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Geheimprojekt: Google entwickelt Bausatz-Bildschirme

Bildschirminstallation (auf der Ifa 2010): Große Fernseher aus kleinen zusammenstecken Zur Großansicht
Getty Images

Bildschirminstallation (auf der Ifa 2010): Große Fernseher aus kleinen zusammenstecken

Erst ein modulares Smartphone, jetzt modulare Bildschirme: Einem Zeitungsbericht zufolge arbeitet Google geheimes Forschungslabor an einer neuen Technik, um sehr große Bildschirme aus vielen kleinen zusammenzubauen.

Google will Bildschirme flexibel machen. Nicht in dem Sinne, dass man sie verbiegen kann, sondern so, dass sich aus vielen kleinen Displays beliebig große und beliebig geformte Bildschirme zusammenstecken lassen, fast als wären sie aus Lego. Das berichtet am Montag das "Wall Street Journal". Die Zeitung beruft sich dabei auf drei Personen, die mit den Plänen des Internetkonzerns vertraut seien.

Das Vorhaben erinnert an das Projekt Ara, ein Konzept, an dem ein Motorola-Team gearbeitet hat, als der Mobilfunkkonzern noch zu Google gehörte, und das jetzt bei Google zu Ende entwickelt wird. Ara ist ein Bausatzsystem für Smartphones: Ähnlich wie bei einem Desktop-PC sollen sich einzelne Komponenten wie der Prozessor und die Kamera beliebig auswechseln oder aufrüsten lassen.

Anders als Ara, dessen Markteinführung für Anfang 2015 geplant ist, befindet sich der modulare Bildschirm offensichtlich noch in einer sehr frühen Entwicklungsphase und wird unter strenger Geheimhaltung entwickelt. Offiziell gibt es daher keinerlei Auskünfte von Google, zum aktuellen Entwicklungsstand oder den konkreten Zielen des Projekts.

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Modulare Handys: Lego-Telefone von Google

Allerdings berichtet das "Wall Street Journal", das Entwickler-Team würde von Mary Lou Jepsen geführt. Jepsen gehört neben Nicholas Negroponte zu den Gründern der ambitionierten Initiative One Laptop per Child (OLPC). deren Ziel ist es, Schulkinder weltweit, vor allem in Schwellen- und Entwicklungsländern, mit günstigen Lern-Laptops auszustatten. Jepsen war für die Entwicklung des innovativen Bildschirms dieses Mini-Notebooks, der sich auch bei Sonnenlicht ablesen lässt, zuständig.

Neben Jepsen seien erfahrene Display-Entwickler von Samsung und Qualcomm anheuert worden und man suche immer noch nach weiteren Mitarbeitern, berichtet die Zeitung.

Damit hat es sich leider auch schon mit den konkreten Informationen. Weder Google noch anderen, angeblich an der Entwicklung beteiligte Firmen wollten sich gegenüber dem "Wall Street Journal" zu den Bildschirm-Bausteinen äußern.

Die Zeitung selbst zitiert eine Expertin mit der wenig überraschenden Vermutung, man könnte einen solch modularen Bildschirm verwenden, um fernzusehen, im Internet zu surfen und E-Mail zu bearbeiten, womöglich sogar parallel. Das freilich ist auch mit gewöhnlichen Bildschirmen bereits problemlos möglich.

Und was kann man damit machen?

Viel spannender als ein solches Szenario, das von riesigen Superfernsehern ausgeht, die man aus dem Bildschirm-Bausteinen zusammensteckt, wäre die Nutzung modularer Bildschirme bei Mobilgeräten. So ließe sich ein Smartphone zum Tablet machen, indem man ein oder zwei weitere Display-Module ansteckt. Mit noch mehr oder noch größeren Modulen ließe es sich gar zum Notebook erweitern. Und weil die einzelnen Module nicht besonders groß sein müssten, könnte ein solches Universalgerät leicht mitzunehmen sein.

Bisher aber sind auch das nur Mutmaßungen. Was der Konzern mit den Steck-Bildschirmen wirklich vorhat, wird man erst erfahren, wenn Google sein Entwicklungsprojekt öffentlich macht. Vielleicht aber arbeiten Googles Forscher auch ohne konkretes Ziel an der Technologie. Ungewöhnlich wäre das nicht. Auch die Datenbrille Google Glass wurde erst einmal entwickelt, weil die Technik dem Konzern interessant erschien. Die Frage zu klären, was man damit konkret machen soll, überlässt das Unternehmen anderen.

mak

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