Handy-Übernahme: Motorola-Kauf macht Google zum Alleskönner-Konzern

Von , und

Web-Suche, E-Mail, Social Network, Download-Shops - und jetzt auch noch Handys: Als erster Internetgigant kann Google nach der Übernahme von Motorola ein digitales Rundum-Angebot präsentieren. Der Deal könnte die Machtverhältnisse im Mobilfunkgeschäft fundamental verschieben.

Motorola-Tablet Xoom: Google komplettiert seine Wunschliste Zur Großansicht
AFP

Motorola-Tablet Xoom: Google komplettiert seine Wunschliste

Hamburg - Wenn die IT-Sensationsnachricht des Tages " Google kauft Motorolas Handysparte" eines deutlich macht, dann dies: Die Machtverhältnisse zwischen Hardware- und Software-Hersteller in diesem noch immer ziemlich jungen Markt haben sich dramatisch verschoben. Erst vor kurzem tat sich Nokia, einst der wichtigste Handy-Hersteller der Welt, mit dem Software-Haus Microsoft zusammen - auf allen Nokia-Smartphones soll künftig Windows Phone 7 laufen. Und nun kauft der Suchmaschinenkonzern Google den Handybauer Motorola, ehemals Hersteller des ersten käuflich erhältlichen Mobiltelefons.

Zu verdanken hat die ganze Branche diese Verschiebung der Kräfte dem Emporkömmling Apple. Dessen Chef Steve Jobs hat mit dem iPhone und seinem berührungsempfindlichen Bildschirm die Software an die Oberfläche des Handys geholt. Google hat diese Idee mit seinem eigenen Handy-Betriebssystem aufgegriffen und sie für einen breiteren Markt zugänglich gemacht. Mit Herstellern wie HTC und Samsung fand Google Partner, die attraktive Smartphones bauen können, die teils deutlich preiswerter sind als Apples Vorzeigegerät.

Tatsächlich war auch Motorola Mobility Systems längst vollständig auf Android umgestiegen: Nachdem der Hersteller mit dem Droid eines der ersten wirklich populären Android-Geräte gebaut hatte, setzte das Unternehmen komplett auf das Google-Betriebssystem. Auch Motorolas erster Tablet-Rechner, Xoom, läuft mit einer Android-Variante.

Warum aber kauft Google nun den Hardware-Hersteller? Was bedeutet der Deal für die Konkurrenten, was für Android-Partner? Und was bringt Motorola mit in die Ehe? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der Übernahme, die das Mobilfunk-Business umkrempeln könnte.

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 94 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Apple
mdhp 15.08.2011
Apple hat weder den Touchscreen noch die Bedienung von Programmen auf einem Smartphone erfunden! Auch wenn ich die Leistung Apples damit nicht schmälern will, aber die ewigen Lobpreisungen von Dingen, die Apple nicht erfunden hat, nerven. Apple war sicherlich das Unternehmen, welches den größten Erfolg hatte.
2. Konkurrenz belebt das Geschäft ...
zephyroz 15.08.2011
... und damit ist dieser Deal ein interessanter. Im Prinzip hat ja auch Microsoft Nokia übernommen, denn eigene Manager sind schon installiert und die Partnerschaft ist wohl mehr als das. Microsoft hat ja auch einiges springen lassen. Gefährlich für uns Nutzer ist allerdings, daß alles amerikanische Firmen sind, die den Begriff Privatsphäre nur aus dem Märchenbuch kennen. Wir müssen die uns eigene Bequemlichkeit schon zügeln, denn attraktive integrierte Angebote werden nicht lange auf sich warten lassen. Schade, daß sich europäische Konzerne schon seit langer langer Zeit aus dem Geschäft mit mobile devices verabschiedet haben. PS: @mdhp: Es spielt keine Rolle, wer was erfunden hat. Apple hat eben als erster verstanden ein Gerät aus einem Guß und mit einer benutzerfreundlichen und leicht zugänglichen Bedienung zu erschaffen. Die Abstimmung erfolgt nicht in Tekkiezirkeln, sondern am Ladentisch.
3. Softwarepatente
husthust 15.08.2011
sind doch so was schönes um ewig in der Steinzeit zu bleiben. Mein HP Laptop konnte schon Mulittouch da war Apple noch als Apfelsamen im Boden.
4. Allmacht GOOGLE
bibpus 15.08.2011
Zitat von sysopWeb-Suche,*E-Mail,*Social Network, Downloadshops - und jetzt auch noch Handys: Als erster Internetgigant*kann*Google nach der Übernahme von Motorola ein digitales*Rundum-Angebot präsentieren. Der Deal könnte die Machtverhältnisse im Mobilfunkgeschäft fundamental verschieben. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,780335,00.html
Und nach dem Kapitalismus kommt der Imperialismus. Aber um so größer Systeme werden, desto höher die Wahrscheinlichkeit, dass sie irgendwann implodieren. Es ist nur eine Frage der Zeit.
5. ...
fromage blanc 15.08.2011
So ziemlich alle Produkte und Technologien die Apple als neu und revolutionär bezeichnet sind in den vorherigen Jahrzehnten schon 'erfunden' worden. Ebenso sind die Apple Produkte Hard- und Softwaretechnisch unterlegen. Was Apple aber definitiv hat ist eine exzellente Marketingabteilung, Sinn für Einfachheit, Nutzerfreundlichkeit, etc. ...
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Netzwelt
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Gadgets
RSS
alles zum Thema Google
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 94 Kommentare

Marktanteile der Tech-Riesen
Suchmaschinen (Desktop)
Google 75,68%
Baidu 11,95%
Yahoo 5,92%
Bing 4,24%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Suchmaschinen (Mobil)
Google 88,35%
Yahoo 6,63%
Baidu 3,34%
Bing 1,08%
Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Desktop)
Microsoft Internet Explorer 58,35%
Firefox 23,72%
Chrome (Google) 11,50%
Safari (Apple) 4,15%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Browser (Mobil)
Safari (Apple) 54,03%
Opera Mini 21,42%
Android Browser 12,74%
Symbian 6,89%
*weltweiter Marktanteil, erhoben auf der Webbrowser-Angabe, Stand: Januar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Desktop)
Windows 91,92%
Mac 6,92%
Linux 1,16%
*weltweit, erhoben auf der Webbrowser-Angabe zum user-agent Stand: Februar 2012, Quelle: Net Applications
Betriebssysteme (Mobil)
Android (Google) 49,7
iOS (Apple) 30,1
Symbian 6,9
RIM 2,1
Nokia 1,8
andere 9,4
Marktanteil an Smartphone-Betriebsystemen im März 2011 in Deutschland (%). Quelle: InMob Mobile Insights, Basis der Auswertung sind 518,7 Millionen inMobi-Werbeeinblendungen auf Mobilgeräten in Deutschland im März 2011 und 470,3 Millionen Werbeeinblendungen im Januar
Werbung
Umsatz gesamt* Umsatz Google* Anteil Google (in %)
Internet 72,842 36,531 50,15
Magazine 43,122 0
TV 184,29 0
Zeitungen 91,495 0
gesamt 458,385 36,531 7,97
*Werbeumsätze 2011, weltweit in Mrd. Dollar, veröffentlicht von ZenithOptimedia 15. März 2012, Googles Werbeumsatz im Jahr 2011
Webnutzer
Angebot Unique Visitors (Mio.) Ø-Stunden
Webnutzer gesamt 366,8 26,75
Google 333,4 3.,14
Microsoft 270,8 3,22
Facebook 240,0 5,43
Wikimedia 161,3 0,22
Yahoo 141,0 1,23
eBay 107,6 0,99
Amazon 91,4 0,27
Top 30 Online Portale in Europa nach Gesamtzahl der Unique Visitors. Mai 2011, Internetnutzer in Europa, Alter 15+, Zuhause und am Arbeitsplatz; Quelle: comScore Media Metrix

Google
Der Konzern
Reuters
Google wurde 1998 von den Studenten Sergey Brin und Larry Page gegründet und ging ein Jahr später online. 2010 machte die Firma mit ihren rund 20.000 Angestellten einen Umsatz von mehr als 29 Milliarden Dollar. Unterm Strich blieben davon 8,5 Milliarden Dollar als Gewinn übrig. Die dominierende Stellung im Markt für Online-Werbung sorgt für ein attraktives Geschäftsmodell, birgt aber auch die Gefahr der extremen Abhängigkeit von nur einer Ertragsquelle. Immerhin 96 Prozent der Einnahmen erzielte Google im vergangenen Jahr mit Werbung.
Die Geschäftsfelder
Google hat im Laufe der Jahre zahlreiche Unternehmen übernommen - so etwa 2006 die Videoplattform YouTube und 2007 den Online-Vermarkter Doubleclick. Gleichzeitig hat die Firma ihre Geschäftstätigkeit auch selbst ausgebaut, zum Beispiel mit dem Dienst Google Street View oder dem E-Mail-Anbieter Google Mail.
Produkte, die Google nie veröffentlichen wollte

Zitate starten: Klicken Sie auf den Pfeil



Anzeige
  • Christian Stöcker:
    Spielmacher

    Gespräche mit Pionieren der Gamesbranche.

    Mit Dan Houser ("Grand Theft Auto"), Ken Levine ("Bioshock"), Sid Meier ("Civilization"), Hideo Kojima ("Metal Gear Solid") u.v.A.

    SPIEGEL E-Book; 2,69 Euro.

  • Einfach und bequem: Direkt bei Amazon kaufen.