HTC U Ultra und U Play Smartphones mit Glitzerglas und künstlicher Intelligenz

Mit Doppel-Display, künstlicher Intelligenz und edel schimmerndem Glasgehäuse sollen die neuen Smartphones von HTC punkten. Auf der CES in Las Vegas konnten wir die U Ultra und U Play genannten Geräte bereits kurz ausprobieren.

SPIEGEL ONLINE

Von


Beim Design heben sich die neuen Smartphones von HTC angenehm vom gewohnten Aluminium-oder-Plastik-Einerlei ab. Die Front wird wie üblich vom Display und dessen schwarzer Einfassung dominiert. Der übrige Korpus ist von einer Glasoberfläche überzogen, die HTC Liquid Surface nennt. Das Besondere daran ist das mehrseitige Glas, in das bei der Herstellung verschiedene Mineralien eingelagert werden, um einen Eindruck von Tiefe und ein interessantes Schimmern zu erzeugen.

Beide Modelle sind in vier Farben erhältlich: Schwarz, Weiß, Blau und Rosa. Beim ersten Ausprobieren zeigte sich, dass nur die blauen und schwarzen Varianten halbwegs einfarbig bleiben, egal aus welcher Richtung man sie betrachtet. Die Farbtöne Weiß und Rosa hingegen changieren stark, je nachdem, woher das Licht kommt und welche Farbe es hat (siehe Fotostrecke).

Der Assistent erinnert ans Aufladen

Neben dem Design ist der HTC Sense Companion die wohl wichtigste Neuerung. Ähnlich wie der Google Assistant von Android 7.0 Nougat soll das auf künstlicher Intelligenz basierende System auf die jeweilige Situation abgestimmte Hinweise und Hilfestellungen geben. So soll er etwa morgens vorschlagen, dass man wetterfeste Kleidung anzieht, falls es laut Vorhersage Regen geben soll.

Vor allem aber soll sich der Companion mit der Zeit immer mehr an Vorlieben des Nutzers anpassen, indem es aus dessen Gewohnheiten lernt. So soll er beispielsweise eingehende Nachrichten nach und nach immer besser danach sortieren, was für den Nutzer wichtig ist. Eine ganz pragmatische Dienstleistung des Systems ist außerdem, dass es etwa zum Aufladen des Handys auffordert, wenn es feststellt, dass die Akkuladung nicht mehr bis zum Abend ausreichen wird.

Ohrvermessung per Sonar

Mit dem Companion in direktem Zusammenhang steht auch das Zweitdisplay des U Ultra. Es liegt als schmaler Streifen direkt über dem Hauptbildschirm, hat eine Auflösung von 1080 x 160 Pixeln. Es soll genutzt werden, um beispielsweise im Ruhezustand über Uhrzeit und neue Nachrichten zu informieren, soll aber auch vom Companion genutzt werden, um zur jeweiligen Situation passende Informationen anzuzeigen. Beim kurzen Test war nur die Funktion als Steuerleiste für den Musikplayer und als Symbolleiste zur Anzeige häufig genutzte Kontakte zu sehen.

Bisher einzigartig ist die Funktion U Sonic. Mit ihr wird der Klang der mitgelieferten Kopfhörer an das Innenohr des jeweiligen Benutzers angepasst. Dazu wird die Form des Innenohrs mit einer Art Sonarsignal akustisch vermessen. Mikrofone im Kopfhörer fangen die dabei reflektierten Schallwellen auf und erstellen auf Basis dieser Daten eine persönliche Klangkurve für jedes Ohr. Das Ergebnis hörte sich beim kurzen Test sehr gut an. Der Sound war nach dieser Kalibrierung kräftiger und brillanter, wies fettere Bässe und mehr Klarheit auf.

Topmodell mit Saphirglas

Die übrige technische Ausstattung ist gut, weist aber keine Besonderheiten auf. Das U Ultra ist klar in der Oberklasse angesiedelt. Sein 5,7-Zoll-Hauptbildschirm zeigt 2560 x 1440 Pixel an, als Antrieb dient ein Quadcore-Prozessor mit 2,15 GHz. Eingebaut sind 64 GB Speicher, die per microSD-Karte erweiterbar sind. Als Betriebssystem wird das aktuelle Android 7.0 Nougat verwendet.

Die Hauptkamera des U Ultra hat 12 Megapixel und eine optische Bildstabilisierung, sie soll auch bei schwachem Licht gute Bilder machen. Im sonnigen Las Vegas ließ sich das nicht überprüfen. Die Frontkamera weist 16 Megapixel auf.

Als Top-Modell bietet HTC eine Variante des U Ultra an, bei der das Display von besonders robustem Saphirglas geschützt wird und der Speicher auf 128 GB verdoppelt ist.

Abgespeckte Mittelklasse

Bei U Play ist alles etwas kleiner gehalten. Der Bildschirm hat hier nur 5,2 Zoll und Full-HD-Auflösung. Beim Prozessor handelt es sich um ein schwächeres Achtkern-Modell, der Speicher ist mit nur 32 GB bestückt, aber ebenfalls erweiterbar. Beide Kameras haben 16 Megapixel. Statt Android 7.0 wird hier noch die alte Version 6.0 installiert.

Entsprechend der Ausstattung und Verarbeitungsqualität sind die Preise, die HTC für die beiden neuen Geräte aufruft, wenig verwunderlich. Das HTC U Ultra mit 64 GB Speicher kostet 749 Euro, das HTC U Play mit 32 GB 449. Für das U Ultra Saphir Edition mit 128 GB Speicherplatz werden 849 Euro fällig.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Software-Updates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.


insgesamt 7 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
swnf 12.01.2017
1. Stimmt, da haben die Manager Recht
Zitat Bild 3: "In Las Vegas betonten HTCs Manager immer wieder, dass Glas viel härter sei als Aluminium. So versuchten sie Befürchtungen auszuräumen, die neuen Handys könnten bei Stürzen leicht Schaden nehmen." Aha, und ich war bisher immer der Meinung, dass es bei Stürzen besser wäre, wenn der Sturz durch weiche Materialien abgefedert würde. Man lernt wohl nie aus! Wenn mir das nächste Mal ein Glas auf meinen Steinfußboden in der Küche fällt, werde ich mich entspannt daran erinnern, dass es ja glücklicherweise nicht aus Aluminium "geblasen" wurde...und dann die Scherben wegkehren...
Snozzlebert 12.01.2017
2. wird 100 pro ein Flop
Abgesehen davon das glasback natürlich richtig panne ist, sehen die dinger auch noch mega hässlich aus. Was ist nur aus HTC geworden? Ich geb der Smartphonesparte noch max. 1 Jahr, dann sind die weg.
chichawa 12.01.2017
3. schöner
aber im Gegensatz zum Fotografen sehe ich mir das Ding nicht mal von hinten an. Das ist doch öde; immer wieder die geschliffenen Kanten oder Lichteffekte in der Hosentasche. So langsam gehen den Entwicklern die Ideen aus.
cabeza_cuadrada 12.01.2017
4. ja die Rückseite
die Rückseite ist wirklich extrem wichtig. Sieht bei meinem S7 auch sehr schön aus, jedes mal wenn ich die Hülle abmache. Ich schätze 90 % aller Smartphones wird eine Hülle verpasst weil die heutigen Oberflächen so anfällig für Kratzer sind. Kriegen die Hersteller das eigentlich nicht mit?
faehri_60 12.01.2017
5.
Manche können nicht anders .. sie müssen Bewährtes "verschlimmbessern". Dient ja irgendwo auch dem Absatz. In meiner Ex-Firma führte Glasbruch mit über 75 % die Handyschadenliste an ...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.