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Neues Windows-Tablet: Samsung macht Microsoft Konkurrenz

Aus Las Vegas berichtet

Schicker als ein Microsoft-Tablet: Das Galaxy TabPro S von Samsung Zur Großansicht
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Schicker als ein Microsoft-Tablet: Das Galaxy TabPro S von Samsung

Mit einem neuen Windows-10-Tablet, das auch Notebook sein kann, greift Samsung Microsoft auf seinem eigenen Territorium an - und macht es gut. Wir haben uns das Gerät auf der Unterhaltungselektronikmesse CES bereits anschauen können.

Das hat es lange nicht gegeben: Samsung stellt ein Windows-Tablet vor. Zuletzt hatte der koreanische Konzern sich vor fast drei Jahren an etwas derartigem versucht. Das Gerät damals war aber eher ein Touchscreen-Notebook, aus heutiger Sicht klobig und dank Windows 7 nur maßvoll für die Nutzung per Fingerbedienung geeignet. Beim neuen Galaxy TabPro ist das ganz anders.

Zum einen sieht und merkt man dem Gerät schnell an, dass Samsung reichlich Erfahrungen gesammelt hat. Mit eleganten Geräten wie dem Galaxy Tab S ist das Unternehmen im Android-Bereich sehr erfolgreich und hat viele der dort eingeführten Tugenden auf das neue Windows-10-Gerät übertragen.

Das fängt damit an, dass es mit 6,3 Millimetern sehr dünn ist. So dünn, dass Samsung glaubt, damit das derzeit flachste Windows-Tablet anzubieten. Aber das kann sich auf der CES schnell ändern, man weiß noch nicht, was andere Hersteller noch vorstellen werden. Aber die Form gefällt und weil es nur knapp 700 Gramm wiegt, liegt das TabPro S gut in der Hand. Verglichen mit Geräten wie dem iPad Air ist es aber schwer, dürfte bei längerer Benutzung anstrengend zu halten sein.

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Samsung-Neuheit: So sieht das Galaxy TabPro S aus

Das liegt allerdings auch daran, dass Samsung das TabPro S als Kombigerät sieht, es mit einer Tastatur ausliefert, die es zum Teilzeit-Notebook macht. Für Vielschreiber scheint die superdünne, sehr leichte Tastatur aber nicht geeignet. Dazu ist der Tastenhub zu kurz, der Anschlag zu hart. Wer nur mal eine E-Mail tippt, wird sich daran aber nicht stören, zumal die Tastatur gut aussieht und gleichzeitig auch als Bildschirmdeckel fungiert.

Ein richtiger PC- oder Notebook-Ersatz ist das TabPro S ohnehin nicht. Dafür ist sein 2,2 GHz schneller Intel-Mobilprozessor nicht leistungsfähig genug. Grafikintensive Spiele oder Videoschnitt sind seine Domäne nicht. Für die meisten Büroarbeiten, Internet und E-Mail reicht es aber allemal. Umso mehr, als das Gerät mit 128 GB Flash-Speicher ausgeliefert wird, die aber leider nicht erweiterbar sind.

Gute Ausdauer

Dafür verspricht Samsung eine Akkulaufzeit von 10,5 Stunden und dass sich der Stromspeicher in nur 2,5 Stunden wieder aufladen lässt. Daran dürfte auch der USB-C-Anschluss seinen Anteil haben, der nicht nur Daten schnell, sondern auch mehr Strom übertragen kann als ältere USB-Anschlüsse.

Wie bei vielen Samsung-Geräten ist auch beim Galaxy TabPro S der Bildschirm das Highlight. Auf 12 Zoll Diagonale zeigt das Amoled-Display 2460 x 1440 Pixel an, kann damit auch feine Details darstellen und Schriften schön rund abbilden. Außerdem liefert es knackige Farben und kräftige Kontraste. Beim Ausprobieren in Las Vegas machte es einen sehr guten Eindruck und lieferte auch seitlich betrachtet noch ein sehr gutes Bild.

Schicker als Microsoft

Das neue Galaxy TabPro S ist für Microsoft Fluch und Segen zugleich. Zum einen zeigt es, wie elegant ein Tablet auf Basis von Windows 10 sein kann. Das kann Microsoft nur recht sein, schließlich will der Konzern sein Betriebssystem verkaufen und möglichst viele Nutzer auf seine Seite ziehen. Als Kombigerät aus Tablet und Notebook, das man wegen seines Gewichts lieber mitnimmt als ein echtes Notebook, kann es eine Alternative für viele Büroaufgaben sein. Vor allem aber ist es eine Alternative zu Microsofts Surface-Tablets. Denn die sind zwar robust und leistungsfähig, dafür aber auch viel klobiger als Samsungs Windows-Tablet.

Ein bisschen wird man darauf aber noch warten müssen. Erst im Laufe des ersten Quartals soll das Galaxy TabPro S in den Handel kommen. Der Preis steht noch nicht fest, dürfte aber bei rund tausend Euro liegen. Die Tastatur gehört dabei immer zum Lieferumfang.

Zehn gute Neuerungen von Windows 10

Das Start-Menü
Mit der großen Kacheloptik von Windows 8 hat sich Microsoft nur wenige Freunde gemacht. Mit Windows 10 wurde nun ein neues Startmenü eingeführt, das Elemente des alten Desktop-Prinzips mit dem Metro genannten Kacheldesign verbindet. So hat man beide Welten im Griff und kann beispielsweise flink den Windows-Explorer aufrufen.
Vor allem aber lässt sich das Startmenü in den Einstellungen unter Personalisierung/Start anpassen. Wer mag, kann es sogar so umschalten, dass es wie unter Windows 8 den ganzen Bildschirm einnimmt. Zudem lassen sich die Kacheln in der Größe ändern und verschieben, so wie man es mag. Ein nützliches Extra: Klickt man mit der rechten Maustaste auf das Windows-Symbol im Startmenü, klappt ein neues Menü auf, von dem aus man direkten Zugriff auf viele Systemeinstellungen, den Task-Manager und die Suchfunktion hat.

Der Tablet-Modus
Zum Startmenü passt auch, dass sich Windows 10 besser als seine Vorgänger an sogenannte Convertibles anpasst, also an Notebooks, die sich durch Umklappen des Bildschirms in Tablets verwandeln lassen. Auf solchen Geräten schaltet Windows 10 auf Wunsch automatisch in einen Tablet-Modus um, der an Windows 8 erinnert und wegen der großen Symbole bequem mit Fingergesten bedient werden kann.

PC und Smartphone arbeiten zusammen
Noch ist sie nicht fertig, aber vermutlich im Herbst wird Microsoft eine Windows-10-Version für Smartphones veröffentlichen. Die neue Handy-Software wird dafür sorgen, dass PC und Handy enger zusammenrücken. Zum einen kann man damit Einstellungen zwischen den beiden Gerätewelten synchronisieren, sodass Mobilgerät und PC beispielsweise dieselben Desktopfarben und Hintergrundbilder verwenden. Zudem können Entwickler ihre Apps so anpassen, dass sie sowohl auf PC als auch auf Smartphones laufen. Kauft oder lädt man eine solche App, kann man sie auf beiden Systemen benutzen. Und schließlich arbeitet Microsoft an einer Continuum genannten Technik. Sie soll es ermöglichen, Windows-10-Apps vom Handy aus auf großen Bildschirmen zu benutzen. Das wird allerdings nur mit Smartphones der nächsten Generation klappen.

Virtuelle Desktops und die Taskansicht
Mit schönen Worten hatte es Microsoft noch nie, aber hinter dem sperrigen Begriff Taskansicht verbirgt sich eine nützliche Funktion: Klickt man auf das entsprechende Symbol neben dem Suchfeld am unteren Bildschirmrand, wird eine Übersicht aller geöffneten Apps angezeigt. Etwas Ähnliches gab es zwar auch vorher schon, doch die neue Version nutzt den Bildschirm besser aus und ermöglicht es, bequem per Fingertipp oder Mausklick eine App auszuwählen, zu der man wechseln will. Probieren Sie mal die Tastenkombination Windows-TAB aus.
Ähnlich funktionieren die virtuellen Desktops, die man erzeugt, indem man in der Taskansicht rechts unten auf Neuer Desktop klickt. So kann man beispielsweise für unterschiedliche Aufgaben eigene Umgebungen basteln. Beispielsweise eine, in der nur das E-Mail-Programm läuft, eine andere, in der Office-Programme bereitstehen, und eine weitere für alles andere. Jeder dieser Desktops verhält sich dann fast wie ein eigener Computer.

Cortana
Auch wenn man dafür einige seiner Daten an Microsoft weitergeben muss: Die sprachgesteuerte Assistenzfunktion Cortana ist einfach praktisch. Allwissend ist sie zwar nicht und oft genug spuckt sie einfach ein Bing-Suchergebnis aus, aber manche Dinge klappen schon ganz prima. Beispielsweise bekommt man, wenn man nach einer Flugnummer fragt, detaillierte Auskünfte zu zur Abflugs- und zur erwarteten Ankunftszeit. Die Bitte “Zeig meine Fotos an” fördert alle auf dem Rechner und im Online-Speicher Onedrive gespeicherten Bilder zutage.

Eine bessere Kommandozeile
Zugegeben, das ist nur etwas für Nerds und Leute, die noch MS-DOS kennen: Aber sogar die sogenannte Kommandozeile, in der man Befehle als Text eingeben kann, hat eine kleine, aber wichtige Neuerung bekommen. Man kann dort jetzt die Tastaturkürzel STRG-C und STRG-V fürs Kopieren und Einsetzen verwenden. Allerdings erst, nachdem man diese Funktion aktiviert hat. Dazu klickt man mit der rechten Maustaste auf die Titelzeile des Kommandozeilenfensters, klickt auf Eigenschaften, deaktiviert dann das Häkchen vor Legacykonsole verwenden, beendet das Programm und startet es neu.

Das Info-Center
Über ein Sprechblasensymbol unten rechts am Bildschirm ruft man das neue Info-Center auf. Hier laufen Systemmeldungen ein, etwa über anstehende Updates, aber auch Nachrichten aus sozialen Netzwerken. Richtig nützlich wird das Info-Center aber, weil man dort auch einige Einstellungen per Mausklick erledigen, also beispielsweise schnell den Flugmodus einschalten kann.

In PDF-Dateien drucken
Endlich muss man keine Zusatzsoftware mehr installieren, um Dokumente ins PDF-Format zu drucken. Stattdessen bietet Windows 10 in seinem Druckdialog die Auswahlmöglichkeit Microsoft Print to PDF. So kann man Dokumente bestellen, die bequem per E-Mail verschickt und auf vielen elektronischen Geräten gelesen werden können.

Integrierter Wolkenspeicher
Mit Windows 10 hat Microsoft es leichter gemacht, Speicherplatz in der Cloud zu verwenden - zumindest, solange man Microsofts eigenes Angebot OneDrive benutzt. Denn das ist jetzt direkt in den Windows-Explorer integriert. Abgesehen davon, dass das Speichern je nach Internetanbindung etwas länger dauert, merkt man kaum, dass es sich hier nicht um eine echte Festplatte handelt. Der Vorteil eines solchen Wolkenspeichers: Dateien, die man dort ablegt, kann man von verschiedenen Geräten aus verwenden.

Es ist kostenlos
Das sollte man nicht vergessen: Bisher musste man als PC-User jedes Mal die Geldbörse zücken, wenn es ein neues Windows gab. Windows 10 hingegen gibt Microsoft kostenlos heraus und verspricht auch noch, dass die Sache keinen Haken hat, sprich: es keine versteckten Gebühren gibt. Selbstlos ist dieses Angebot natürlich nicht, soll es doch dafür sorgen, dass möglichst schnell, möglichst viele die Software installieren. So soll Windows 10 für Software-Entwickler attraktiv werden. Der Konzern hofft darauf, auf diese Weise schnell viele neue Apps anbieten zu können. Für die Anwender ist am Ende beides gut: Sie zahlen nichts und bekommen in Zukunft - wahrscheinlich - mehr Auswahl geboten.

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insgesamt 46 Beiträge
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1. sehr schön..
blue72 06.01.2016
.. nur das wir bei Samsung das problem der beabsichtlichen mangehalften qualität haben.. die genau nach der garantie dauer eine hohe wahrscheinlichkeit hat einen defekt zu haben ..den es sich dann nicht lohnt teuer reparieren zu lassen...leider^^
2. Das Surface 4
darthkai 06.01.2016
wiegt ~760g. Inwiefern das "viel klobiger" ist, als die "knapp 700g" des Samsung Gerätes weiß vermutlich nur der Autor. Für "grafikintensive Spiele und Videoschnitt" taugen auch die meisten Note/Ultrabooks nicht, und auf den Zeitpunkt wo selbsternannte Tech-Redakteure aufhören Windows PCs mit aufgeblähten iPods zu vergleichen wartet man offenbar seit langem vergeblich...
3. Wann wird
markusib 06.01.2016
Microsoft tatsächlich darauf verzichten, das Betriebssystem in Lizenz zu vermarkten? Ein Tablet mit Windows ist so sinnvoll wie ein Haus ohne Tür. Desktop ok, aber mobile niemals.
4. naja
cih 06.01.2016
ich habe mir letztens ein Ninetec-Tablet mit Android 5.1 für 100 Euro gekauft dazu eine Hülle inkl Tastatur für 13 Euro. Word und Excel lässt sich darauf auch installieren und brauche keine 1000 Euro ausgeben
5.
patta8388 06.01.2016
Naja, bei den Leistungsdaten wird das wohl keine ernsthafte Konkurrenz fürs Surface werden. Höchstens die neuerdings neben den "Apple-Jüngern" auftretenden "Samsung-Sektierer" werden sich das holen. Die Zielgruppe des Surface Pro's ist dann doch eine andere, und in der Preisklasse achtet man doch schon eher auf die Leistung des Geräts, anstelle des Markennamen.
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