Gefahr für Gesundheit und Technik: Frühjahrsputz im Computer

Haut und Haare, Staub und Essensreste: Computer verwandeln sich mit der Zeit in kleine Müllhalden. Das ist sowohl für die Technik als auch für die Gesundheit des Nutzers nicht ungefährlich. Eine regelmäßige Reinigung ist deshalb unbedingt ratsam.

Es muss nicht Hightech sein: Dreck in der Tastatur lässt sich einfach per Pinsel entfernen Zur Großansicht
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Es muss nicht Hightech sein: Dreck in der Tastatur lässt sich einfach per Pinsel entfernen

München - Wenn Anwender zu faul sind, den PC zu putzen, kann sich das rächen. Denn eine verdreckte Tastatur wird schnell zur Virenschleuder. Und zu viel Schmutz macht der Technik zu schaffen. Wer PC oder Notebook regelmäßig innen und außen reinigt, kann dem effektiv vorbeugen.

Die große Gefahr für das Innenleben eines Rechners ist Staub. Dringt er in den Rechner ein, kann er unbemerkt die Kühler verstopfen. "Das äußert sich bestenfalls in einem erhöhten Betriebsgeräusch, wenn die Lüfter auf Hochtouren drehen, um noch genug Wärme aus dem Gehäuse zu befördern", erklärt Christoph Schmidt von der Computerzeitschrift "Chip". Im Laufe der Zeit können dann Komponenten wie der Prozessor oder Grafikchip überhitzen, denn ungekühlt entwickeln sie teilweise die Heizleistung einer Herdplatte.

Das Eindringen von Staub in das Gerätinnere ist meist nur eine Frage der Zeit. Entfernt werden muss er vor allem aus den Gefahrenzonen am Gerät, den Rippen oder Auslassgittern der Lüfter und Kühler. "Um einen Desktop-PC innen zu reinigen, muss man den Seitendeckel abnehmen - meist den von vorne gesehen linken Deckel", schildert Christoph Schmidt die ersten Schritte. Beim Notebook wird stattdessen die Bodenplatte über dem Prozessor abgenommen, die in der Regel nah an den Lüftungsschlitzen liegt.

Beim Öffnen des Rechners sollte die Herstellergarantie aber möglichst nicht aufgehoben werden. Je nach Geräteart sind die Regeln dafür verschieden, erläutert Schmidt: "Beim Öffnen der Seitendeckel eines Desktop-PC erlöschen die Garantieansprüche normalerweise nicht, da diese als offene Systeme ausgelegt sind." Wenn Bauteile wie die Bodenklappen von Notebooks durch ein Siegel geschützt sind, dürfen die Nutzer das in der Garantiezeit aber nicht brechen.

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Angefasst: Tastatur und Touchscreen im Hygienetest

Nach dem Öffnen des Gehäuses sollten alle Kleinteile in Sicherheit gebracht werden: "Jetzt saugen Sie im PC-Gehäuse mit einem heruntergeregelten Staubsauger die Wollmäuse am Boden ab", rät Schmidt. Danach sind alle Kühler an der Reihe, die beim Staubsaugen sicherheitshalber festgehalten werden, beispielsweise mit einem Schraubenzieher. Spezielle Hilfmittel werden nicht benötigt, Pflicht ist nur ein Staubsauger mit einer feinen Düse. Bei hartnäckigen Dreckpolstern kann ein Druckluftspray helfen, den Staub in Richtung der Saugdüse zu befördern.

Außen an Rechner, Tastatur und Maus lauert anstelle von Staub- eher Virengefahr. So sind Tastaturen im Durchschnitt fünfmal dreckiger als Toilettensitze, zudem befinden sich auf ihnen rund 60-mal mehr Keime, berichtet der Hygiene-Weblog "Keepingitkleen.com". Vor allem Bedienelemente mit vielen Ritzen, die ständig vom Nutzer berührt werden, bieten einen idealen Nährboden für Keime und Bazillen.

Das sind vor allem Tastaturen und Mäuse sowie der Hauptstromschalter. Im Laufe der Zeit sammeln sich dort unter anderem Haut- und Haarschuppen, Spucke, Niesspuren, Staub und Essensreste. Wird ein Computer, zum Beispiel im Büro, von mehreren Personen genutzt, steigt das Gesundheitsrisiko. "Besonders in Zeiten häufig auftretender Viruserkrankungen, wie im Falle einer winterlichen Grippewelle, erhöhen sich an Arbeitsplätzen mit starkem Publikumsverkehr oder in Großraumbüros die Infektionsrisiken", betont Anette Wahl-Wachendorf, Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW). Eine generelle gesundheitliche Bedrohung durch gefährliche Keime besteht nach Angaben des Verbands bei der allgemeinen Nutzung der Geräte aber nicht.

Die Kunststoff- und Metallgehäuse von Notebooks und PC lassen sich gut mit einem Mikrofasertuch oder einer fusselfreien Küchenrolle und dem sparsamen Einsatz von Fenster- oder Flächenreiniger putzen, rät Christoph Schmidt. Auf Displays hinterlassen solche Reiniger dagegen Schlieren und können sogar die Oberflächenbeschichtung beschädigen. Spezielle Bildschirmreiniger aus dem Fachhandel lassen sich nach dem Aufsprühen mit einem Taschentuch ohne Rückstände abwischen. Tastatur und Maus werden ebenfalls mit einer Kombination aus Tüchern und Reinigern abgewischt, zwischen den einzelnen Tasten kommen kleine Bürsten oder wieder der Staubsauger zum Einsatz.

Thomas Schörner, dpa

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insgesamt 21 Beiträge
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1.
scheppertreiber 05.02.2012
Eine gute Idee wäre Allem, den PC vorher stromlos zu machen ...
2. Eigentlich
meinmein 05.02.2012
...ist das Problem mit verschmutzten Notebooks nicht gelöst. Es ist nicht jedermanns Sache, so ein Gerät aufzuschrauben und auf die hier vorgeschlagene Art zu reinigen, und während man eine versiffte Desktoptastatur einfach austauschen kann, ist die Reinigung beim Notebook schon ein wenig komplizierter. Da könnten die Hersteller noch nachbessern.
3. Panikmache
readme74 05.02.2012
---Zitat--- So sind Tastaturen im Durchschnitt fünfmal dreckiger als Toilettensitze, zudem befinden sich auf ihnen rund 60-mal mehr Keime, berichtet der Hygiene-Weblog "Keepingitkleen.com". Vor allem Bedienelemente mit vielen Ritzen, die ständig vom Nutzer berührt werden, bieten einen idealen Nährboden für Keime und Bazillen. ---Zitatende--- ZOMFG wir werden alle STÖRBEN!!! Keime, Viren und Bazillen schwirren überall durch unsere Umwelt. Ob wir zuhause in der Wohnung sind oder in der U-Bahn oder im Büro oder in öffentlichen Toiletten, wir sind ständig einem Dauerfeuer von Krankheitserregern ausgesetzt. Der menschliche Körper ist darauf eingestellt und kann sich gegen das meiste ohne Probleme aus eigener Kraft wehren. Selbst eine völlig versiffte Tastatur sollte normalerweise kein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen. Wie ja auch in einem Halbsatz in dem Artikel beiläufig erwähnt wird. Eine Tastatur nur mit einem Reinigungstuch abzuwischen kann man sich im übrigen auch sparen, weil man damit nicht in die Ritzen kommt und in das Tastaturbett. Von dort aus verbreiten sich die Keime immer wieder neu. Ich mache in sporadischen Abständen folgendes, auch wenn ich trotzdem kein Sauberkeitsfanatiker bin: die meisten PC-Tastaturen lassen sich so auseinanderschrauben, daß man die Oberseite abnehmen kann in der dann keine elektronischen Bauteile sind. Dann sprühe ich diesen Teil der Tastatur dick mit Sagrotan oder einem anderen Reiniger auf Natriumhypochlorit-Basis ein, so daß es auch unter die Tasten kommt, und lasse das ganze 15 Minuten stehen. Dann mit viel Wasser abspülen und geduldig trockenföhnen. Und schon hat man wieder eine keimfreie Tastatur... ob man die nun wirklich braucht oder nicht.
4. Staubsauger
Nonvaio01 05.02.2012
Zitat von sysopHaut und Haare, Staub und Essensreste: Computer verwandeln sich mit der Zeit in kleine Müllhalden. Das ist sowohl für die Technik als auch für die Gesundheit des Nutzers nicht ungefährlich. Eine regelmäßige Reinigung ist deshalb unbedingt ratsam. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812984,00.html
ich mache das immer mit dem staubsauger. Einmal ueber die tastaur und sauber is diese. Beim PC das gleiche, seiten abschrauben und den staub absaugen. Und nicht den Power supply vergessen. Lap-Top bringe ich zum Elektro laden, die machen das fuer 15€. Da ich den nicht selber aufschrauben will.
5. .
wehwehwehdievernunft 05.02.2012
Zitat von sysopHaut und Haare, Staub und Essensreste: Computer verwandeln sich mit der Zeit in kleine Müllhalden. Das ist sowohl für die Technik als auch für die Gesundheit des Nutzers nicht ungefährlich. Eine regelmäßige Reinigung ist deshalb unbedingt ratsam. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,812984,00.html
Ein Mac verschmutzt nicht!
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PC-Reinigung beim Profi
Wer keine Lust auf eine regelmäßige Computerreinigung hat, kann die Säuberung auch einem Profi im Fachhandel überlassen. "Eine einfache Reinigung der wichtigen Lüfter von Prozessor, Grafikkarte und Netzteil sollte in weniger als 30 Minuten erledigt sein", sagt Christoph Schmidt von der Computerzeitschrift "Chip". Am Desktop-PC gehen die Arbeiten üblicherweise schneller als beim Notebook. Die Kosten sollten den ortsüblichen Stundensatz nicht überschreiten, ein vernünftiger Preis sind etwa 40 bis 70 Euro.

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