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Handys der nächsten Generation Die Megabit-Mobiltelefone kommen

Handys mit Riesen-Displays: Samsung  Galaxy S und HTC Evo 4G
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Bei Mobiltelefonen kündigt sich ein Generationenwechsel an. War 2009 das Jahr des Touchscreens, werden 2010 andere Themen wichtig. Einen Ausblick darauf, welche das sein könnten - und wie das nächste iPhone aussehen könnte - geben die Handy-Neuvorstellungen dieser Woche.

Das plakativste Beispiel, worum es Handy-Herstellern und Netzbetreibern 2010 und wohl auch 2011 gehen wird, lieferte US-Mobilfunkanbieter Sprint am Dienstag. Stolz präsentierte David Owen, Sprint-Marketingchef, auf der Mobilfunkmesse CTIA Wireless in Las Vegas "das schnellste Smartphone Amerikas", das HTC Evo 4G. Es ist das erste Mobiltelefon in den USA, das Wimax-Technik für die Datenübertragung verwendet.

Lange wurde diese Technik als die angesagte zukünftige Breitbandtechnik gehandelt, wurden damit in Versuchen doch Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s realisiert. Sprint hat auf diese Technik gesetzt, ein entsprechendes Netz aufgebaut und freut sich verständlicherweise, endlich auch ein Handy anbieten zu können, mit dem sich dieses Netz auch wirklich ausnutzen lässt.

Und dieses Handy will sich offenbar keine Blöße geben: Der Bildschirm ist mit 4,3 Zoll (10,9 Zentimeter) deutlich größer als übliche Smartphone-Displays, bietet mit 800 x 480 Pixel Auflösung reichlich Platz für Details. Den wird man auch brauchen, denn die integrierte Kamera schießt 8-Megapixel-Fotos und zeichnet Video in der HD-Ready-Auflösung 720p auf. Die weitere Ausstattung mit 1-GHz-Prozessor, HDMI-Anschluss für den Fernseher und W-Lan lässt kaum Wünsche offen.

Ab in die Nische, aber schnell!

Und doch dürfte das Evo 4G ein Nischenprodukt bleiben. Denn wie Sprint-CEO Dan Hesse selbst im Umfeld der Evo-Vorstellung zugeben musste, gehört die Zukunft einer anderen Netztechnik. "LTE wird wahrscheinlich der größere der 4G-Standards", erklärte Hesse. Dass er sich für sein Netz trotzdem für Wimax entschieden hat, begründet er mit Geschwindigkeit. Allerdings nicht mit der Geschwindigkeit des Netzes, sondern damit, wie schnell ein solches Netz bereitsteht und wie schnell entsprechende Endgeräte verfügbar sind. Diesen Wettlauf hat er klar gewonnen.

Das Rennen um das schnellste und am weitesten verbreiteten Mobilnetz dürfte dagegen die mit Wimax konkurrierende LTE-Technik für sich entscheiden. Denn in puncto Datenübertragung liegt LTE derzeit weit vor Wimax. Hardware-Hersteller Huawei etwa zeigte auf der CTIA ein LTE-Netz, über das Daten mit 1,2 Gigabit pro Sekunde geladen werden können. Für den kommerziellen Einsatz sind zwar derzeit nur etwa rund 100 Megabit realistisch, aber auch das ist weit mehr als die 10 bis 15 Megabit, die Sprints Wimax-Netz ersten Tests zufolge derzeit zu liefern vermag.

Solche Geschwindigkeiten will T-Mobile in seinem deutschen Funknetz schon im zweiten Quartal dieses Jahres per HSPA-Upgrade auf seine Mobilfunkmasten aufsetzen. Graduell soll die Netztechnik dann für Datenraten bis zu 42 Megabit fit gemacht werden, bevor gegen Ende des Jahres mit dem LTE-Ausbau begonnen wird.

Ein Wimax-iPhone?

Diese Aufrüstung könnte vermuten lassen, dass LTE-Technik zu den Features der nächsten iPhone-Generation gehören könnte. Der Grund: Ein solches Highspeed-Update könnte die Beziehung zwischen Apple und T-Mobile festigen. Seit vor einigen Wochen durchsickerte, der Vertrag zwischen den iPhone-Partnern enthalte eine Ausstiegsklausel aus der Exklusivitätsvereinbarung, gibt es Gerüchte, Apple könnte diese im Sommer nutzen, um sein Gerät auch über andere Anbieter zu vermarkten. Eine Bindung an ein schnelles Mobilnetz aber könnte T-Mobile wieder als Exklusiv-Partner attraktiv machen.

Doch ein LTE-iPhone böte zunächst einmal Ressourcen, die kaum jemand nutzen könnte, solange die LTE-Netze nicht ausgebaut sind. Wahrscheinlicher ist daher, dass Apple sein nächstes Handy mit HSPA-Technik bestückt. So könnten iPhone-User zumindest von den kontinuierlich steigenden Datenraten der bestehenden Netze profitieren. Einen weiteren Hinweis, dass Apple sich eher LTE als Wimax verschrieben hat, liefert ein Jobangebot vom Mai 2009. Darin wird ein Software-Experte gesucht, der sich mit den Mobilfunkstandards WCDMA/UMTS, HSPA, HSPA+ und LTE auskennt. Von Wimax ist da keine Rede.

Doch bis es darüber Klarheit gibt, wird noch einige Zeit ins Land gehen. Derzeit kann man davon ausgehen, dass Apple nach dem für Ostern angekündigten iPad-Verkaufsstart in den USA zunächst die längst überfälligen neuen Notebooks vorstellen wird. Details zum nächsten iPhone sind deshalb frühestens im Mai, wahrscheinlicher aber erst im Juni zu erwarten.

Ein Handy für zu Hause

In der Zwischenzeit gibt Samsung einen Ausblick darauf, in welche Richtung sich Handys 2010 entwickeln werden - und lässt Spekulationen darüber anstellen, welche seiner Features man wohl auch im iPhone wiederfinden wird. Denn wie das HTC Evo 4G scheint auch Samsungs Neuzugang, das Galaxy S, um seinen Bildschirm herum entwickelt worden zu sein. Auch bei ihm ist der Bildschirm ungewöhnlich groß, 4 Zoll in der Diagonale und beherbergt 800 x 480 Pixel. Zudem basiert er auf Samsungs AMOLED-Technik, was als Garant für brillante, kontraststarke Displays gilt.

Ein solcher Bildschirm lädt natürlich dazu ein, Filme und Fotos darauf anzuschauen. Und so macht Samsung auch keinen Hehl daraus, dass das Galaxy S mit besonderem Fokus auf die Nutzung zu Hause konzipiert wurde. In das Android-2.1-Betriebssystem haben die Entwickler die sogenannte DLNA-Technik (Digital Living Network Alliance) integriert. Die sorgt dafür, dass sich Multimediageräte aller Art ohne Konfigurationsaufwand miteinander verbinden lassen.

DLNA-fähige Fernseher etwa können dadurch Filme von Netzwerkfestplatten abspielen, Internetradios auf Musik zugreifen, die auf einem PC gespeichert ist. In ein solches Ökosystem soll sich eben auch das Samsung-Handy integrieren, etwa, um Schnappschüsse der Handykamera auf dem Fernseher anzuzeigen oder um als Multimediaplayer Filme von einer Netzwerkfestplatte wiederzugeben.

Und was davon kommt ins iPhone?

Angesichts dieser Daten kann man nun trefflich fabulieren, welche der Eigenschaften der beiden Neu-Handys sich wohl in Apples künftigem Mobiltelefon wiederfinden lassen werden: Ob das einen 4-Zoll-Bildschirm bekommen wird, ist fraglich, weil solche Formate recht unhandlich werden können.

Dass Apple die Auflösung des Bildschirm erhöhen muss, steht dabei außer Frage. 800 x 480 Pixel wäre dafür eine gute Zielvorgabe - und würde das Anschauen von Filmen aus dem iTunes Store attraktiver machen. Die Integration schneller HSPA-Netzwerktechnik und einer höher auflösenden Kamera gehören ohnehin zum Pflichtprogramm. Bleibt die Frage, ob Apple sich an Samsungs Vorbild orientiert und ebenfalls DLNA-Technik integriert. Zwar gibt es jetzt schon Apps, mit denen man auf DLNA-Geräte zugreifen, beispielsweise Musik von einer Netzwerkfestplatte aufs iPhone streamen kann, das System selbst aber unterstützt das nicht.

Dabei wäre es so einfach, Apples Handy per DLNA zum Herren über die heimischen Daten-Reservoirs zu machen, egal ob sie von Apple oder von anderen kommen. Aber vielleicht ist gerade das das Problem.

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Mobile Breitbandformate
Universal Mobile Telecommunications System - wird oft als Mobilfunkstandard der dritten Generation (3G) bezeichnet, da er deutlich höhere Datenübertragungsraten als sein Vorgänger GSM ermöglicht. Deutsche UMTS-Netze schaffen üblicherweise eine Bandbreite von 384 Kbit/s für die Datenübertragung vom Mobilfunkmast zum Endgerät. Reguläre DSL-Anschlüsse bieten heute üblicherweise 1024 Kbit/s. (mehr ...)





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