Vergleichstest So finden Sie den günstigsten Handytarif

Wer den Handytarif wechselt, kann Geld sparen - oder auf Schnäppchen hereinfallen, denn einige Angebote haben ärgerliche Fallen. Acht Tarife im Vergleich.

Smartphone-Nutzerinnen
Getty Images

Smartphone-Nutzerinnen

Von und


Wenig Zeit? Am Textende gibt's eine Zusammenfassung.


Von der Wahl eines Lebenspartners vielleicht einmal abgesehen, ist im Alltag wenig komplizierter, als den optimalen Handytarif zu finden. Allein die Online-Datenbank der Stiftung Warentest versammelt aktuell über 4000 Tarife, rund 950 davon sollen sich für Nutzer eignen, die per Smartphone mobil ins Internet gehen wollen.

"Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen und Tarife der Anbieter verändern sich ständig", sagt Anneke Voß von der Verbraucherzentrale Hamburg. Ihr Arbeitgeber hatte zeitweise eine eigene Tarifberatung, die wurde jedoch wieder eingestellt - es war zu aufwendig, die Datenbank aktuell zu halten. "Es ist nicht im Interesse der Anbieter, aufzuklären", sagt Voß.

Auch Josefine Milosevic, seit 16 Jahren Tarifexpertin beim Magazin "Connect", hält den Markt für unübersichtlich. Besonders beim mobilen Internet sei es schwer, den Überblick zu behalten. Fachbegriffe wie Drosselung und Datenautomatik verwirren Verbraucher zusätzlich. Dabei verstecken sich hinter den Begriffen wichtige Tarifdetails, die Kunden unbedingt verstehen sollten. Bei der Datenautomatik zum Beispiel geht es um eine automatische, kostenpflichtige Nachbuchung von Datenpaketen, wenn man sein Inklusivvolumen versurft hat.

Auf was also sollte man bei der Tarifwahl alles achten? Wir haben eine Übersicht mit zwölf Tipps zum Durchblättern erstellt:

Wie viel Datenvolumen brauche ich?

Anders als noch vor einigen Jahren sind SMS- und Telefonie-Flatrates heute recht günstig zu haben. Es ist eher das mobile Internet, mit dem die Mobilfunkanbieter gutes Geld verdienen - und das den Tarifpreis bestimmt. Deshalb ist es für die richtige Tarifwahl besonders wichtig, sich Gedanken über das nötige Datenvolumen zu machen.

Mit unserem unten stehenden Rechner können Sie eine erste Kalkulation vornehmen und auch ein Gefühl dafür bekommen, welche Anwendung wie viele Daten zieht.

Auf diesen Angaben basiert der Rechner
Warum taucht meine App nicht auf?
Wir haben versucht, mit dem Datenvolumen-Rechner gängige Anwendungsmöglichkeiten abzudecken. Trotzdem kann es passieren, dass unser Rechner Ihr mobiles Surfen im Internet nicht korrekt abbilden kann. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Sie ihr Smartphone so eingestellt haben, dass Hintergrundabfragen und –aktualisierungen auch ohne WLAN viel von ihrem mobilen Datenvolumen verbrauchen. Oder Sie haben eine datenintensive Lieblings-App, die sie oft benutzen, in unserer Übersicht aber nicht auftaucht. Für ein akkurateres Gesamtergebnis benutzen Sie in solchen Fällen unser Eingabefeld „Weitere Apps“. Dort können Sie einen frei wählbaren Datenwert selbst eingeben.
Woher kommen die Nutzerdaten?
Um den Datenverbrauch einer App zu berechnen, spielt das individuelle Nutzerverhalten eine große Rolle. Wie oft lädt man Fotos hoch, oder geht es nur ums Texte schreiben? Will man das Video in der höchsten Qualität sehen oder reicht es auch in einer komprimierten Version? Unsere Verbrauchswerte sind daher immer nur Mittelwerte, die wir zum Beispiel direkt bei den Anbietern erfragt haben.
  • Surfen (Seitenaufruf) = 0,8 MB
  • Fotos versenden (pro Stück, Standardqualität) = 1 MB
  • Facebook (1 Minute) = 1,5 MB
  • Musikstreaming per Spotify (1 Minute, normale Qualität) = 1 MB
  • Anruf per WhatsApp (1 Minute) = 0,74 MB
  • Videoanruf per Skype (1 Minute, einfachste Qualität) = 2,2 MB
  • Videostreaming per Netflix (1 Minute, niedrige Qualität) = 5 MB
  • Videostreaming per Youtube (1 Minute, niedrige Qualität) = 2 MB

Es gibt so viele Tarife, dass es unmöglich ist, jeden einzeln zu analysieren. Im Folgenden stellen wir anhand von acht Tarifen exemplarisch dar, welche Vor- und Nachteile bestimmte Angebote haben. Welcher Tarif der Beste ist, hängt so stark von ihren Bedürfnissen ab, dass allgemeine Empfehlungen nicht funktionieren. Wir wollen Ihnen also keinen konkreten Tarif empfehlen, aber Ihnen zumindest helfen, typische Fallstricke zu erkennen.

Angesehen haben wir uns folgende Tarife:

Diese Angebote, über die wir uns direkt auf den Anbieter-Websites und über die Anbieter-Hotlines informiert haben, richten sich alle an Handynutzer, die gern mit dem Smartphone online gehen wollen. Smartphones sind darin nicht enthalten. Stichtag für die hier genannten Preise und Konditionen war der 1. März 2016. Einmalige Bereitstellungskosten oder Startguthaben wurden nicht einberechnet, die Monatspreise wurden um Centbeträge aufgerundet. Es handelt sich jeweils um die Online-Varianten der Tarife.


Zusammengefasst: Wenn Sie sich für einen Mobilfunktarif entscheiden, ist es wichtig, dass er zu Ihren Nutzungsgewohnheiten passt: Vor allem das Datenvolumen für das mobile Internetsurfen beeinflusst den Monatspreis entscheidend. Zwölf wichtige Tipps zur Tarifwahl haben wir in einer Fotostrecke zusammenfasst, außerdem werden die Vor- und Nachteile acht bekannter Tarife vorgestellt.


Mitarbeit: Patrick Stotz



insgesamt 25 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
flyyy 09.03.2016
1.
Die günstigen Prepaid-Angebote von ALDI, Lidl und Co sind natürlich gut. Wer etwas mehr möchte (Allnet-Flat, LTE von Vodafone/Telekom) kann über google nach Schnäppchenblogs suchen; dort wird auf gute Angebote in Kombination mit Geräten hingewiesen. Wenn man diese Geräte verkauft, landet man oft zwischen 10 und 15€ effektiv pro Monat. Nach zwei Jahren kündigt man dann und sucht sich wieder ein Neukundenangebot. Dieses Hopping bringt so ca. 200-300€ auf zwei Jahre gerechnet im Vergleich zum Verbleib.
dbeck90 09.03.2016
2. Deutschland ist abzocke
In einem anderen Land, in denen keine Konzerne regieren, habe ich für 14€ monatlich volle UMTS Flatrate, ohne Drosselung, ohne Festvertrag, und wenn mir was nicht passt, wechsel ich einfach die SIM. Ist aber mit allem in DE so, wo die Tel.... regiert. Einer der Gründe, warum ich mir mein Häuschen außerhalb gebaut habe. In anderen Ländern verdient man vielleicht weniger, hat aber durch strikte Regulierung der Konzerne durch die Regierung trotzdem am Ende mehr Geld raus wie in DE.
shardan 09.03.2016
3. Ernst gemeint?
Das sollen Tarife sein für Leute die "gern mit dem Smartphone ins Internet gehen"? Und das mit 300...500 MB Datenvolumen? Das soll wohl ein Witz sein? Die Anbieter nehmen immer mehr Verträge auf, die Netze werden nicht entsprechend ausgebaut. Statt die Netzkapazität zu erhöhen werden einfach die Leistungen runtergeschraubt. Vor einigen Jahren bekam man noch Flats mit 10 GB Datenvolumen für ca 40€. Heute hat der Tarif weniger Leistungen insgesamt und nur 5 GB Datenvolumen, kostet aber natürlich das gleiche. Der Artikel hier empfiehlt teilweise Tarife die massiv diesen Weg gegangen sind und deren Anbieter bekanntermaßen ein Verhalten gegenüber dem Kunden an den Tag legen, das unvertretbar ist. Daneben ist 300 oder 500 GB für intensive Nutzer beim besten Willen keine Empfehlung. SPON: Setzen, Ungenügend!
sachfahnder 09.03.2016
4. Nervig...
... dass Sie der Stiftung mal wieder die Steigbügel halten, denn die rücken den vollen Test nur gegen Cash raus! Ansonsten haben wir hier Tello-Tarife mit Flatraten von 9,95€ und 15,75€ pro Monat! Läuft gut und der Service ist unschlagbar gut !
cokommentator 09.03.2016
5. Volle Zustimmung
Zitat von sachfahnder... dass Sie der Stiftung mal wieder die Steigbügel halten, denn die rücken den vollen Test nur gegen Cash raus! Ansonsten haben wir hier Tello-Tarife mit Flatraten von 9,95€ und 15,75€ pro Monat! Läuft gut und der Service ist unschlagbar gut !
Es ist wirklich nervig, dass es immer noch Leute gibt, die glauben jede Leistung, die ein Dritter erbracht hat, müsse selbstverständlich ihnen kostenlos zur Verfügung gestellt werden.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.