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Handy-Übernahme Motorola-Kauf macht Google zum Alleskönner-Konzern

Motorola-Tablet Xoom: Google komplettiert seine WunschlisteZur Großansicht
AFP

Motorola-Tablet Xoom: Google komplettiert seine Wunschliste

2. Teil: Warum kauft Google Motorola?

Die kurze Antwort lautet: Google Chart zeigen will noch ein bisschen mehr wie Apple sein. Vielleicht nicht was Unternehmenskultur und Produktimage angeht. Aber doch zumindest in Sachen Geschäftsmodell. Einmal mehr zeigt sich hier eine Strategie, die im Grunde alle Giganten der internationalen Konsumenten-IT inzwischen eint: Egal ob Google, Amazon Chart zeigen, Microsoft Chart zeigen, Apple Chart zeigen oder Sony Chart zeigen - alle haben die gleiche Wunschliste:

  • Zugriff auf einzelne Nutzer über Hard- oder Software; am besten beides.
  • Ein Onlineshop für digitale Medieninhalte und Spiele.
  • Ein eigenes digitales Zahlungssystem.
  • Erhebung möglichst umfangreicher Nutzungsdaten zur optimalen Anpassung von Werbung und Marketing.
  • Am liebsten natürlich eine Suchmaschine.
  • Ein eigenes soziales Netzwerk, um das Gefüge der eigenen Kundschaft abbilden zu können und Marketing und Werbung entsprechend zu verfeinern.

Kurz: Es geht darum, die komplette digitale Vertriebskette zu kontrollieren, den Markt für digitale Information, Unterhaltung und Navigation vollständig unter dem eigenen Dach bedienen zu können.

Durch den Erwerb von Motorola komplettiert Google nun diese Wunschliste: Mit Android, Motorola, Google Books, Google Music Beta, YouTube und dem Android Market als Online-Mediatheken, dem Bezahldienst Google Checkout, den enorm umfassenden Kundendaten, die Nutzer von Googlemail und anderen Diensten hinterlassen, Google Search und dem Social Network Google+ hat der Konzern an allen wichtigen Punkten das Häkchen gesetzt.

Da kann Google-Chef Larry Page noch so intensiv beteuern, man habe vor, Motorola als "getrenntes Geschäft" weiterzubetreiben, und die übrigen Android-Partner - insgesamt 39 Hersteller, darunter HTC und Samsung - seien "genauso begeistert wie wir selbst" von dem Kauf. Klar ist: Hier entsteht ein neuer integrierter Konzern. Apple fehlt die Suchmaschine, Microsoft die Hardware-Plattform, Amazon hat da bislang nur den Kindle aufzubieten (aber das wird sich bald ändern). Und allen dreien fehlt ein funktionierendes Social Network.

Google dagegen hat nunmehr alle strategischen Positionen besetzt, die der Konzern braucht, um die digitale Zukunft nachhaltig zu dominieren. Ob das die Kartellwächter auf den Plan rufen wird, bleibt abzuwarten. Google-Justitiar David Drummond gab sich zuversichtlich, dass zu erwartende Prüfungen des Deals in den USA und Europa für Google glimpflich ausgehen würden.

Google selbst nennt noch einen anderen Grund. Spitzenmanager des Konzerns verweisen in einer Konferenzschaltung nach Bekanntgabe des Deals auf die Patentkriege, die den Mobilfunkmarkt seit Jahren beuteln, und die sich seit dem Markteintritt von Android noch verschärft haben. Das Android-Ökosystem werde "von einigen Unternehmen bedroht", sagte auch Drummond, und man werde es verteidigen - auch mit Hilfe der vielen tausend Patente, die der Branchenveteran Motorola mit in die Ehe bringt.

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insgesamt 94 Beiträge
mdhp 15.08.2011
Apple hat weder den Touchscreen noch die Bedienung von Programmen auf einem Smartphone erfunden! Auch wenn ich die Leistung Apples damit nicht schmälern will, aber die ewigen Lobpreisungen von Dingen, die Apple nicht erfunden [...]
Apple hat weder den Touchscreen noch die Bedienung von Programmen auf einem Smartphone erfunden! Auch wenn ich die Leistung Apples damit nicht schmälern will, aber die ewigen Lobpreisungen von Dingen, die Apple nicht erfunden hat, nerven. Apple war sicherlich das Unternehmen, welches den größten Erfolg hatte.
zephyroz 15.08.2011
... und damit ist dieser Deal ein interessanter. Im Prinzip hat ja auch Microsoft Nokia übernommen, denn eigene Manager sind schon installiert und die Partnerschaft ist wohl mehr als das. Microsoft hat ja auch einiges springen [...]
... und damit ist dieser Deal ein interessanter. Im Prinzip hat ja auch Microsoft Nokia übernommen, denn eigene Manager sind schon installiert und die Partnerschaft ist wohl mehr als das. Microsoft hat ja auch einiges springen lassen. Gefährlich für uns Nutzer ist allerdings, daß alles amerikanische Firmen sind, die den Begriff Privatsphäre nur aus dem Märchenbuch kennen. Wir müssen die uns eigene Bequemlichkeit schon zügeln, denn attraktive integrierte Angebote werden nicht lange auf sich warten lassen. Schade, daß sich europäische Konzerne schon seit langer langer Zeit aus dem Geschäft mit mobile devices verabschiedet haben. PS: @mdhp: Es spielt keine Rolle, wer was erfunden hat. Apple hat eben als erster verstanden ein Gerät aus einem Guß und mit einer benutzerfreundlichen und leicht zugänglichen Bedienung zu erschaffen. Die Abstimmung erfolgt nicht in Tekkiezirkeln, sondern am Ladentisch.
husthust 15.08.2011
sind doch so was schönes um ewig in der Steinzeit zu bleiben. Mein HP Laptop konnte schon Mulittouch da war Apple noch als Apfelsamen im Boden.
sind doch so was schönes um ewig in der Steinzeit zu bleiben. Mein HP Laptop konnte schon Mulittouch da war Apple noch als Apfelsamen im Boden.
bibpus 15.08.2011
Und nach dem Kapitalismus kommt der Imperialismus. Aber um so größer Systeme werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann implodieren. Es ist nur eine Frage der Zeit.
Zitat von sysopWeb-Suche,*E-Mail,*Social Network, Downloadshops - und jetzt auch noch Handys: Als erster Internetgigant*kann*Google nach der Übernahme von Motorola ein digitales*Rundum-Angebot präsentieren. Der Deal könnte die Machtverhältnisse im Mobilfunkgeschäft fundamental verschieben. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,780335,00.html
Und nach dem Kapitalismus kommt der Imperialismus. Aber um so größer Systeme werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann implodieren. Es ist nur eine Frage der Zeit.
fromage blanc 15.08.2011
So ziemlich alle Produkte und Technologien die Apple als neu und revolutionär bezeichnet sind in den vorherigen Jahrzehnten schon 'erfunden' worden. Ebenso sind die Apple Produkte Hard- und Softwaretechnisch unterlegen. Was [...]
So ziemlich alle Produkte und Technologien die Apple als neu und revolutionär bezeichnet sind in den vorherigen Jahrzehnten schon 'erfunden' worden. Ebenso sind die Apple Produkte Hard- und Softwaretechnisch unterlegen. Was Apple aber definitiv hat ist eine exzellente Marketingabteilung, Sinn für Einfachheit, Nutzerfreundlichkeit, etc. ...
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Marktanteile der Tech-Riesen
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications


Google
Reuters
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.




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