Geheim-Fotos So sehen Googles neues Handy und Tablet aus

Von wegen Geheimhaltung. Am Montag will Google neue Gadgets vorstellen, jetzt sind erste Fotos und die Bedienungsanleitungen im Netz aufgetaucht. Die Bestätigung, dass die wohl echt sind, liefert einer von Googles Top-Managern aus dem Urlaub - offenbar unabsichtlich.

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Am 29. Oktober (Montag) soll es spannend werden: Google hat die Presse zu einem Event in New York eingeladen, wir werden live von der Veranstaltung berichten. Worum es gehen soll, hat der Konzern bisher nur grob angedeutet. Android soll das Thema sein. Viel hat die Geheimhaltung allerdings nicht gebracht. Jetzt sind Fotos von einem neuen Tablet aufgetaucht, mit dem Google Apples iPad das Fürchten lehren will. Und auch die Bedienungsanleitung des neuen Vorzeige-Handys ist durchgesickert und verrät technische Details.

Dabei ist schon der Termin gewagt gewählt. Drei Stunden nach dem Google-Event will Microsoft an San Francisco sein Windows Phone 8 vorstellen. Journalisten, die Einladungen zu beiden Veranstaltungen erhielten, müssen sich also zwischen Google und Microsoft entscheiden, wobei der Windows-Konzern seine Einladungen lange vor Google verschickt hatte.

Allerdings sind die meisten Funktionen von Windows Phone 8 längst bekannt, ebenso wie viele der Windows-Handys, die Microsofts Partner am 29. Oktober vorstellen wollen. Über Googles Pläne war dagegen bisher kaum etwas bekannt. Eine neue Android-Version wurde vermutet. Außerdem ein neues Top-Handy, das LG produziert, sowie ein Vorzeige-Tablet, vermutlich von Samsung.

Doch jetzt scheint der Schleier weitgehend gelüftet. Das bisher eher unauffällige, amerikanische Techblog "Brief Mobile" hat am Freitagabend Fotos veröffentlicht, die das geheime Tablet und die neue Android-Software zeigen sollen.

Mehr Pixel als ein iPad

Blogger Kenneth Pennington bezeichnet das abgebildete Gerät als Google Nexus 10 by Samsung. Die Bilder zeigen ein leicht zerkratztes und von Fingerschmutz überzogenes Gerät mit stark abgerundeten Kanten und Ecken. Die Rückseite ist offenbar aus Metall, mit einer Kunststoffeinlassung, da, wo die Kamera und vermutlich die Antennen stecken. Die Vorderseite zeigt einen breiten Rand um das Display, welches sehr gestreckt wirkt. Insgesamt ein unauffälliges Design im Samsung-Stil.

Bei den technischen Daten fällt die Auflösung des Bildschirms auf, die mit 2560 x 1600 Bildpunkten angegeben wird, mehr also als Apples iPad mit Retina Display vorweisen kann (2048 x 1536). Entsprechend höher wäre auch die Pixeldichte des Nexus 10. Sie würde mit 299 PPI (Pixel pro Zoll) deutlich über den 264 PPI des Apple-Tablets liegen. Das Bildseitenverhältnis wäre dann 16:10, ideal etwa, um Kinofilme darauf anzuschauen.

Dass diese Daten echt sind, scheinen zwei Urlaubsfotos zu bestätigen, die Google-Manager Vic Gundotra in seinem Google+-Profil veröffentlicht hat. Sie zeigen idyllische Strandszenen, die geradezu gestellt wirken. Vor allem aber enthalten sie noch die sogenannten Exif-Daten (Exchangeable Image File Format) der Kamera, mit der sie aufgenommen wurden. Und die weist sich in diesen Daten als Nexus 10 aus. Ob die Bilder aber wirklich mit einem Nexus 10 geknipst wurden, und ob ihre Daten wirklich unabsichtlich gepostet wurden, ist unklar. Exif-Daten lassen sich auch nachträglich noch verändern.

Speichererweiterung in der Cloud

Dagegen wirkt der Dualcore-Prozessor mit seinen 1,7 GHz unspektakulär. Der integrierte Quadcore-Grafikprozessor dürfte reichlich zu tun haben, um die vier Megapixel des Bildschirms unter Dampf zu halten. Hilfreich dürften dabei die zwei Gigabyte Arbeitsspeicher sein, die in dem Gerät stecken sollen.

Der Massenspeicher ist dagegen mit 16 GB eher dürftig bestückt, einen Erweiterungssteckplatz gibt es nicht. Das wäre typisch Google, die ihre User dazu erziehen wollen, Daten in der Cloud zu speichern und nicht lokal. Dafür ist allerdings eine dauerhafte Netzanbindung notwendig, die beim Nexus 10 offenbar nur per W-Lan und nicht per Mobilfunk vorgesehen ist.

Auf dem Nexus 10 soll Brief Mobile zufolge Android 4.2 installiert sein, das unter anderem eine verbesserte Kamera-App sowie eine Fotogalerie mitbringt. Außerdem soll eine neues Schnelleinstellungsmenü gesichtet worden sein, über das sich beispielsweise Bluetooth flink umschalten lässt. Dass eine Benutzerverwaltung es mehreren Anwendern ermöglicht, sich ein Tablet samt personalisierter Einstellungen zu teilen, ist noch reine Spekulation.

Handy mit Induktionsschleife

Kaum Fragen lässt ein Dokument offen, das ebenfalls seit Freitagabend im Netz kursiert und bei dem es sich um die Schnellstartanleitung zum neuen Google-Smartphone Nexus 4 handeln soll. Dem authentisch wirkenden Dokument sind zwar keine technischen Daten zu entnehmen, wohl aber einige interessante Details, zu denen auch das LG-Logo auf der Rückseite gehört.

Vor allem aber, dass sich das Nexus 4 drahtlos per Induktion wird aufladen lassen, so wie Nokias Windows-Phone-8-Handy Lumia 920. Eine rechteckige Fläche auf der Rückseite wird als Induktionsschleife bezeichnet, im Text wird auf drahtlose Ladegeräte hingewiesen. Klar ist auch hier: Der Speicher wird nicht erweiterbar sein, einzig eine Mikro-Sim-Karte lässt sich von außen einstecken.

Ob die Bilder und Daten der beiden Gadgets tatsächlich echt sind, wird man freilich erst am 29. Oktober erfahren, wenn Google selbst den Schleier lüftet. Wir werden dabei sein und ab 15 Uhr live berichten.

Update: Wegen des sich nähernden Hurrikans Sandy hat Google die für den 29. Oktober angesetzte Veranstaltung vorerst abgesagt. Sobald es einen neuen Termin gibt, werden wir das an dieser Stelle melden.



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insgesamt 38 Beiträge
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Seite 1
Fabsun 27.10.2012
1.
Sie sehen aus wie irgendein Handy und Tablet! Wahnsinn!
Prupur 27.10.2012
2.
> Auflösung des Bildschirms aus > Pixeldichte > Bildseitenverhältnis > Dass diese Daten echt sind scheinen zwei Urlaubsfotos zu bestätigen... Aha, und wie stellt der Autor sich das vor? Wie sollen diese Fotos bitte was anderes "bestätigen" als den Names des Gerätes und Auflösung / Qualität der Kamera?
Jominator 27.10.2012
3. Nachbearbeitet
Das Strandfoto ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nachbearbeitet. Kein Foto "out of cam" sieht so aus. Nicht einmal aus einer DSLR.
Lemmi42 27.10.2012
4. Ich frage mich
was soll denn der ganze Müll,wer braucht diese unsinnigen Geräte.Ich jedenfalls nicht,ich habe ein Handy und das wars.
HuFu 27.10.2012
5.
Zitat von FabsunSie sehen aus wie irgendein Handy und Tablet! Wahnsinn!
Tja, beim Apfel war mehr Lametta. *Loriot*
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