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Einheitliche Elektronik: EU-Parlament will Standard für Handy-Ladegeräte durchsetzen

Handy-Ladekabel verschiedener Hersteller: Die EU will sie vereinheitlichen Zur Großansicht
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Handy-Ladekabel verschiedener Hersteller: Die EU will sie vereinheitlichen

Seit Jahren wird um einen Standard gerangelt, jetzt soll er endlich eingeführt werden: Das EU-Parlament will die Ladegeräte für Mobiltelefone in Europa vereinheitlichen. Den Kunden soll das Gesetz Kosten und Chaos ersparen, der Umwelt Tausende Tonnen Elektronikmüll.

Straßburg - Ab 2017 sollen sich Handys und Tablets mit einheitlichen Ladegeräten aufladen lassen. Eine entsprechende Gesetzesvorlage hat das EU-Parlament am Donnerstag mit überwältigender Mehrheit beschlossen. Nun sollen Hersteller wie Nokia, Sony, Apple, Motorola und Samsung in drei Jahren einen einheitlichen Stecker für Handys, Tablets und Smartphones auf den Markt bringen.

Bis zur heutigen Entscheidung war es ein langer Weg. Schon 2009 hatten die Hersteller einen einheitlichen Standard für Ladekabel einführen wollen, allerdings war dieser Vorstoß der Industrie nicht wirklich freiwillig. Die Branche wollte mit ihrer Initiative einer gesetzlichen Regelung zuvorkommen.

Aus der für 2010 geplanten Einführung des Micro-USB-Standards, auf den sich die meisten Firmen geeinigt hatten, wurde letztlich nichts. Denn auch wenn einige Firmen längst den kleinen USB-Stecker verwenden, gibt es nach wie vor Ausnahmen. Apple beispielsweise setzt auf ein ganz eigenes System.

Eine klare Vorgabe, wie der neue Stecker aussehen soll, was er können oder wie er technisch beschaffen sein soll, liefert die Entscheidung vom Donnerstag nicht. Die EU-Kommission soll zusammen mit den Herstellern in den kommenden Monaten über ein technisch optimales Format beraten.

51.000 Tonnen Elektromüll

Für Verbraucher könnte die Einführung des geplanten Standards eine erhebliche Erleichterung bedeuten. Sie können Geld sparen, wenn sie für ein neues Handy kein weiteres Ladegerät anschaffen müssen.

Der Umwelt erspart die Vereinheitlichung einer Pressemitteilung des EU-Parlaments zufolge Tausende Tonnen Elektromüll. "So können wir zu Hause Kabelsalat und in der Umwelt 51.000 Tonnen Elektromüll pro Jahr vermeiden", sagte die SPD-Abgeordnete Barbara Weiler. Nach Schätzungen der EU-Kommission haben immerhin schon 90 Prozent aller neuen Telefone ab 2013 Netzteile, die auch Akkus anderer Geräte aufladen können.

Der Gesetzentwurf muss noch formal vom Rat verabschiedet werden. Die Mitgliedstaaten müssen die Vorschriften innerhalb von zwei Jahren in nationales Recht umsetzen. Den Herstellern bleibt dann noch ein Jahr Zeit, sich auf die verbindliche Anwendung der neuen Vorschriften vorzubereiten.

mak/dpa

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insgesamt 65 Beiträge
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1. Wie innovativ!
lan_core 13.03.2014
Die meisten stecker holt die obsoleszenz ein, bevor sie nicht mehr benötigt werden. Apple ist da sehr schlimm mein lighting stecker hat nach einem jahr normaler benutzung ziemliche materialschäden davon getragen, und zwar an der isolierung wie auch am kabel selbst. Apropos apple: mal sehen wie die sich gegen diesen konzern durchsetzen wollen^^
2. Bevormundung durch die EU
Gorganox 13.03.2014
Das ist doch völlig unnötig. Es sollte in der Freiheit der Unternehmen liegen welchen Stecker sie benutzen. Mit der Bevormundung durch die EU werden lediglich Innovationen unterdrückt, da somit die Firmen keine anreitze mehr haben ihre Anschlüsse zu verbessern. Und dass damit der Verbraucher Geld spart ist genauso falsch, denn die Anschlüsse werden zu jeden Handy mitgeliefert, weil es sonst nicht benutzt werden könnte.
3. Ich verstehe das Problem nicht.
tam_venceremos 13.03.2014
Wenn man sich ein neues Handy/Smartphone/Tablet holt, erhält man vom Hersteller IMMER ein passendes Ladekabel dazu. Ich persönlich hatte schon immer ein Micro USB Kabel, beziehungsweise inzwischen 5. Das eigentliche Problem ist, dass nur noch 2 davon funktionieren, obwohl einige nicht älter als 2 Jahre sind. DAS verursacht Elektroschrott, nicht unterschiedliche Kabel.
4. Verstehe ich nicht..
fugidabaudit 13.03.2014
mit Ausnahme von Apple werden doch heute fast alle Handys mit Mikro-USB-Schnittstelle ausgeliefert. Mittlerweile hat doch fast jeder Haushalt (mit Smartphone) auch so ein Kabel rumzuliegen. Außer Apple-User eben. Aber Apple wird eh niemand zwingen können sein Steckersystem mit anderen anzugleichen. Fehlt ja gerade noch, dass sich jetzt auf noch ein neues System geeinigt wird und alle Nutzer wieder umsatteln müssen. Davon mal abgesehen bezweifle ich die Wirksamkeit dieser Regulierung. Sollen Smartphones und andere Geräte denn künftig ganz ohne Ladekabel ausgeliefert werden? Anonsten würde die Anzahl der Kabel ja nicht abnehmen..
5. Wenn Standard, dann microUSB
suchenwi 13.03.2014
De facto ist es das ja schon. Die letzten 4 Kleingeräte, die ich in den vergangenen Jahren gekauft habe, akzeptieren alle (micro)USB für Stromversorgung und Datenübertragung: - 2 Handys, Sony Xperia X2 und Huawei Y300 - Tablet: TrekStor Breeze - Winzigrechner: Raspberry Pi. Entsprechend weniger Kabel und Netzteile brauche ich. Wenn letztere noch via normal-USB verbunden sind, kann ich Kleingeräte auch noch via PC oder Autoradio aufladen... Jede andere Entscheidung als microUSB wäre ein großer Fehler.
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