GT Advanced Technologies Apples Saphirglas-Zulieferer beantragt Insolvenz

Die edleren Modelle von Apples Smartwatch sollen mit besonders kratzfestem Saphirglas ausgerüstet werden. Doch nun hat der Hersteller des Werkstoffs offenbar Probleme: GTA Advanced Technologies hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Apple Watch: Teurere Modelle sollen Saphirglas-Schutz bekommen
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Apple Watch: Teurere Modelle sollen Saphirglas-Schutz bekommen


Die US-Firma, die als Lieferant von besonders hartem Saphirglas für Apple bekannt wurde, hat einen Insolvenzantrag gestellt. Der Betrieb solle wie bisher fortgesetzt werden, teilte GT Advanced Technologies am Montag mit. Das Unternehmen will aber Schutz vor Forderungen seiner Gläubiger suchen und sich in einem Verfahren nach Kapitel elf des US-Insolvenzrechts sanieren.

Saphirglas gilt als besonders kratzfest. Es wird deshalb bei den Fingerabdrucksensoren in Apples iPhones sowie zum Schutz der Kamera der Smartphones genutzt. Auch bei einigen Modellen der für kommendes Jahr angekündigten Apple-Uhr soll es zum Einsatz kommen, bei jenen nämlich, die am oberen Ende des Preisspektrums angesiedelt sind. Bei den günstigeren Modellen will Apple nur verstärktes Glas verwenden, wie man es von Smartphones her kennt. Das neue iPhone 6 bekam entgegen vorherigen Spekulationen keine Displays mit Saphirglas.

GT Advanced Technologies hatte noch im November vergangenen Jahres einen massiven Ausbau der Produktion von Saphirglas für Apple in den USA angekündigt. Die Firma bekam von Apple einen Vorschuss in Höhe von 578 Millionen Dollar für den Kauf von Ausrüstung für ein Werk im Bundesstaat Arizona. Damals hieß es, das Geld solle von 2015 an zurückgezahlt werden. Jetzt erklärte GT Advanced, man habe zum Stichtag am 30. September lediglich Bargeldreserven von rund 85 Millionen Dollar gehabt.

cis/dpa

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movfaltin 06.10.2014
1. Hmm
Vielleicht doch besser höchstens das Design für Apple-Produkte in den Staaten belassen. Handwerk ist etwas fordernd, und auch gewissenhafte BWL erfordert eine gewisse Abwesenheit von Dyskalkulie. Mit einer Verlagerung des Firmensitzes könnte Apple nicht nur noch mehr Steuern sparen, sondern eben auch die armen Menschen von Bangladesch bis Taiwan direkt unterstützen.
olaf_olafson 06.10.2014
2. Ich verstehe den Sinn Ihres Beitrags nicht
Zitat von movfaltinVielleicht doch besser höchstens das Design für Apple-Produkte in den Staaten belassen. Handwerk ist etwas fordernd, und auch gewissenhafte BWL erfordert eine gewisse Abwesenheit von Dyskalkulie. Mit einer Verlagerung des Firmensitzes könnte Apple nicht nur noch mehr Steuern sparen, sondern eben auch die armen Menschen von Bangladesch bis Taiwan direkt unterstützen.
Was hat der Zustand eines Zulieferers mit Apples Firmenstandort zu tun? Zum Thema: Die Insolvenz macht unter Umständen durchaus Sinn, weil der besagte Zulieferer erst vor kurzem durch Apple einen Auftrag erhalten hat, der das Produktionsvolumen verzigfacht. Dadurch sind massive Investitionen notwendig. Da sich die Investitionen aber mit ziemlicher Sicherheit auszahlen werden, macht es für die Firma durchaus Sinn die Schuldenrückzahlungen durch eine geplante Insolvenz erstmal auszusetzen. Die Saphirglas-Produktion wird in den nächsten Jahren um ein vielfaches anwachsen. Sobald die Kapazitäten ausreichen und die Produktionskosten entsprechend sinken, werden als nächstes iPhone-Bildschirme folgen. Andere Firmen werden dann nachziehen. P.S.: Im Artikel kommt es so rüber als ob nur die teuersten Ausführungen der Apple Watch (18 Karat Gold) mit Saphir kommen. Das stimmt nicht. Die Standard-Ausführung aus Edelstahl kommt auch mit Saphir. Nur die Aluminium-Sportwatch verwendet anderes Glas.
n.r.g.mecklenburg 06.10.2014
3. Eigentlich...
sollte man als Zulieferer von Apple ein sicheres Pferd reiten. Dennoch ist diese Abhängigkeit tueckisch, da man von Absatz Apples und deren technische Entwicklung abhängt. Eine zukunftsweisende Investionspolitik ist nur minimal möglich. Wie es allerdings zur Insolvenz gekommen ist? Da muss man wohl mindestens fünf Jahre zurückblicken, denn so etwas passiert nicht so schnell.
master-of-davinci 06.10.2014
4. Häh?
Zitat von olaf_olafsonWas hat der Zustand eines Zulieferers mit Apples Firmenstandort zu tun? Zum Thema: Die Insolvenz macht unter Umständen durchaus Sinn, weil der besagte Zulieferer erst vor kurzem durch Apple einen Auftrag erhalten hat, der das Produktionsvolumen verzigfacht. Dadurch sind massive Investitionen notwendig. Da sich die Investitionen aber mit ziemlicher Sicherheit auszahlen werden, macht es für die Firma durchaus Sinn die Schuldenrückzahlungen durch eine geplante Insolvenz erstmal auszusetzen. Die Saphirglas-Produktion wird in den nächsten Jahren um ein vielfaches anwachsen. Sobald die Kapazitäten ausreichen und die Produktionskosten entsprechend sinken, werden als nächstes iPhone-Bildschirme folgen. Andere Firmen werden dann nachziehen. P.S.: Im Artikel kommt es so rüber als ob nur die teuersten Ausführungen der Apple Watch (18 Karat Gold) mit Saphir kommen. Das stimmt nicht. Die Standard-Ausführung aus Edelstahl kommt auch mit Saphir. Nur die Aluminium-Sportwatch verwendet anderes Glas.
"Der besagte Zulieferer"... hat im Vorfeld einen Vorschuss von fast 600 Millionen Dollar bekommen, (Worüber übrigens überall postuliert wurde, Apple hätte die Fabrik gekauft! - Pustekuchen) und kann nun nicht mit den Rückzahlungen beginnen? Es geht hier doch wohl um zwei völlig verschiedene Dinge. 1.) Was kümmert die, die Geld zu bekommen haben welchen Deal die mit Apple haben? Sie schulden Geld und Zahlen nicht - dass soll Sinn machen? 2.) Der "Vorschuss" von Apple könnte allerdings die Ursache für die Insolvenz sein - Wenn GT den Vorschuss verbraten hat + zusätzlich Schulden machte, weil man evtl. von einem früheren Erscheinen der AppleWach ausging, dann würde es mal wieder (ja, das passiert leider zu oft bei Zulieferern von Apple, wenn sie nur wegen eines Versprechens (ohne Vertragliche Zusicherung) investieren.) einen "Unschuldigen" treffen. 3.) Ob sich der Apple-Deal für GT auszahlt steht in den Sternen. GT ist nicht Foxconn die die Preisschraube von Apple an die billigen Arbeitskräfte in China weitergeben kann. Viel investieren, know how schaffen (was sie mit Apple teilen MÜSSEN), irgendwann dem Preisdruck nicht mehr standhalten können und Apple lässt dann von Foxconn & Konsorten mit dem "gekauften" Know How billig Produzieren... Business as usual at Apple Inc.
rudelq 07.10.2014
5. Mit der Insolvenz
könnte die Firma den Weg frei machen für eine Übernahme von Apple. Wäre auch was dran ;-)
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