Von Ole Reißmann, Christian Stöcker und Matthias Kremp
Hamburg - Wenn die IT-Sensationsnachricht des Tages " Google kauft Motorolas Handysparte" eines deutlich macht, dann dies: Die Machtverhältnisse zwischen Hardware- und Software-Hersteller in diesem noch immer ziemlich jungen Markt haben sich dramatisch verschoben. Erst vor kurzem tat sich Nokia, einst der wichtigste Handy-Hersteller der Welt, mit dem Software-Haus Microsoft zusammen - auf allen Nokia-Smartphones soll künftig Windows Phone 7 laufen. Und nun kauft der Suchmaschinenkonzern Google den Handybauer Motorola, ehemals Hersteller des ersten käuflich erhältlichen Mobiltelefons.
Zu verdanken hat die ganze Branche diese Verschiebung der Kräfte dem Emporkömmling Apple. Dessen Chef Steve Jobs hat mit dem iPhone und seinem berührungsempfindlichen Bildschirm die Software an die Oberfläche des Handys geholt. Google hat diese Idee mit seinem eigenen Handy-Betriebssystem aufgegriffen und sie für einen breiteren Markt zugänglich gemacht. Mit Herstellern wie HTC und Samsung fand Google Partner, die attraktive Smartphones bauen können, die teils deutlich preiswerter sind als Apples Vorzeigegerät.
Tatsächlich war auch Motorola Mobility Systems längst vollständig auf Android umgestiegen: Nachdem der Hersteller mit dem Droid eines der ersten wirklich populären Android-Geräte gebaut hatte, setzte das Unternehmen komplett auf das Google-Betriebssystem. Auch Motorolas erster Tablet-Rechner, Xoom, läuft mit einer Android-Variante.
Warum aber kauft Google nun den Hardware-Hersteller? Was bedeutet der Deal für die Konkurrenten, was für Android-Partner? Und was bringt Motorola mit in die Ehe? Antworten auf die wichtigsten Fragen zu der Übernahme, die das Mobilfunk-Business umkrempeln könnte.
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