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Pixel Buds

Nein, Googles Kopfhörer sind keine Universalübersetzer

Faszinierend: Wie ein Simultandolmetscher übersetzen Pixel Buds, Googles neue Kopfhörer, fremde Sprachen. Was steckt dahinter?

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Donnerstag, 05.10.2017   23:08 Uhr

Na klar, darauf hatten alle gewartet, und das war zu erwarten: Am Mittwochabend hat Google in San Francisco neue Smartphones vorgestellt, das Pixel 2 und das größere Pixel 2 XL. Und ja, das sind augenscheinlich tolle Smartphones, vor allem das XL-Modell mit seinem Breitbildschirm.

Ihre Kameras sind offenbar sogar die besten, die man in einem Mobiltelefon derzeit bekommen kann. Zumindest wenn man auf Zahlen vertraut. Im DxO-Kameratest bekamen die beiden Google-Handys gerade 98 Punkte, vier mehr als die bisherigen Spitzenreiter, Apples iPhone 8 Plus und Samsungs Galaxy Note 8.

Trotzdem sind die beiden Pixel eben nur Smartphones und damit nichts Ungewöhnliches. Noch mehr bin ich jedenfalls auf ein anderes Produkt gespannt. Auf ein Gerät, das Google erst am Ende seiner Präsentation zeigte, als viele Reporter schon dabei waren, ihre Meldungen zu den Pixel-Smartphones zu schreiben.

Die Pixel Buds klingen spannender

Ich meine die Pixel Buds. Kopfhörer, die in Deutschland 179 Euro kosten sollen.

Das Konzept erinnert an Apples AirPods: Bluetooth-Kopfhörer, die sich automatisch mit dem Handy ihres Nutzers verbinden, die gut klingen und die per Mikrofon zum Telefonieren und zur Sprachsteuerung des Handys taugen. Man kann mit ihnen also mit dem Google Assistant und am iPhone mit Siri parlieren. Das können AirPods und viele andere Headsets auch. Nur sind bei Google die beiden Hälften des Headsets mit einem Kabel verbunden. Eine eher praktisch pragmatische Lösung, keine technische.

Aber dann zeigte Google scheinbar etwas, was andere Headsets nicht können: Simultanübersetzung. Zu sehen waren ein Google-Manager und eine seiner Kolleginnen, die aus Schweden stammt. Die Dame trug ein Paar Pixel Buds in den Ohren und eines der neuen Pixel-2-Smartphones in der Hand, während die beiden eine zweisprachige Unterhaltung führten: er auf Englisch, sie auf Schwedisch.

Es war beeindruckend, wie schnell Googles Übersetzungssoftware die in der jeweiligen Muttersprache der beiden gesprochenen Sätze in die jeweils andere Sprache übersetzte. Der Effekt funktionierte, das Publikum war verblüfft - so wie auch ich.

Spontan assoziierte ich Googles Headset mit dem Babelfisch aus "Per Anhalter durch die Galaxis." Für diejenige, die das Buch von Douglas Adams nicht kennen: Ein Babelfisch ist ein winzig kleiner Fisch, der alle Sprachen des Universums übersetzt, wenn man ihn sich in den Gehörgang steckt. Adams hatte einen wunderbaren britischen Humor.

Das kann ich auch

Einen Tag und diverse Hands-on-Berichte später weiß ich es besser: Mit einem Babelfisch haben Googles kleine Kopfhörer nichts zu tun. Viel mehr dafür mit einer App und einer Webseite von Google, die es schon lange gibt, dem Google-Übersetzer. Denn, was bei der Präsentation am Mittwoch kaum zu sehen war, automatisch wurde da nichts übersetzt. Nimmt man es genau, hätte der Trick auch ohne die schicken Kopfhörer funktioniert.

Denn die Pixel Buds fungierten bei der Präsentation nur als Headset, als Mikrofon und Kopfhörer also. Als die Dame auf ihren rechten Kopfhörer tippte, tat sie nichts anderes, als den Google Assistant aufzurufen. Mit dem Sprachbefehl "Hilf mir, Englisch zu sprechen" startete sie auf ihrem Handy die Google-Übersetzer-App.

Das sieht schick aus, geht aber auch ohne Kopfhörer, mit jedem Android-Smartphone oder iPhone. Eigentlich nämlich wurde nur gezeigt, was Googles Übersetzer-App sowieso kann: 40 Sprachen nahezu in Echtzeit ineinander übersetzen.

Das hätte man gern etwas deutlicher sagen können, schließlich ist auch das schon sehr beachtlich. Vor allem, weil das mit heruntergeladenen Sprachdateien sogar offline funktioniert, wie ich gerade erst in den französischen Rhone-Alpen ausprobieren konnte. Googles-Präsentation wurde freilich im Onlinemodus durchgeführt. Und Googles WLAN war offensichtlich schnell, sehr schnell.

So bleibt die Erkenntnis, dass Googles Pixel Buds leider doch keine Babelfische sind. Aber halt ein fast kabelloses Headset, das gut klingt und ein paar nette Funktionen zur Smartphone-Steuerung mitbringt. Wenn das gut umgesetzt ist, reicht das aber vielleicht auch schon.

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