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Honor 7 im Test: Dieses Handy soll Ihre Fotos lecker machen

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Mit Foodporn-Kamera: Das ist das Honor 7 Fotos

Mit vielen Extras soll das Honor 7 Samsung und Apple Konkurrenz machen - und dabei auch noch billiger sein. Aber braucht man wirklich eine Foodporn-Funktion?

Für den Fall, dass Sie noch nie von Honor gehört haben: Die Firma ist eine Zweitmarke des chinesischen Huawei-Konzerns. Sie soll vor allem junge Käufer ansprechen, weshalb ihre Produkte vor allem online beworben werden.

Das neueste Modell des Unternehmens ist das Honor 7, ein 5,2-Zoll-Smartphone mit einem modifizierten Android-Betriebssystem, einer 20-Megapixel-Kamera und einem Fingerabdruck-Scanner. Seit Donnerstag gibt es das neue Modell auch in Deutschland zu kaufen. Wir haben es getestet.

Die Kamera

Das Honor 7 protzt mit seiner 20-Megapixel-Kamera. Im Test konnten wir damit meist gute Fotos knipsen. Sogar bei schlechter Beleuchtung funktionierte das recht ordentlich. Allerdings scheint die Kamerasoftware die Aufnahmen immer ein wenig aufzuhellen. Einige bei guter Beleuchtung gemachte Bilder jedenfalls erschienen uns im Vergleich zum realen Motiv zu hell.

Von den Standards abgesehen, garniert Honor die Foto-App mit vielen Extras. So gibt es einen Nachtaufnahmenmodus mit sehr langen Belichtungszeiten und einen "Verschönerungsmodus" für Selfies. Letzterer orientiert sich offenbar sehr an asiatischen Schönheitsidealen: Er versucht, Hautunebenheiten wegzuretuschieren, und vergrößert die Augen auf ein unnatürliches Manga-Niveau.

Honor 7 im Test

Honor 7: Mit dem neuen Smartphone will sich das chinesische Unternehmen gegen die Edel-Smartphones von Samsung und LG positionieren, bei einem bedeutend niedrigeren Preis.

Billig wirkt das Honor 7 trotz der günstigen 349 Euro, die es in Deutschland kostet, nicht. Das Gehäuse ist aus Aluminium gefräst, die Kunststoffabdeckungen der Antennen farblich sehr gut angepasst.

So filigran wie ein iPhone 6 oder ein Galaxy S6 Edge ist das Produkt aus China nicht verarbeitet. Im Alltag fällt das aber kaum auf.

Die Sim-Karten-Schublade kann entweder eine oder zwei Sim-Karten aufnehmen oder statt mit einer zweiten Sim-Karte mit einer Speicherkarte befüllt werden. Letzteres ist angesichts von 16 GB eingebautem Speicher wohl meist zu empfehlen.

Um das Gerät trotz des großen Bildschirms mit einer Hand bedienen zu können, kann man den Bildschirminhalt per Geste verkleinern. Dazu wischt man mit dem Finger über den unteren Bildschirmrand. Der Trick funktioniert sowohl links als auch rechts.

Die optische Erscheinug der Benutzeroberfläche lässt sich beim Honor stark beeinflussen. Vom normalen Android-Look ist kaum etwas zu sehen.

Ab Werk stehen verschiedene Designstile bereit, die man weiter modifizieren kann.

Die Systemsoftware von Honor lässt nicht nur optische Anpassungen zu, sondern verfügt auch über viele Möglichkeiten, die Bedienung des Geräts zu verändern. Etwa durch eine Vielzahl optionaler Steuerungsgesten.

Die Kamera-App verfügt über sehr viele Sonderfunktionen und Dinge wie einen "Super-Nacht"-Modus in dem die Belichtungszeit auf mehrere Sekunden ausgedehnt werden kann. Ohne Stativ oder ähnliches nützt der freilich nichts.

Die Telefonmanager-App erscheint zunächst wie Spielkram, hat aber doch ein paar nützliche Funktionen. So kann man von hier aus beispielsweise aus alternativen App Stores heruntergeladene App-Installationsdateien in einem Rutsch löschen.

Unter der 20-Megapixel-Kamera ist der Fingerabdruckscanner angebracht. Er dient nicht nur dazu, das Gerät zu entsperren, sondern kann auch für einige Gesten verwendet werden.

Im Test machte die Kamera meist gute Bilder und kommt auch mit schlecht beleuchteten Motiven gut klar. Wenn es hell wird neigt sie allerdings dazu, die Bilder etwas zu blass darzustellen.

Den Modus "Gute Lebensmittel" haben die Entwickler wohl für jene eingebaut, die immer noch nicht davon ablassen können, Foodporn in sozialen Netzwerken zu posten.

Außerdem gibt es Modi für Lichtmalereien und einen, der als "Gute Lebensmittel" bezeichnet wird und wohl dafür sorgen soll, dass man besonders appetitliche Bilder machen kann, sogenannte Foodporn-Aufnahmen. Unser Obst-Stilleben wurde dadurch aber kaum verändert.

Der Bildschirm

Mit 5,2-Zoll-Diagonale liegt das Display im Trend zu größeren Bildschirmen. Die Full-HD-Auflösung passt gut dazu, sorgt für knackscharfe Schrift und feine Details in Fotos. Wer mag, kann sogar die Farbtemperatur verändern, doch davon dürften nur die wenigsten Gebrauch machen, die Standardeinstellung passt gut. Helligkeit, Kontrast und Blickwinkelstabilität sind gut, nur die Farben erscheinen etwas zu kräftig.

Die Leistung

Der Prozessor im Honor 7 verfügt über acht Rechnerkerne, von denen vier mit 2,2 GHz und vier mit 1,5 GHz getaktet sind. Im Test war dieser Antrieb unauffällig. Ohne übermäßige Wärmeentwicklung liefen fast alle Apps flüssig und ruckelfrei. Nur beim Rennspiel "Real Racing 3" fielen leichte Ruckler in besonders aufwendigen Szenen auf.

Die Vernetzung

Die Netzwerkfunktionen des Honor können es mit denen der Oberklasse-Konkurrenz aufnehmen. Mit Bluetooth 4.1 und LTE ist es schon gut ausgestattet, die Integration des Gigabit-WLAN-Standards IEEE 802.11ac macht die Ausstattung komplett.

Die Sim-Frage

Ein nur zum Teil nützliches Extra ist die Sim-Karten-Schublade. Sie hat eine dreifache Funktion: Man kann entweder eine oder zwei Sim-Karten einsetzen oder eine Sim-Karte und eine microSD-Speicherkarte. Da der eingebaute Speicher vielen Anwendern mit 16 Gigabyte zu klein sein wird, dürfte der zweite Platz in der Schublade meist durch eine Speicherkarte belegt werden.

Die Ausdauer

Der Akku ist ein klarer Pluspunkt des Honor 7. Zwar macht er das Gerät mit fast 160 Gramm recht schwer, sorgte im Test aber auch dafür, dass das Handy bei durchschnittlicher Nutzung für fast zwei Tage Energie hatte.

Fazit

Mit dem Honor 7 hat die Huawei-Tochter ein mehr als respektables Mittelklasse-Smartphone auf den Markt gebracht. Mit den Oberklassemodellen von Samsung, LG und Apple kann es nicht mithalten, aber in seinem Preisbereich - es kostet 349 Euro - macht es eine gute Figur.

Letztlich ist es eine Geschmacksfrage, ob man das mit Funktionen und optischem Kleinkram vollgestopfte Gerät mag oder lieber zu einem Konkurrenzmodell greift, dessen Android-System nicht so stark modifiziert wurde. Das Motorola Moto X Play beispielsweise wäre eine Alternative.

Vorteile und Nachteile

Günstiger Preis

Gute Ausstattung

Vielfältige Kamerafunktionen

Nur mit 16 GB Speicher lieferbar

Zweite Sim-Karte und Speicherkarte nicht gleichzeitig nutzbar

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insgesamt 24 Beiträge
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1.
inflict 28.08.2015
Schade das spon nicht auf den extrem guten Fingerabdruckscanner eingeht. Diesen gibt es schon im Mate 7 und unterscheidet sich in der Funktion schon sehr von iPhone und samsung. Man kann das Telefon ohne es an zu schalten entsperren. Außerdem muss man nicht drüber wischen oder ähnliches. Man kann den Finger von beliebiger Seite auflegen. Im übrigen gibt es das Telefon bis zum 31.8 für lediglich 300. Das muss erstmal ein anderer Hersteller nach machen. Die gleichen Spezifikationen gibt es sonst nur für 450? Aufpreis.
2. Das Gerät hat noch mehr zu bieten, als hier erwähnt.
Atomlabor 28.08.2015
Zusätzlich zur 20MP Kamera hat die Selfie-Kamera an der Front noch ein Fotolicht. Es gibt einen zusätzlichen Hardware-Button, an der Gehäuseseite, welcher frei belegt werden kann. Das Gerät hat eine Sende-Verstärkung eingebaut. Dieser Boost namens Signal+ sorgt in empfangsschwachen Gebieten dafür, dass die Mobilfunksender von allen Seiten berücksichtigt werden und man kann so (wenn auch langsamer) weitersurfen - dort wo die Mitbewerber schlapp machen hat man noch Netz. Ich denke darauf hätte Herr Kremp auch eingehen können.
3. Also ...
MephistoX 28.08.2015
... ich hätte mir ja unter "Foodporn" iwie was anderes vorgestellt - aber nun bin ich "schlauer" ! :)
4.
Uwe H. 28.08.2015
Man geht ja hier auf fast nix ein. Schade. Erwähnen hätte man auch mal können, das es richtig gut verarbeitet ist und aus Aluminium besteht und nicht aus billigen Plastik. Zudem kann man es bis Ende August für 299 Euro kaufen.
5. Wie in den ersten beiden Kommentaren...
phrasenmaeher 28.08.2015
... richtig bemerkt, wird bei den Spezifikationen nur auf Standards eingegangen. Das ist aber durchaus üblich, wenn es um chinesische Smartphones geht - und darf auch ruhig so bleiben, denn sonst werden die Geräte schnell teurer. Mittlerweile hat sich eine recht zahlreiche Fanbase im Web entwickelt, inklusive durchaus detaillierter Textseiten. Dort sind nicht nur Huawei und der hier - für viele wohl erstmalig gehörte - Ableger Honor bekannt, auch andere Marken wie Xiaomi (hat in China gerade Apple als Marktführer abgelöst und mit dem Redmi Note 2 gerade einen wirklichen Preisbrecher in der Pipeline) und Meizu (mit den wirklich hervorragenden M2 Note und MX5), um nur zwei Beispiele zu nennen, haben dort die üblichen Verdächtigen längst im Preis-Leistungs-Verhältnis abgelöst. Bei hoher Qualität zu Preisen um die 200,00 EUR (z. B. Jiayu S3 Advanced) sehen die Kunden der gängigen Elektroriesen doch ziemlich alt aus. Es sei denn natürlich, man möchte nach wie vor überhöhte Preise für Produkte bezahlen, die ein namhaftes Label besitzen, aber ebenso in China produziert werden. Schon sind es zumindest in der Wahrnehmung keine Chinaböller mehr. Das ist in etwa so wie bei deutschen Autozeitschriften, on denen der deutsche Premiumhersteller den Vergleichstest natürlich gewinnt. Normal. In Frankreich spielen Wiko-Smartphones auch eine größere Rolle als hierzulande. Das Honor 7 bietet viel Smartphone für wenig Geld. Ob man da nun unbedingt Kamerafunktionen und - gimmicks allen Ernstes als Kritikpunkt anführen sollte, mag jeder für sich selbst beurteilen. Es soll auch Leute geben, die halten NFC für lebensnotwendig. Habe ich jetzt an meinem vierten Smartphone - und noch nie gebraucht. Ebenso möchten viele unbedingt ein 800 MHz-Frequenzband, obwohl sie im Ballungsraum leben und LTE in einem E- Plus (/o2)-Vertrag nutzen. Jedem Tierchen sein Plaisierchen. Solange es genügend Menschen gibt, die partout ihre 700 + x Euro zum nächsten Saturn schleppen möchten, wird man Geräte wie das Honor 7 auch weiterhin für weniger als die Hälfte bekommen. Und das ist wirklich gut so.
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