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Project Cardboard: Diese VR-Brille kann jeder selbst basteln

Aus San Francisco berichtet

Cardboard: So bastelt man die Pappbrille Fotos
SPIEGEL ONLINE

Nach der Oculus Rift und Sonys Project Morpheus zeigt Google jetzt seine ganz eigene Version einer Virtual-Reality-Brille: ein preiswerter Bausatz aus Pappe zum Selberbasteln. Das Ergebnis ist beeindruckend.

Große Überraschungen und sensationelle Gadgets sind auf der Entwicklerkonferenz Google I/O zwar ausgeblieben, eine Überraschung gab es zum Schluss aber doch. Allen Teilnehmern der Eröffnungsveranstaltung wurde ein Papp-Päckchen überreicht. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirkte, entpuppte sich bei genauerem Hinsehen als ein spannender Technikbausatz, aus dem man sich seine eigene Virtual-Reality-Brille zusammenbauen kann.

Und das ist schon etwas Besonderes. Konventionelle VR-Brillen wie die Oculus Rift und Sonys Project Morpheus sind bisher nicht im Handel zu bekommen und dürften, wenn sie es so weit ist, stattliche Summen kosten. Die von Google auf der I/O verteilte Variante hingegen kostet fast nichts, besteht nur aus etwas Pappe, zwei Plastiklinsen, einem Klebestreifen und einem Magneten. Nicht gerade Hightech also, aber es funktioniert.

Der von Google Project Cardboard ("Projekt Pappe") genannte Bausatz geht der Projektbeschreibung zufolge auf eine Spielerei der Google-Mitarbeiter David Coz und Damien Henry zurück, die in Paris einen Prototyp der jetzt vorliegenden Version bauten. Die Arbeit daran erledigten sie innerhalb der 20 Prozent ihrer Arbeitszeit, die Google seinen Mitarbeitern für eigene Projekte zugesteht. Als sie ihre Bastelei Kollegen zeigten, war das Echo darauf so überwältigend positiv, dass es von einer größeren Gruppe von Ingenieuren weiterentwickelt wurde.

Zusammengebaut in wenigen Minuten

Das Ergebnis ist der Pappbausatz, wie man ihn nun auf der Google I/O bekommt. Kaufen kann man ihn derzeit nirgends, auch wenn Mitarbeiter des Unternehmens betonen, dass es gar kein Problem wäre, so etwas im größeren Maßstab kommerziell anzubieten. In der Zwischenzeit können sich interessierte Bastler mit den Bauanleitungen behelfen, die Google auf der Webseite des Project Cardboard online gestellt hat.

Der Zusammenbau des I/O-Bausatzes jedenfalls ist sehr simpel und ohne Werkzeug in ein paar Minuten erledigt, wie unsere Bilderstrecke zeigt. Das Einzige, was man zusätzlich noch braucht, ist ein Android-Handy auf dem mindestens Android 4.2 läuft. NFC ist von Vorteil, aber nicht essenziell.

VR-Pappe

Was man dann bekommt, ist schlicht beeindruckend. In Kombination mit der Cardboard-App, die sich noch in der Entwicklung befindet, lassen sich mit der Selbstbaubrille verschiedene Anwendungen ausprobieren, von der Diashow über Google Earth bis zum virtuellen Museumsrundgang. Auch wenn die grafische Qualität nicht mit der von Morpheus und Oculus Rift mithalten kann - dafür sind die Linsen zu schlecht - läuft alles flüssig ab. Den seitlich montierten Magneten kann man dabei wie einen Schalter benutzen, um beispielsweise von Bild zu Bild umzuschalten.

In Kombination mit den Sensoren des Handys kann man aber auch seine Kopfbewegungen nutzen, um sich in einer virtuellen Welt umzuschauen. Ein Konkurrenzmodell für die Geräte von Oculus und Sony, ist Googles Project Cardboard damit zwar nicht, aber dafür kann es sich fast jeder leisten. Man könnte sagen, es ist die VR-Pappe für alle.

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insgesamt 14 Beiträge
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1. Nicht von Pappe?
telltaleheart 26.06.2014
Zitat von sysopSPIEGEL ONLINENach der Oculus Rift und Sonys Project Morpheus zeigt Google jetzt seine ganz eigene Version einer Virtual-Reality-Brille: ein preiswerter Bausatz aus Pappe zum Selberbasteln. Das Ergebnis ist beeindruckend. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/google-project-cardboard-bausatz-fuer-vr-brille-aus-pappe-a-977550.html
Nette Sache. Nach dem Foto zu urteilen sollte man aber wohl vorsichtig sein, dass man sich mit den scharfen Kanten der Pappe nicht an der Nase verletzt. Da würde aber vielleicht ein bisschen Klebeband schon Abhilfe leisten.
2. Schon zu kaufen
SteBeh 26.06.2014
Man kann das Kit bereits bei DodoCase bestellen, auch mit Versand nach Deutschland.
3. Was für...
patrick6 26.06.2014
...eine geniale Idee.
4. Wenn man genau hinsieht
dejonghotz 26.06.2014
dann könnte man erkennen, dass die Brille nicht aus Pappe sondern aus Wellpappe ist, also muss es nicht cardboard sondern corrugated cardboard heißen. Wellpappe bietet bei geringerem Gewicht eine wesentlich höhere Biegesteifigkeit, darum hat man sich hier vermutlich auch für das geniale Material Wellpappe entschieden
5. Naja
diavid 26.06.2014
Wenn man sich dafür ein neues Handy mit Android 4.2 kaufen muss ist das Preis/Leistungs Verhältnis da wo die Sonne nicht scheint.
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Prinzip
Das Endgerät ist beim Cloud Computing nur ein Fenster auf einen stets aktuellen Datenbestand. Wer am Rechner einen Termin einträgt, sieht ihn später auch beim Blick in den Handy-Kalender, wer mobil einen Kontakt einträgt, kann ihn später am PC abrufen - immer nur online, versteht sich. Das Gleiche gilt für Adressbücher, E-Mails, online abgelegte Fotos, Dokumente und so weiter.
Anbieter
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Business-Funktionen
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