GoPro Hero6 Kleine Kamera, große Show

GoPro hat die neue Version seiner Action-Cam vorgestellt. Bei der Präsentation sahen Sportler, Blogger und Händler eine Hero6, mit der die Kalifornier zu früherer Stärke zurückfinden wollen.

GoPro

Von Marcus Efler


In San Francisco gibt es den großen Auftritt: GoPro, die Firma, die es mit ihrer gleichnamigen Kamera unter den Fans zum Kultstatus geschafft hat, präsentiert ein neues Modell - live vor Ort und per Stream in alle Welt.

Ein extrem gut gelaunter CEO springt auf die Bühne, schwelgt in Superlativen. Dann zieht Nick Woodman die neue Hero6 Black aus der Gesäßtasche seiner Jeans und hält sie zwischen zwei Fingern. Die Gäste im Saal klatschen und bejubeln das Gerät.

Die jeweils neueste Version präsentiert die Marke stets parallel auch irgendwo in Europa. Immerhin ist dies nach den USA der zweitgrößte Absatzmarkt. Diesmal düsten Manager vom Firmensitz in San Mateo nach München, im Gepäck die neue Action-Cam. Die zeigten sie in einer Eventhalle im Norden der Bayern-Metropole 130 Outdoor-Sportlern, Händlern, Journalisten - vor allem aber "Social Advocates", erfolgreichen Bloggern und Instagramern.

Geschicktes Marketing

Stars und begehrte Small-Talk-Partner sind die Sportler, wie der von GoPro gesponserte Mountainbike-Sportler Danny MacAskill, dessen Videos auf YouTube Millionen von Zuschauern finden.

Über allem aber schwebt die Frage: Wie cool ist GoPro eigentlich noch? Für die Hardcore-Fraktion unter den Outdoor-Sportlern gilt sie zweifellos als Must-have. Begeistert fingert MacAskill an dem Kästchen herum und probiert die neuen Features: Für ihn kann keine Smartphone-Cam, und auch kein Konkurrent den robusten, mit unzähligen Befestigungsmöglichkeiten kombinierbaren Marktführer ersetzen.

Aber der Erfolg der Marke beruht eben darauf, dass sie die Grenzen dieser überschaubaren Zielgruppe gesprengt hat. Mit geschicktem Social Media Marketing gibt GoPro auch Familienvätern das Gefühl, als Outdoor-Athlet durch den Stadtpark zu radeln, wenn sie eine Hero am Lenker tragen.

Die Drohne fliegt endlich

Dieses Prinzip verhalf GoPro zu einem raschen Aufstieg und einem fulminanten Börsengang. Doch eine verwirrende Modellpolitik und zunehmende Konkurrenz stoppten den Aufwärtstrend. Zu allem Überfluss fiel eine zu schnell entwickelte Drohne mit Wackelkontakt vom Himmel und musste wieder vom Markt genommen werden: "Ein Desaster", wie Produkt-Vizepräsidentin Meghan Laffey einräumt.

Jetzt fliegt Karma, die Drohne, endlich; eine 360-Grad-Kamera folgt demnächst: Die ebenfalls präsentierte Fusion kombiniert ihren Rundumblick mit der GoPro-typischen ungewöhnlichen Perspektive zu spektakulären Videos.

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11  Bilder
Hero6 und Karma: Das sind die Neuerungen bei GoPro

Das wichtigste Gerät der Modellpalette ist aber die Hero6 Black. Auf dem kleinen Kästchen lasten erhebliche Erwartungen. Dafür geriet die Neue auf den ersten Blick erstaunlich unverändert. "Für unsere Kunden ist es superwichtig, dass eine neue Cam an schon gekauftes Zubehör passt", erklärt Laffey.

Die größten Veränderungen finden sich im Inneren: Ein exklusiv für GoPro entwickelter Chip, der 4K-Videos mit 60 Frames pro Sekunde schafft - und 240 Frames bei Full HD. So wirken extreme Zeitlupenaufnahmen auch bei hoher Auflösung noch geschmeidig. Dazu gibt's eine verbesserte Stabilisierungsfunktion gegen Verwackler, und ein digitaler Zoom lässt sich per virtuellem Schieber regeln.

Dass die Konkurrenz, etwa der chinesische Klon YI 4K, manche Technologien schon vorweggenommen hat, stört die Fans der Marke nicht. Es zählt das Gesamterlebnis: die simple Ein-Knopf-Bedienung, die Verknüpfung mit einfach zu handhabender Software und die Versorgung mit umfangreichem Zubehör.

Neu ist etwa eine Art Beißknochen, mit dem man die Hero zwischen die Zähne klemmen kann. Fürs Mountainbiken - oder das Testgelände, auf das GoPro einige seiner Münchner Gäste am nächsten Tag bittet: das Oktoberfest.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Software-Updates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.


insgesamt 4 Beiträge
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deka88 29.09.2017
1. Test?
Ein "Test" über eine Kamera und kein Wort zur Bildqualität. Kann man sich dann eigentlich auch sparen darüber zu berichten. Oder war das nur eine Nachricht über die Pressemitteilung?
IngoZawada 29.09.2017
2. Ich seh da schwarz.
Bei Preisen zwischen 10 und 50 ? für einen Nachbau frag ich mich schon lange wie die Firma überleben will.
smartphone 29.09.2017
3. aufgeholt
die ach so neue GoPro6 hat gerade mal zur "Schaumi"- Konkurrenz aufgeholt....... also mehr wie 200 Euro darf man eh nicht verlangen in dem gesättigten Markt
bermany 29.09.2017
4. @deka88 #1
Wo steht etwas von einem Test?
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