Von Matthias Kremp
Diesen Showeffekt muss man einfach genießen: In der U-Bahn bimmelt das Handy, man fummelt umständlich den klobigen Hörer aus der Jackentasche und telefoniert wie 1976. So zumindest sieht es für die übrigen Fahrgäste aus, wenn man den Moshi Moshi benutzt, einen Retro-Telefonhörer für iPhones, iPads und alle Mobilgeräte, an die sich ein Headset anschließen lässt.
Denn genau das ist der Kunststoffhörer, der nach der japanischen Telefon-Begrüßungsformel benannt ist: ein Headset. Nach Jahren des drahtlosen Telefonierens mit Dect- und Mobiltelefonen erlebt man mit dem klobigen Hörer ein vollkommen ungewohntes Telefoniergefühl. Und telefoniert man nicht, kann man per Druck auf die Gesprächsannahmetaste am Hörer sogar Musik hören - per Kabel vom angeschlossenen Smartphone, in erwartbar lausiger Qualität freilich. 25 bis 30 Euro kostet der Aufmerksamkeitsgarant bei Händlern im Netz.
Mächtig viel Schalldruck
Knapp doppelt so teuer ist das iRig Mic von IK Multimedia, das ebenfalls an den Headset-Anschluss von i-Geräten angestöpselt wird. An den Stecker des Mikrofons kann man zusätzlich auch Kopfhörer anschließen, um mitzuhören, was man gerade aufnimmt.
Fernsehen mit dem iPad
Und dann gibt es noch EyeTV Mobile, den DVB-T-Empfänger für das iPad, eine kleine schwarze Box mit Antenne. Das Kästchen erfüllt den Traum vieler iPad-Nutzer, Apples Tablet auch als Mobilfernseher benutzen zu können. Die dazugehörige kostenlose Fernseh-App muss man zwar separat installieren, im Anschluss startet sie aber automatisch, sobald man ein EyeTV Mobile über den Dock-Connector ans iPad anschließt.
Was man dann zu sehen bekommt, kann sich locker mit einem Komfortfernseher vergleichen. Im Hamburger Stadtgebiet empfängt die kleine Box 31 TV-Sender, zu denen sie sich automatisch die Programminformationen lädt und in einem digitalen Programmführer (EPG) anzeigt. Sogar Aufnahmen sind möglich. Allerdings nicht direkt aus dem Programmführer heraus und auch nicht programmiert. Stattdessen muss jede Aufnahme per Druck auf den Aufnahmeknopf manuell gestartet und gestoppt werden.
EyeTV Mobile ist also nur etwas für Menschen, die unterwegs live fernsehen wollen. Zwar kann man das Live-Programm kurz unterbrechen, etwa, um sich ein Eis zu kaufen, und man kann Sendungen aufnehmen, um sie später anzuschauen. Automatisch aber geht so etwas nicht - das kleine Modul ersetzt also keinen Videorecorder.
Und ein Schnäppchen ist EyeTV Mobile auch nicht, zumindest nicht zum Listenpreis. 100 Euro soll das Gerät laut Hersteller kosten. Problemlos ist es im Netz aber auch für 80 Euro zu finden. Und wenn man etwas Glück hat sogar für 70 Euro, im Sonderangebot.
HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:
| alles aus der Rubrik Netzwelt | Twitter | RSS |
| alles aus der Rubrik Gadgets | RSS |
| alles zum Thema Angefasst | RSS |
© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH