Pixel C im Test Googles Magneto-Tablet ist fast ein Notebook

Beim Pixel C ist alles Highend: Der Prozessor verspricht Hochleistung, das Display scharfe Bilder, die Tastatur wird magnetisch gehalten und drahtlos geladen. Billig ist das allerdings nicht. Lohnt sich die Investition in Googles Vorzeigetablet?

Pixel C: Die Tastatur wird magnetisch mit dem Tablet verbunden
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Pixel C: Die Tastatur wird magnetisch mit dem Tablet verbunden

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Als Google im September das Pixel C vorstellte, hat der Konzern nicht viel über sein neues Tablet verraten. Auf der Bühne wurde lediglich angekündigt, dass es mit dem neuen Android OS 6.0 Marshmallow ausgeliefert wird. Und dann wurde ganz kurz gezeigt, wie die optional erhältliche Tastatur magnetisch mit dem Gerät verbunden wird - und sich vom Tablet fast in ein richtiges Notebook verwandelt.

Jetzt kommt das in mancherlei Hinsicht ungewöhnliche Android-Tablet in den Handel. Ab dem 8. Dezember ist es im Google Store bestellbar, die 32-GB-Version für 499 Euro, das Modell mit 64 GB Speicher für 599 Euro. Die Tastatur kostet 169 Euro. Ein Schnäppchen ist das Pixel C damit nicht.

Dafür bekommt man aber ein Android-Gerät, für das Google schnelle Updates verspricht. Alle vier Wochen soll es die neusten Sicherheits-Updates bekommen. Das ist ein wichtiges Versprechen angesichts gefährlicher Sicherheitslücken wie Stagefright, die zwar Millionen Android-Geräte betreffen, von vielen Herstellern aber erst spät, von manchen gar nicht geschlossen werden.

Damit das alles läuft, hat Google reichlich Highend-Technik ins Pixel C gesteckt. Das fängt mit dem einteiligen Metallgehäuse an, das ein wenig dem des Nexus 9 ähnelt, aber viel stabiler ist und sich auch auf Druck nicht verdreht. Auf der Rückseite ist eine schmale vierteilige LED-Leiste eingelassen. Tippt man zweimal auf den Rücken des Tablets, zeigen die LEDs den Ladezustand des Akkus an.

Um den Akku aufzuladen, liefert Google ein Netzteil mit einem fest verbundenen USB-C-Stecker mit. Damit soll der Akku besonders schnell aufgeladen werden. Rasant ist das deshalb aber nicht: Bei unserem Test brauchte es zwei Stunden, um den zu einem Drittel entladenen Akku vollzutanken. Ist der Akku ganz entladen, dürfte man also gut vier Stunden Wartezeit einplanen müssen, bis er wieder voll ist.

Genug Ausdauer - auch für grafisch aufwendige Spiele

Ist er aber einmal voll, liefert der Akku genug Energie für rund zehn Stunden Dauernutzung. Je nach Anwendung kann das mal mehr, mal weniger werden. Prozessor und Bildschirm scheinen jedenfalls vergleichsweise genügsam mit dem Strom umzugehen.

Das ist bemerkenswert, denn der Achtkern-Prozessor von Nvidia bietet viel Leistung. Im Alltag wird man die kaum brauchen, aber Spielen beispielsweise kommt sie durchaus zugute. Das grafisch aufwendige Autorennspiel "Asphalt 8: Airborne" beispielsweise flutscht bei höchster Qualitätseinstellung immer noch vollkommen geschmeidig und ruckelfrei über den Bildschirm.

Toller Bildschirm, mäßige Kamera

Die meisten anderen Apps, die wir ausprobiert haben, scheinen den Chip kaum gefordert zu haben. Jedenfalls blieb das Gehäuse stets kühl. Erst als wir den Prozessor mit Programmen zur Leistungsmessung malträtierten, wurde er ein wenig warm. Dafür attestierten ihm die sogenannten Benchmark-Tests ausgesprochen hohe Werte, die auch für die nächste Generation von Android und Apps noch ausreichen dürfte.

Beim Bildschirm sieht es nicht anders aus. Mit 2560 x 1800 Bildpunkten bietet er eine sehr hohe Auflösung, zeigt beispielsweise auch sehr kleine Schriften scharf an und stellt Fotos mit knackigen Farben dar. Zudem hat es eine sehr starke Hintergrundbeleuchtung, die man bei normalheller Beleuchtung dimmen sollte, sonst wird es anstrengend für die Augen.

Ins Netz geht das Pixel C per Gigabit-WLAN. Im Test funktionierte das mit einer entsprechenden WLAN-Basisstation ausgesprochen schnell. Bluetooth ist natürlich ebenso eingebaut, aber ein Mobilfunkmodul gibt es nicht, auch nicht optional. Die Kamera zeigte sich im Test als brauchbare Schnappschuss-Knipse, für gute Fotos sollte man aber einen anderen Apparat verwenden.

Magnetisch verbunden

Ein für das Pixel C absolut sinnvolles und nützliches Zubehör ist die extra dafür entwickelte Tastatur. Sie wird - das ist neu - magnetisch mit dem Tablet verbunden. Zum Transport kann man sie als Deckel auf den Bildschirm legen, zum Schreiben legt man das Tablet auf die oben angebrachte Magnetleiste.

Das mag sich instabil anhören, aber tatsächlich ist die magnetische Verbindung außerordentlich fest. Problemlos lässt sich das Tablet damit in einem nahezu beliebigen Winkel zur Tastatur anordnen. Diese Konstruktion ist stabil - und wirklich grandios.

Die Verbindung zwischen Tablet und Tastatur wird dabei automatisch per Bluetooth hergestellt. Im Test funktionierte das nicht auf Anhieb, nach einer ersten manuelle Kopplung der Geräte aber immer zuverlässig. Die Qualität der Tastatur ist gut, wenngleich manche Tasten arg klein geraten sind. Der Akku der Tastatur wird drahtlos vom Tablet aufgeladen. Eine Anzeige für den Ladezustand des Tastaturakkus gibt es nicht.

Fazit

Googles Pixel C überzeugt mit seiner Leistung und seinem Bildschirm - und sieht auch noch gut aus. In Kombination mit der optionalen Tastatur wird es zum brauchbaren Notebook-Ersatz und hält auch einen ganzen Tag durch. Schwer wird es dann allerdings auch: Tastatur und Tablet wiegen zusammen 917 Gramm.

Ein paar Dinge kann man am Pixel aber auch vermissen: Es hat keinen Fingerabdruckscanner und keine Möglichkeit, ohne WLAN online zu gehen. Die von Google angepriesene Möglichkeit, vom USB-C-Anschluss des Tablets aus ein Handy aufzuladen, funktionierte bei uns nicht. Wer sich daran nicht stört, bekommt ein sehr leistungsfähiges Android-Tablet mit dem Versprechen regelmäßiger Sicherheitsupdates.

Vorteile und Nachteile

Schneller Prozessor

Sehr guter Bildschirm

Schnelles WLAN

Gute drahtlose Tastatur

In Kombination mit Tastatur schwer

Keine LTE-Option



insgesamt 61 Beiträge
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Seite 1
mali123 08.12.2015
1. ein tablet?
pfui
detlef.drimmer 08.12.2015
2.
Zitat von mali123pfui
Pfui wegen Tablet?! Eher wegen Google!
kai_4711 08.12.2015
3. Kein GPS
So wie ich das sehe hat es kein GPS. Was soll das denn nun bringen ?
kakadu 08.12.2015
4. microsoft zeigt richtung
nach dem verkaufserfolg von microsoft surface gehen nun alle ins tablet+tastatur geschäft. was solls
bi_ba_butzemann 08.12.2015
5. Kein Octa Tegra X1!
Wollte nur sagen, dass der Tegra X1 im Pixel C kein Octa sondern "nur" ein Quad Core ist. Grüße
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