Hype der Woche: Siri tötet

Haben Sie ein iPhone 4S? Mit der Spracherkennungssoftware Siri? Dann nehmen Sie sich besser in Acht: Einem aktuellen Filmtrailer zufolge führt die Dame im Handy Übles im Schilde. "Siri - The Holiday Horror Movie", ein Spaßclip, vermählt das Apple-Handy mit "Scream" und "Psycho". 

Natürlich machen die jungen Leute wieder alles falsch. Spätestens seit dem ersten Teil von "Scream" sollte jedem Teenager klar sein, dass man in Horrorfilmen bestimmte Dinge einfach nicht tun sollte. Sex haben zum Beispiel. Die Treppe hinaufrennen.

Jetzt stellt sich heraus, dass es noch andere Dinge gibt, die man gerade zu Weihnachten tunlichst unterlassen sollte. Allein duschen zum Beispiel. Oder neue iPhones verschenken. Denn Siri, die Spracherkennung des Apple-Telefons, hat böse Absichten. "Das Leben hat keinen Sinn", findet Siri, und früher oder später müssen alle sterben. Mit Betonung auf ALLE und sterben.

Der kleine Filmtrailer, den die auf Web-Videos spezialisierte Produktionsgesellschaft Rooster Teeth (Hahnenzähne) hat herstellen lassen, lässt keinen (Teenie-)Horrorfilm aus: "Final Destination", "Scream", "Blair Witch Project", "The Faculty", irgendwie kommt einem alles ein bisschen bekannt vor. Sogar "Psycho" hat einen Kurzauftritt. Nur, dass der Bösewicht eben kein maskierter Mann im Mantel ist, kein kettensägenschwingender Hinterwäldler und kein harmloser Junggeselle, der Mama ein bisschen zu sehr liebt. Sondern ein Telefon.

"Sorry", sagt Siri zum um Gnade flehenden Menschlein, "I don't understand".

cis

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  • Freitag, 23.12.2011 – 12:42 Uhr
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Wo kommt der Hype her?
  • Das Internet hat eine neue Form des Unterhaltungskonsums hervorgebracht. Es fing an mit Videos, Fotos, Powerpoint-Präsentationen, die per E-Mail herumgeschickt wurden, ging weiter mit über Instant-Messaging-Dienste verbreiteten Links zu Clips mit skateboardfahrenden Hunden oder ungelenken Kindern beim Lichtschwert-Exerzieren und fand seinen vorläufigen Höhepunkt im Weitererzähl-Web der digitalen Gegenwart. Der Lacher für die Mittagspause wird heute über Facebook oder Twitter weitergereicht, genau wie der schnelle Niedlichkeits-Kick (Katzenvideos!) als Mittel gegen den grauen Büroalltag oder der mitgefilmte schmerzhaft-dämliche Skateboard-Unfall für zwischendurch.

  • Die kaskadische Form der Informationsverbreitung, die gerade Dienste wie Twitter ermöglichen, hat dem Phänomen des spontanen Internet-Hypes ein perfektes Biotop geschaffen. Auch ein Jahre altes Video von einem lachenden Pinguin kann urplötzlich innerhalb weniger Stunden ein Millionenpublikum erreichen - wenn geheimnisvolle Faktoren zusammenkommen, die noch niemand so recht entschlüsselt hat (wer das schafft, wird vermutlich sehr reich werden).

  • Und was sich lang genug in den Köpfen der Menschen hält, was weiterverarbeitet, verballhornt, umgedeutet, neu abgemischt wird, bringt es im Informationsverbreitungs-Wunderland Internet vielleicht sogar zum Mem.







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