Schlecht geschützt Hunderte Millionen Android-Geräte bekommen keine Updates

Google bemüht sich, sein Android-Betriebssystem sicherer zu machen. Oft scheitern die Bemühungen jedoch an den Handy-Herstellern. Ihnen sind nötige Updates zu teuer und aufwendig, zeigt ein neuer Bericht.

Android-Smartphones (Symbolbild)
SPIEGEL ONLINE

Android-Smartphones (Symbolbild)


Nur rund die Hälfte der weltweit etwa 1,4 Milliarden aktiven Android-Geräte hat 2016 ein Sicherheits-Update erhalten. Das geht aus Googles jährlichem Sicherheitsbericht über das mobile Betriebssystem hervor. Demnach wurden rund 735 Millionen Geräte von mehr als 200 Herstellern mit neuer Software versorgt. Vor allem ältere und besonders günstigere Modelle werden aber von den jeweiligen Herstellern nicht mit Software-Aktualisierungen versorgt.

Bislang scheuen viele Hersteller die Mühe, neue Android-Versionen an ihre unterschiedlichen Geräte anzupassen. Insbesondere, wenn die Unternehmen Android mit eigenen Funktionen erweitern oder ihm eine eigene Benutzeroberfläche überziehen, sind solche Anpassungen aufwendig, brauchen Zeit und dementsprechend viel Geld. Künftig will Google enger mit den Geräteherstellern zusammenarbeiten, um mehr Geräte mit Updates versorgen zu können.

Googles Play Store soll sicherer geworden sein, sagt die Firma

Googles Angaben zufolge geht die Zahl der digitalen Bedrohungen für Android-Nutzer insgesamt aber zurück. Durch mehr Sicherheitsüberprüfungen von Apps im Play Store konnte der Anteil installierter schädlicher Apps um rund die Hälfte gesenkt werden, schreibt das Unternehmen. Die Installation von Spionage-Apps zum Abgreifen persönlicher Daten sei um gut 73 Prozent zurückgegangen.

Laut Google war Ende 2016 nur auf 0,05 Prozent der Geräte, die ausschließlich über den Play Store mit Apps versorgt wurden, eine schädliche App installiert. Angesichts der großen Zahl von Android-Smartphones und -Tablets sind damit aber immer noch Hunderttausende Geräte betroffen. Zum Vergleich: 2015 lag der Anteil bei 0,15 Prozent.

Bezieht ein Nutzer Smartphone-Apps auch aus anderen Quellen, ist der Trend aber gegenläufig. Auf rund 0,7 Prozent der Geräte mit mehreren App-Bezugsquellen waren Ende 2016 möglicherweise schädliche Apps installiert. Das ist ein leichter Anstieg um 0,5 Prozentpunkte gegenüber dem Vorjahr.

mak/dpa



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