Netzwelt

Virtueller Assistent Bixby

Samsung will Apples Siri übertrumpfen

Nächste Woche stellt Samsung das neue Galaxy S8 vor. Dass künstliche Intelligenz darauf eine wichtige Rolle spielen wird, wurde bereits vermutet. Jetzt wird klar: Der Konzern hat Größeres vor.

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SPIEGEL ONLINE

Samsung Galaxy S7 unter Wasser

Dienstag, 21.03.2017   15:06 Uhr

Seit Wochen brodelt es in der Gerüchteküche: Wie wird Samsungs neues Smartphone-Flaggschiff Galaxy S8 aussehen? Und was kann es? Beobachter waren sich einig, dass ein neuartiger virtueller Assistent ein Kernstück des Geräts sein wird. Auch dessen Name war schon durchgesickert: Bixby. Eine Woche vor der Präsentation des S8 in New York hat der Konzern die Gerüchte nun selbst bestätigt.

Mit einer schlichten Pressemitteilung erklärt Forschungschef Injong Rhee, was es mit Bixby auf sich haben soll. Der Tenor des Schreibens: Bixby ist besser und kann mehr als die Konkurrenz. Alles andere wäre bei Samsung auch verwunderlich gewesen. Das Unternehmen ist nicht gerade für Bescheidenheit bekannt.

Umso erstaunlicher, dass Injong Rhee sich heftig über die Komplexität der Benutzeroberflächen moderner Smartphones beklagt: "Die Oberflächen solcher Geräte werden zu kompliziert", schreibt er und erklärt, dass man entweder sehr viele Funktionen auf einem kleinen Bildschirm unterbringen oder diese tief verschachtelten Menüstrukturen verbergen muss. Für die Anwender werde es immer schwieriger, die Bedienung neuer Geräte zu erlernen.

Da kann man dem Samsung-Manager recht geben. Die von ihm beschriebene Entwicklung ist der zunehmenden Reife der Smartphone-Technik zuzuschreiben. Wenn man das erste iPhone als Startpunkt dessen ansieht, was heute ein Mobiltelefon definiert, mühen sich die Hersteller seit zehn Jahren ab, einander mit immer neuen Funktionen und Optionen zu übertrumpfen. Aus den einst noch recht übersichtlichen Smartphones sind regelrechte Funktionsmonster geworden, Universalmaschinen, die möglichst viele Wünsche befriedigen sollen - und deshalb immer komplizierter werden.

Mit dem virtuellen Assistenten Bixby will Samsung dieses Problem nun lösen, verspricht Injong Rhee. Er zählt drei Kompetenzen auf, die Bixby besser machen sollen als Googles Assistant und Apples Siri:

Um auf diese Fähigkeiten schnell und einfach zugreifen zu können, sollen künftige Geräte von Samsung mit einer Bixby-Taste bestückt werden, über die sich der Assistent schnell aufrufen lässt.

Bixby soll die Fernbedienung ablösen

Auf dem Galaxy S8, das kommende Woche vorgestellt wird, werde Bixby allerdings nur mit einigen wenigen Apps zusammenarbeiten, dämpft Injong Rhee zum Schluss die Erwartungen. Drittanbieter werden erst später in die Lage versetzt, ihre Apps entsprechend anzupassen. Ein konkretes Datum hierfür nennt Samsung nicht.

Wohl aber wird klar, dass Samsung Bixby zur übergeordneten künstlichen Intelligenz all seiner Produkte machen will. Das Galaxy S8 soll offenbar nur der Anfang sein, das System publik machen, seine Fähigkeiten demonstrieren. Später jedoch solle man beispielsweise auch Klimaanlagen und Fernseher via Bixby über Sprachkommandos steuern können.

"Wir glauben, dass Bixby sich von einem Smartphone-Interface zum Interface für Ihr Leben entwickeln wird", schwärmt Injong Rhee schließlich. Doch das dürften noch ferne Träume sein. Dass es nicht ganz so einfach ist, eine künstliche Intelligenz an verschiedene Sprachen und Kulturen anzupassen, hat unter anderen Amazons Alexa gezeigt. Nach der Einführung des von Alexa gesteuerten Lautsprechers Amazon Echo hat der Konzern gut eineinhalb Jahre gebraucht, bis das System auch deutsche Nutzer gut verstehen konnte.

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