Zukunftstechnik: Forscher zeigen 3-D-Display für Smartphones
Schon bald könnten Handys, MP3-Player und Armbanduhren mit 3-D-Bildschirmen bestückt werden, versprechen Forscher des PC-Herstellers HP. Sie haben eine Technik entwickelt, mit der man 3-D-Bilder auch auf kleinen mobilen Geräten erzeugen kann - ganz ohne störende Brille.
Gerade kommen die ersten 3-D-Fernseher ohne Brille auf den Markt, da stellen amerikanische Forscher schon eine ähnliche Technik für Handys in Aussicht. Das neue Verfahren soll dreidimensionale Bilder erzeugen, die über dem transparenten Bildschirm zu schweben scheinen. Gängige 3-D-Lösungen seien dafür zu dick und böten zu geringe Blickwinkel, heißt es in einer Veröffentlichung der Forscher im Fachmagazin "Nature".
Ideal wäre es eigentlich, sich der Holografie zu bedienen, die ein exaktes 3-D-Abbild der Realität erzeugen kann, schreiben sie. Doch diese Methode sei zu zeitaufwendig für eine Darstellung in Echtzeit und außerdem zu teuer. Deshalb habe man sich für die sogenannte Multiview-Technik entschieden, die sich geometrischer Tricks bediene, um 3-D-Bilder zu erzeugen. Das Ergebnis sei zwar nur das zweitbeste, dafür aber schneller zu berechnen.
Ähnliche Technik kommt auch in 3-D-Fernsehern zum Einsatz, die einen räumlichen Eindruck ohne Brille schaffen. Doch wird bei solchen Geräten der 3-D-Effekt sehr aufwendig erzeugt und lässt sich nur aus bestimmten Blickwinkeln gut wahrnehmen. Sobald man sich aus einer solchen Position herausbewegt sieht man Zwischenbilder, die verschwommen sind und keine räumliche Tiefe haben.
64 3-D-Bilder
David Fattal von den Hewlett-Packard Laboratories im kalifornischen Palo Alto hat jetzt mit seinen Mitarbeitern Prototypen mobiler Bildschirme gezeigt, die diese Nachteile bisheriger 3-D-Technik überwinden sollen. Sie enthalten eine steuerbare Hintergrundbeleuchtung mit mikroskopisch fein gerasterten und einzeln ansteuerbaren Pixeln. Sie sollen Licht in unterschiedlichen Winkeln abstrahlen und so ein viel feineres Feld nebeneinander liegender 3-D-Bilder erzeugen können.
Das Ergebnis ist ein Bildschirm, der 64 unterschiedlich ausgerichtete 3-D-Bilder erzeugt, die aus Blickwinkeln von bis zu 180 Grad betrachtet werden können. Der Betrachtungsabstand ist für Entfernungen von bis zu einem Meter optimiert - optimal für Geräte, die man in der Hand hält oder am Arm trägt.
Ein bisschen Arbeit bleibt noch
Mögliche Anwendungsgebiete für ihre Technik sehen die Kalifornier in der Ausbildung von Medizinern, der Visualisierung von Daten und natürlich der Unterhaltung. Naheliegend wäre es, sie in Smartphones, Tablets und Armbanduhren einzubauen. Ein wenig Verfeinerung braucht das Konzept allerdings noch, bevor es massentauglich ist. Bisher schaffen es die Prototypen der Forscher nur, entweder ein mehrfarbiges statisches oder ein einfarbiges Bewegtbild zu erzeugen. Zudem zeigen Beispielsfotos und -filme derzeit noch vergleichsweise niedrig aufgelöste Bilder.
Trotzdem sind die Wissenschaftler optimistisch, dass ihre Technik 3D auf Mobilgeräten revolutionieren kann. Schließlich biete die richtige Kombination aus weiten Betrachtungswinkeln, hoher 3-D-Geschwindigkeit und geringer Größe. Vor allem aber sei sie günstig herstellbar.
mak
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