Smartphone-Kameras Hohe Auflösung, hohes Sicherheitsrisiko

Die hohe Auflösung von Handy-Kameras macht die Geräte auch zum potentiellen Sicherheitsrisiko: Gerade betrachtete Bildschirminhalte können abfotografiert werden. Das ist jedoch nicht die einzige Gefahr.

Smartphone-Kamera: Kamerafunktion zur Spionage genutzt
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Smartphone-Kamera: Kamerafunktion zur Spionage genutzt


Moderne Smartphones haben inzwischen serienmäßig Kameras an Bord, die Auflösungsraten erreichen, die noch vor wenigen Jahren für Profi-Kameras reserviert schienen. Mittlerweile sind die telefoneigenen Digi-Knipsen so leistungsfähig, dass sie sogar Spiegelungen in Augen oder auf Brillengläsern detailgenau erfassen können.

Nun haben Forscher des Instituts für Technische Informatik und Mikroelektronik an der TU Berlin und der Telekom Innovation Laboratories demonstriert, welches Sicherheitsrisiko damit verbunden ist.

Für ihre Studie verwendeten die Forscher ein chinesisches Handy, das Oppo N1. Seine Besonderheit: eine besonders hochauflösende Kamera mit 13 Megapixeln, die um mehr als 200 Grad drehbar ist. Durch eine App konnten die Wissenschaftler auf die Kamera zugreifen und im Auge des Betrachters jeweils das Spiegelbild des Bildschirminhalts abfotografieren.

Die Ergebnisse waren noch besser, wenn der Smartphone-Nutzer dabei eine Brille trug. Damit, berichtet "Heise", war es dann möglich, Keylogging zu betreiben, also die Tastatureingaben etwa bei Anmeldeprozessen zu protokollieren.

Damit nicht genug, die Forscher übernahmen auch die Kontrolle über die Rückkamera des Smartphone. Diese Foto-Linsen liefern bei den meisten Handys eine noch höhere Auflösung. Im Verlauf der Studie konnten die Forscher sogar Fingerabdrücke der Gerätenutzer erfassen. Ein alarmierender Umstand, lassen sich doch auf dieser Grundlage selbst als vergleichsweise sicher geltende biometrische Kontrollen überwinden.

meu

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insgesamt 10 Beiträge
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quark@mailinator.com 02.07.2014
1. Riegel
Frage mich seit Längerem, warum keine Plastikriegel vr die Kameras gebaut werden. Ich habe an meinem Notebook ein PostIt vor der Kamera ... aber ein Riegel wäre nicht nur schöner, er würde die Linse von Handys auch vor Schmutz etc. schützen.
augennichttrauer 02.07.2014
2. @Quark
...ganz einfach, weil die Premium -Wanze (Sascha Lobo) dann nur noch abhören kann...und außer der GPS Ortung , deinem Internet-Nutzerprofil, jedem von dir gesprochenen Wort für die Totalüberwachung deines Lebens eben auch deine Fotos und die deiner Wohnung , deiner kompletten Umgebung und der darin enthaltenen Personen und Tiere gebraucht werden. Mit diesen Informationen kann dann demnächst die von Uschi geleaste Killerdrohne entscheiden, ab wann du nicht mehr leben darfst,. Freuen wir uns auf Zukunft 2.0.
Alternator 03.07.2014
3. Allerdings!
Zitat von augennichttrauer...ganz einfach, weil die Premium -Wanze (Sascha Lobo) dann nur noch abhören kann...und außer der GPS Ortung , deinem Internet-Nutzerprofil, jedem von dir gesprochenen Wort für die Totalüberwachung deines Lebens eben auch deine Fotos und die deiner Wohnung , deiner kompletten Umgebung und der darin enthaltenen Personen und Tiere gebraucht werden. Mit diesen Informationen kann dann demnächst die von Uschi geleaste Killerdrohne entscheiden, ab wann du nicht mehr leben darfst,. Freuen wir uns auf Zukunft 2.0.
...wie gut, dass es 3D-Drucker gibt. ;-) Ich bin immernoch überrascht, wie leicht es ist Totalüberwachung und Demokratieabbau zu betreiben, wenn man der Totalität der Werkzeuge einfach einen guten Schuss Bling hinzufügt. Leider enthält Orwels Warnung vor dem Staatenmonstrum nicht den Aspekt, dass Big Brother mal schick war, und so das Ruder in die Hand bekam. Da muss nur ein kleines i vorangestelt werden, und die Wanze wird hipp. Da muss nur ein Konzern mit Spielzeug im Büro kommen, und ein von Linux abgeleitetes, unsicheres und unfreies Betriebssystem wandert in jede Hosentasche. Ist ja nicht mehr so ein unhandliches "Frickel-OS", sondern ein richtiges Betriebssystem, wo man nicht mehr Befehle tippen muss.
ricardo.bullan 03.07.2014
4. Rückkamera?
"Damit nicht genug, die Forscher übernahmen auch die Kontrolle über die Rückkamera des Smartphone." - Wenn mich nicht alles täuscht ist das Besondere am Oppo N1 gerade, dass es nur eine Kamera gibt, die durch einen Schwenkmechanismus zur Vorder- oder Rückkamera wird (d.h. es gibt insgesamt nur die eine, hochauflösende Kamera).
andreabs 03.07.2014
5. komisch
Meines Wissens hat das Oppo nur eine, dafür drehbare Kamera. Wie kann dann aber jemand eine nicht vorhandene zweite Kamera ansteuern? Der Vorteil dieser Konzeption nur eine drehbare Kamera zu verbauen wäre nach diesem Konzept die Kamera einfach in Richtung Schreibtisch drehen zu können und so vor dem von Ihnen geschilderten Angriffsszenario gefeilt zu sein.
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