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Handy statt Bargeld: Starbucks führt Bezahlung per Smartphone ein

Die US-Kaffeehauskette Starbucks wagt sich erneut nach vorn. Kaffee-Käufer sollen ihr Heißgetränk ab sofort auch per Smartphone bezahlen können. Dafür verwendet der Konzern eine vergleichsweise altbackene Technik - weil für die Hightech-Methode noch die passenden Handys fehlen.

Starbucks-App: Die Rechnung per Strichcode begleichen Zur Großansicht

Starbucks-App: Die Rechnung per Strichcode begleichen

Das Handy als Hightech-Geldbörse. Versprochen haben das schon viele, umgesetzt wurde es bisher nur in wenigen Pilotprojekten. Das leidige Dauerproblem: Handy-Hersteller bauen die nötige Technik nicht ein, weil es dafür mangels Anwendungsmöglichkeiten keine Nachfrage gibt. Und der Einzelhandel führt keine entsprechenden Kassensysteme ein, weil ja niemand passende Handys hätte. Die US-Kaffeehaus-Kette Starbucks durchtrennt jetzt diesen Knoten. In den USA soll man seinen Kaffee bei Starbucks ab Mittwoch landesweit per Smartphone bezahlen können, ohne Spezialtechnik, einfach per App.

Der Bezahlvorgang wird dabei allerdings etwas anders aussehen, als es sich die Zukunftsforscher vorgestellt haben. Statt das Handy an einem Lesegerät vorbei zu schwenken und per Funk zu zahlen, müssen Starbucks-Kunden den Bildschirm ihres Mobiltelefons auf einen Barcode-Scanner legen. Der liest davon einen Strichcode ab, in dem die Bezahlinformationen abgelegt sind.

Möglich ist das mit kostenlosen Apps für iPhones, Blackberrys und dem iPod touch. Eine Version der Bezahlsoftware für Android-Handys sei geplant, lässt das Unternehmen verlauten, ohne ein Veröffentlichungsdatum zu nennen. Die Apps selbst funktionieren nach dem Prepaid-Prinzip: Per Paypal oder Kreditkarte lädt man ein Guthaben auf seinen Account, von dem der jeweilige Rechnungsbetrag an der Scannerkasse abgezogen wird.

Quasi nebenbei kann man die Ortungsfunktionen des Handys auch nutzen, um sich von der App unterwegs zeigen zu lassen, wo der nächste Starbucks ist. Zur Kundenbindung ist zudem Starbucks Bonus-System integriert, mit dem sich Stammkunden kostenlose Getränke verdienen können, indem sie genug kostenpflichtige Getränke kaufen.

NFC kommt zu spät

Dass Starbucks das Bezahlen per Handy mit einer so pragmatischen Lösung einführt, statt gleich auf die Kurzstreckenfunk-Technik NFC (Near Field Communication) hat einen einfachen Grund: Zwar ist NFC seit Jahren als Technik der Wahl für elektronische Bezahlsysteme im Gespräch, Handys mit NFC-Chip sind aber noch Mangelware. Zwar hat das Google-Handy Nexus S bereits einen solchen Chip eingebaut, doch ist dessen Verbreitung noch minimal.

Ein ähnliches Bild bietet Nokia. Der finnische Konzern will ab 2011 alle neuen Smartphones mit NFC ausrüsten, hat einen solchen bereits in das Modell C7 eingebaut. Bisher aber ist von NFC-Handys im Massenmarkt nichts zu sehen. Sollte sich das ändern, will Starbucks auch NFC als Bezahlmöglichkeit anbieten.

Nie ohne Handy

Bis sich das ändert wollte der Kaffee-Anbieter aber nicht warten. Schließlich nutzen dem Unternehmen zufolge bereits ein Drittel seiner Kunden ein Smartphone. Viele dieser Kunden sollen bereits Interesse an einer Bezahlmöglichkeit über ihr Handy signalisiert haben, Starbucks rennt mit seinem System also offene Türen ein.

Nebenbei profitiert aber auch der Kaffee-Konzern von den bargeldlos bezahlenden Kunden. Test hätten ergeben, dass von allen möglichen Bezahlmethoden die Starbucks-App die schnellste ist, sagte Starbucks-Manager Brady Drewer. Das verkürzt die Warteschlangen, maximiert den möglichen Umsatz und stärkt die Kundenbindung. Ein positiver Nebeneffekt ist, dass Starbucks-Kunden auch dann einen Kaffee bekommen können, wenn sie ihr Portemonnaie vergessen haben. Denn Bargeld scheint für viele Kaffeekäufer ohnehin ein Problem zu sein, da die laut Starbucks zwar öfter mal ohne Geldbörse, jedoch nie ohne Handy unterwegs sind.

mak

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insgesamt 34 Beiträge
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1. Einführung in Deutschland
Holzflieger 19.01.2011
Wann kommt dieser Service nach Deutschland?? Die Art und Weise mit dem Smartphone zu bezahlen- selbst wenn es nur eine Prepaid-App ist sollte sich weiter verbreiten, is doch einfacher Guthaben auf eine App zu übertragen, als immer zum Geldautomat rennen zu müssen um Bargeld zu haben.
2.
cor 19.01.2011
Zitat von HolzfliegerWann kommt dieser Service nach Deutschland?? Die Art und Weise mit dem Smartphone zu bezahlen- selbst wenn es nur eine Prepaid-App ist sollte sich weiter verbreiten, is doch einfacher Guthaben auf eine App zu übertragen, als immer zum Geldautomat rennen zu müssen um Bargeld zu haben.
Schon Bald. Schon einige der neuen Smartphone Modelle 2011 werden mit NFC ausgestattet sein. Von einer reinen Prepaid-App halte ich aber nicht viel, obwohl das für einige bestimmt Sinn macht. Viel wichtiger wäre ein App, die mit beliebigen Konten verknüpfbar ist und mit der man überall, wo ein NFC Terminal ist, jegliche Waren oder Services bezahlen kann. Um Bargeld oder Debit/Creditcards werden Sie aber auch in naher Zukunft nicht verzichten können. Es wird noch dauern, bis NFC derart verbreitet ist, dass man darauf gänzlich verzichten könnte.
3. SchlagzeilenHilfeRSSNewsletterMobilWetter
Shane 19.01.2011
Ich warte auf den ersten Foristen, der sich beschwert, dass die CIA jetzt meinen Kaffeekonsum überwachen kann.
4. ....
Usambaras 19.01.2011
Die Welt wird immer kränker. Da kommt eine amerikanische "Kaffee"hauskette mit Wahnsinnskapitalstock im Rücken an, verdrängt weltweit lokal angestammte Familienbetriebe, deren Gewinne vor Ort und somit im lokalen Wirtschaftskreislauf verbleiben würden, bietet vollkommen überteuerte Produkte an, deren Geschmacksniveau nicht ansatzweise der Kaffee-Qualität früherer Zeiten entspricht und möchte die Kunden über kurz oder lang dann auch noch dazu zwingen, bargeldlos mit Geräten zu zahlen, für deren Bestandteile in Zentral-Afrika dreckigste Bürgerkriege geführt werden. Ekelhaft.
5. Chip auf Karte
Hercules Rockefeller, 19.01.2011
Warum macht man es so kompliziert? Jeder Bürger der westlichen Welt hat doch entweder eine EC-Karte und/oder eine Kreditkarte-je nach Region. Da wäre es doch die einfachste und kostengünstigste, als auch schnellste Möglichkeit, einfach auf neue Bank- oder Kreditkarten diesen ominösen Funkchip draufzupappen. Da braucht niemand ein mehrere hundert Euro teures Handy, keine Prepaidkarten kaufen, die Abrechnung erfolgt transparent über die vorhandenen Konten und keiner muss sich umgewöhnen-einfach Karte schwenken, statt stecken und PIN/Unterschrift. Wirklich, Handies sind toll, aber es muss doch nicht alles über diese Geräte laufen. Vor allem, wie soll man den Sperrservice anrufen, wenn einem das Bezahlhandy geklaut wurde? Das es in naher Zukunft noch Telefonzellen oder Festnetzanschlüße geben wird, bezweifle ich nämlich. Ich jedenfalls werde nicht hunderte Euro ausgeben, damit ich bei Starbucks nen Kaffe für 2€ kaufen kann.
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Handy-Anwendungen
Apps
Sogenannte Apps (Applications) sind Software-Anwendungen, die zusätzlich gekauft und dann auf entsprechend ausgestatteten Handys installiert werden können. Sie reichen von der Wasserwaage über Spiele bis hin zu Navigationssystemen fürs Mobiltelefon.
Apple App-Store
Der App-Store der Apple Inc. ist ein Portal, auf dem Programme und Spiele aus dem iTunes-Store für das iPhone heruntergeladen werden können. Der Mac-Bauer war bei diesem Thema Vorreiter. Nach Konzernangaben wurden bereits mehrere Milliarden Programme aus dem App-Store heruntergeladen.
Nokias Ovi-Store
REUTERS
Seit Ende Mai 2009 gibt es auch von Nokia ein Portal, das eine Vielzahl von Programmen für Handys bietet. Im Nokia Ovi-Store können Kunden sich Spiele, Navigationskarten und Nachschlagewerke auf ihre Handys laden. Auch für den Ovi Store können sich externe Entwickler registrieren und versuchen, dort Software anzubieten.
Blackberry App World
Die Blackberry App World ist ebenfalls ein Pendant zum App-Store von Apple. Es ist ein vom Hersteller RIM betriebenes Software-Portal, in dem sich jeder Blackberry Nutzer Software kaufen kann. Die soll dann auf jedem Blackberry-Smartphone mit OS-Version 4.2 und allen folgenden sowie auf allen Geräte mit Trackball oder Touchscreen laufen. Ähnlich wie beim App-Store kann auch bei Blackberry jeder, der sich dort als solcher anmeldet, theoretisch Entwickler einer Handy-Anwendung werden.
Android Market
AP
Android ist ein Handy-Betriebssystem von Google. Aktuell gibt es im Android Market genannten Downloadshop Zehntausende Anwendungen. Auch hier kann theoretisch jeder eigene Programme entwerfen und anderen Nutzern kostenlos oder zum Kauf zur Verfügung stellen - vorausgesetzt, er registriert sich zunächst als Entwickler.


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