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Nexus Player im Test: So bringt Google Android-TV ins Wohnzimmer

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Google Nexus Player im Test: Android für den Fernseher Fotos

Google führt seinen Nexus Player jetzt in Deutschland ein. Das kleine Gerät soll Filme, Serien und Musik aus dem Netz auf den Fernseher bringen - und zugleich als Spielkonsole taugen. Hier ist der Test.

Spätestens seit der Entwicklerkonferenz Google I/O im vergangenen Jahr ist klar, dass der kalifornische Konzern mit seinen Diensten und Betriebssystemen in alle Lebensbereiche vordringen will. Google soll man per Android Car im Auto und mit Android TV am Fernseher nutzen können. Passend dazu brachte das Unternehmen Ende 2014 in den USA den Nexus Player auf den Markt, eine Multimediabox für den Fernseher, auf der Android-TV läuft. Ab dem 15. April wird das Gerät für 99 Euro auch in Deutschland angeboten.

Viel zu sehen gibt es an dem Gerät nicht, wenn man es ausgepackt hat: Kreisrund ist es und tiefschwarz, ein Schriftzug auf dem Karton weist darauf hin, dass das Gerät für Google von Asus hergestellt wird.

Ebenso minimal wie das Design ist die Ausstattung mit Anschlüssen. Neben der Netzteilbuchse gibt es hier noch einen HDMI-Ausgang für den Anschluss an den Fernseher. Separate Audioausgänge gibt es nicht. Dafür steht noch eine Micro-USB-Buchse bereit.

Google Nexus Player: Extrem schlichtes Design zeichnet die kleine Multimediabox aus, die mühelos auf einer Handfläche Platz findet. Auf der Rückseite sind ein HDMI-Anschluss, die Netzteilbuchse und ein Micro-USB-Port, der Entwicklern vorbehalten und über Umwege für Kabelnetzwerk verwendet werden kann.

Google Gamepad: Zwar kann man grundsätzlich auch die Fernbedienung benutzen, um Spiele zu spielen, mehr Spaß macht es aber mit dem Gamepad, das allerdings 49 Euro extra kostet.

Einstellungen: Die Konfiguration der Android-TV-Box ist schnell erledigt, die weitere Feinjustierung erfolgt in übersichtlichen Menüs.

Android TV: Die Benutzeroberfläche ist klar gegliedert. Oben findet man Vorschläge für Filme und Spiele, darunter die verschiedenen Google-Shops sowie bereits installierte Apps.

Online-Videothek: Googles Angebot ist mit dem anderer Anbieter vergleichbar, die Preise auch.

Online-Clips: Natürlich gibt es eine App für Googles-Videoportal YouTube.

Ein bisschen Spielkonsole: Auf dem Nexus Player laufen viele Android-Spiele. Die grafische Qualität ist durchaus beachtlich, wenngleich sie nicht an die von echten Spielkonsolen heranreicht.

Komplettpaket: Als Komplettpaket kosten Nexus Player, Fernbedienung und Gamepad knapp 150 Euro, bieten dafür aber auch einige Funktionen.

Deren Nutzen ist allerdings eingeschränkt, externe Speichermedien kann man hier nicht anstöpseln. Stattdessen dient sie Entwicklern dazu, Testversionen ihrer Apps ohne Umweg über den Play Store zu installieren. Außerdem lässt sich die USB-Buchse für eine kabelgebundene Netzwerkverbindung verwenden. Dazu muss man allerdings zunächst einen Adapter von Micro USB auf USB-A anschließen, an den man wiederum einen USB-auf-Ethernet-Adapter steckt.

Die Hardware basiert auf einem 1,8 GHz schnellen Intel-Atom-Prozessor, dem ein GB Arbeitsspeicher zur Verfügung steht. Den Speicherplatz gibt Google mit acht GB an, von denen beim Testgerät nur knapp sechs GB frei waren. Das WLAN-Modul beherrscht alle wichtigen Standards bis hin zum Gigabit-WLAN 802.11ac.

Einfach mal was sagen

Die Verkabelung mit Fernseher und Steckdose ist schnell erledigt, nach dem Systemstart führte mein Testgerät zunächst ein System-Update durch. Die Eingabe der Zugangsdaten für das WLAN und das Google-Konto, mit dem die Box verknüpft werden soll, ist mit der Fernbedienung ein wenig lästig, muss aber nur einmal durchgeführt werden.

Die Bedienung des Systems ist erfreulich einfach. Die wenigen Knöpfe der Fernbedienung sind logisch angeordnet und sorgen dafür, sodass man sie auch ohne hinzuschauen bedienen kann.

Fotostrecke

17  Bilder
Fire-TV: So funktioniert Amazons TV-Kästchen
Manche Funktionen lassen sich auch ganz ohne Tasten auslösen, da der Player Googles Sprachsuche beherrscht. In die Fernbedienung ist ein Mikrofon eingebaut. Damit kann man das Gerät nach bestimmten Filmen fragen, nach Schauspielern oder nach dem Wetter. Leider funktioniert das bislang nur innerhalb des Google-Ökosystems. Theoretisch könnte man so auch Netflix und andere Dienste durchsuchen, praktisch haben die ihre Apps aber noch nicht entsprechend angepasst.

Passend zur Fernbedienung ist die Benutzeroberfläche aufgebaut. Ganz oben werden Empfehlungen für Filme, Apps und Spiele angezeigt, die wiederum von den verschiedenen Apps aufgrund der bisherigen Nutzung zusammengestellt werden. Darunter sind die Symbole der verschiedenen Apps und Spiele angeordnet, die man auf dem Gerät installiert hat.

Lücken bei den Streaming-Angeboten

Viele waren das bei meinem Testgerät naturgemäß nicht. Da ich den Nexus Player vor seiner offiziellen Markteinführung ausprobiert habe, war vor allem die Auswahl an Medien-Apps sehr eingeschränkt. Von den großen Streaming-Diensten ließ sich nur Netflix installieren und funktionierte wie gewohnt. Dasselbe gilt für das Video-Portal YouTube.

Nach dem Marktstart sollen weitere Angebote folgen, darunter die Mediatheken von ARD und ZDF sowie SpiegelTV und SPIEGEL ONLINE. Apps von Maxdome und Watchever wird es vorläufig aber nicht geben.

Diesen Mangel kann man ausgleichen, indem man die sogenannte Cast-Funktion nutzt. Sie funktioniert genau wie bei Googles Chromecast, ermöglicht es also, Online-Inhalte vom Smartphone oder Tablet aus auf dem TV abzuspielen. Im Test funktionierte das zumindest mit YouTube prima, sollte aber auch mit Watchever und Maxdome klappen.

Gutes Gameplay

Als einen wichtigen Pluspunkt für den Nexus Player vermerkt Google, dass er sich auch als Spielkonsole eignet. Besonders viele Spiele, die an Android TV angepasst sind, habe ich im Play Store allerdings nicht auftreiben können, es gab aber gute Titel wie "Asphalt 8" und "Riptide GP2".

Das Gameplay der getesteten Titel ist sehr flüssig und ruckelfrei, die grafische Qualität ist sehr gut, wenn auch nicht auf dem Niveau echter Spielkonsolen. Wer die Spielfunktionen öfter nutzen will, sollte die Anschaffung des 49 Euro teuren Gamepads erwägen, das Google als Zubehör anbietet. Es liegt gut in der Hand und macht einen robusten Eindruck. Theoretisch sollten aber auch andere Bluetooth-Gamepads funktionieren.

Fazit

In vielerlei Hinsicht erinnert der Nexus Player an Amazons Fire TV. Leistung, Ausstattung und Funktionen und Preise beider Geräte sind nahezu gleich. Unterschiede gibt es vor allem bei der Auswahl der Medienangebote, der Apps und Spiele. Hier hat die Amazon-Box mehr zu bieten als Googles Gerät. Zumindest teilweise dürfte dieser Mangel darauf zurückzuführen sein, dass viele Angebote erst mit Verkaufsbeginn des Nexus Players bereitstehen werden. Die Hardware jedenfalls kann weit mehr, als ihr die Software derzeit abverlangt.

Vorteile und Nachteile

Sehr einfache Bedienung

Sehr gute WLAN-Anbindung

Gutes Gameplay

Cast-fähig

Bislang wenige Apps

Suchfunktion nur innerhalb von Google

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insgesamt 15 Beiträge
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1.
acronicta 15.04.2015
Im Vergeleich zu amazon Fire-TV Box sehe ich aktuell nur Nachteile.
2.
detlef.drimmer 15.04.2015
Herr Kremp, wird's nicht langsam langweilig, dass alles mit Googles Android ausgestattet wird und die Werbung dafür nun allmählich schwer fallen wird, weil es einfach "normal" ist? Viel spannender fänd' ich, wenn nun einmal Werbung für technische Geräte ohne US-Spionage/-Cloud-Software gemacht würde. Das wäre mal ein Novum.
3. Der wievielte Anlauf ist das jetzt?
olaf_olafson 15.04.2015
Google TV, Nexus Q, Chromecast, Android TV... Na dann mal viel Glück. Im Juni wird dann auf der WWDC die nächste Version Apple TV vorgestellt und dann werden alle Hersteller mal wieder von grundauf neu konzipieren. Die heutigen Boxen gleichen ja auch alle im Grundkonzept dem heutigen Apple TV bis hin zur minimalistischen Fernbedienung. Zur Zeit sind einige um ein paar Funktionen voraus (Sprachsuche etc), aber Apple hat auch seit 2-3 Jahren kein neues Modell mehr gebracht. Der große Wurf kommt jetzt: "The Epicenter of Change" https://developer.apple.com/wwdc/
4.
campdavid 15.04.2015
Google hat hier klar verpennt, Chromecast ist viel zu schwach auf der Brust und so wie ich sind viele zu Apple oder Amazon umgestiegen. Nexus Player kommt einfach zu spät, ziemlich enttäuschend ( genau wie die letzten Nexus Produkte ).
5. @olaf_olafson
schmidtchen123 15.04.2015
Haha, der war gut! :-) Wird es nicht so langsam genauso dröge immer und immer wieder für Apple in die Bresche zu springen? Gähn...
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