 200-mm-Rädern eine Bodenfreiheit von 60 mm. Das reicht für glatte Untergründe und eventuell auch eine Bordsteinfahrt oder ein kleines Bodenloch. Im Gegensatz zum Segway scheint der PT2Go hier doch sehr eingeschränkt zu sein.

Nimmt man die Nachteile in Kauf, lassen sich mehr als 6500 Euro für ein futuristisches Fortbewegungsmobil sparen. (Kai Zantke)

Video, Fotos und Links auf neuerdings.com

Telefonieren mit der Bluetooth-Tastatur

Elecom TK-MBDD041: Tastatur und Hörer für Android- und iOS-Geräte Zur Großansicht
Elecom

Elecom TK-MBDD041: Tastatur und Hörer für Android- und iOS-Geräte

Die kleine Bluetooth-Tastatur Elecom TK-MBDD041 kann nicht nur zum Tippen verwendet werden, sie lässt sich außerdem wie ein Telefonhörer verwenden und macht so Tablet-PCs noch ein bisschen praktischer.

Eine Bluetooth-Tastatur mit echten Tasten macht das Schreiben am Tablet-PC oder Smartphone einfach angenehmer. Aber die Elecom-Tastatur mit der unfassbar drögen Bezeichnung TK-MBDD041 ist viel mehr als ein Werkzeug zur besseren Texteingabe. Sie ist ein 2-in-1-Gerät: eine Kreuzung aus Telefonhörer und kabelloser Tastatur. Ihre Abmessungen von 53 x 13 x 141 mm und ihr Gewicht von 66 g entsprechen denn auch eher dem eines Telefonhörers. Zehn-Finger-Schreiber werden wohl nicht damit glücklich werden. Dafür hat sie aber ein Display, und man kann sie locker in die Jackentasche stecken und überall dabeihaben.

Elecom gibt an, dass Tastatur und Telefonhörer kompatibel sind zu einem beliebigen Android-Handy oder -Tablet, das das Bluetooth HID-Profil (Human Interface Device) unterstützt sowie A2DP (Advanced Audio Distribution Profile), AVRCP (Audio / Video Remote Control Profile) und HFP (Hands-Free Profile). Das Galaxy Tab 2 wäre zum Beispiel so ein Kandidat.

Auch mit diversen iOS-Geräten lässt sich die Kombination aus Bluetooth-Tastatur und Headset verwenden. Elecom nennt iPad 1 und 2, das iPhone 4/4S, iPhone 3GS mit iOS 4.0, iPod touch der vierten Generation sowie iPod touch der dritten Generation mit 32 GB oder 64 GB.

Der Lithium-Ionen-Akku der Elecom TK-MBDD041 hat eine Kapazität von 600 mAh, er wird per microUSB-Kabel aufgeladen und soll bei normaler Nutzung für drei Tage reichen. Die Tastatur-Headset-Kombination gibt es momentan nur in Japan zu einem Preis von 18.690 Yen (rund 175 Euro) und über Online-Importeure.

Mehr Infos gibt es auf japanisch direkt bei Elecom. Der Google Übersetzer hilft hier ein bisschen weiter. (Frank Müller via Akihabara News)

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insgesamt 2 Beiträge
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1.
mig1985 22.04.2012
Zitat von sysopDer Prototyp funktioniert, für die Serienfertigung kamen gerade 5,5 Millionen Euro zusammen: Pebble ist eine schlaue Uhr, die mit Android- und iOS-Geräten zusammenarbeitet. Außerdem in der Gadget-Schau von neuerdings.com: ein günstiger Segway-Klon und ein Tastatur-Hörer. Neue Gadgets: Nach dem Smartphone kommt die Smartwatch - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,828823,00.html)
ich finde das pebble projekt auch sehr interessant! dass es soviele geldgeber dafür gibt, damit hätte wohl keiner gerechnet. bin mal gespannt, ob die uhren auch in deutscher sprache angeboten werden und ob man sie dann hier auch ohne weiteres kaufen kann. ich hab mal einen blog zu dem thema aufgesetzt: Pebble Watches | Neuigkeiten, Infos und nütliche Links zu den beliebten Pebble Watches (http://www.final-labs.com/pebble/) dort findet ihr alle informationen zur pebble. gerade eben hab ich das interview mit dem pebble chefentwickler von wired übersetzt. neben news, bildern, features und faqs gibt es auch ein forum in dem ihr über die neue uhr diskutieren könnt. schaut euch doch einfach mal um. viel spass! gruß, michael
2. Mut zur Häßlichkeit...
nurmeinsenf 14.01.2013
Ist das PT2Go ein Prototyp oder soll das so verkauft werden? Ohne ein Designfetischist zu sein, das Ding sieht so aus wie aus in Form geschnittenen Blechresten zusammengeschraubt. Die technischen Daten lassen eher an einer Praxistauglichkeit zweifeln...
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