Sprache, Video, Dateien Telekom zeigt SMS-Nachfolger Joyn

Ein neuer Nachrichtendienst, Spotify direkt vom Netzbetreiber und mobiles Fernsehen: Auf der Ifa in Berlin hat die Telekom neue Multimedia-Angebote für mobile Nutzer angekündigt. Und auch der schnelle Datenfunk LTE soll bezahlbar werden - nur vorerst nicht für Apple-Nutzer.

Joyn-Chat der Telekom: Neuer Standard der Provider gegen Drittanbieter-Apps
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Joyn-Chat der Telekom: Neuer Standard der Provider gegen Drittanbieter-Apps

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Berlin - Laut Telekom nutzen 38 Prozent der Mobilfunknutzer spezielle Apps für Instant Messaging, statt kurze Nachrichten per SMS zu versenden. Diese Kunden will das Unternehmen jetzt mit Joyn zurückholen. Joyn ist ein neuer Industriestandard, der Übertragung von Sprache, Texten, Bildern und Videos regelt und unabhängig von Provider und Endgerät ermöglichen soll. Telekom-Vorstand Niek van Damme sieht darin "eine Weiterentwicklung von SMS und Sprachtelefonie".

Künftig soll Joyn auf Windows-Phone-8- und Android-Handys vorinstalliert werden. Ältere Geräte, iPhones und iPads können per App Joyn-fähig gemacht werden. Die Software sieht aus wie eine Chat-App, erinnert sehr an den WhatsApp-Messenger und enthält Funktionen zum Versenden von Dateien und Bildern. Außerdem kann man während eines laufenden Telefonats die Kamera hinzuschalten und einen Videochat einleiten.

Telekom-Manager Ingo Hofacker sagt: "Das ist, glaube ich, die Zukunft der Kommunikation." Für Nutzer von Datenflats und SMS-Flats ist das Angebot auf Joyn umzusteigen durchaus attraktiv, denn das von Joyn genutzte Datenvolumen wird nicht mit dem Inklusivvolumen der jeweiligen Datenflatrate verrechnet.

Die Telekom muss sich bei ihrer Ankündigung allerdings mit dem zweiten Platz begnügen. Bereits am 29. August hatte Vodafone einen Joyn-Dienst angekündigt. Die dafür notwendige App gibt es kostenlos bei Google Play.

Spotify, Mobil-TV und LTE

Zusätzlich zu den Musicload-Angeboten hat die Telekom eine Partnerschaft mit dem Musik-Streaming-Dienst Spotify angekündigt. Für zehn Euro pro Monat kann ab Oktober eine Musik-Flatrate zu bestehenden Verträgen hinzugebucht werden. Außerdem wird in Kürze der neue Tarif Complete Special Musik eingeführt, der neben Spotify 50 Gesprächsminuten, eine Flatrate nach Wahl und eine SMS-Flat enthält. Die Monatsgebühr dafür soll knapp 30 Euro betragen.

Wer lieber guckt, statt zu hören, soll vom "Entertainment to go" angezogen werden. Gegen etwa fünf Euro Aufpreis sollen Telekom-Kunden damit mobiles Fernsehen auf Smartphones, Tablets und Notebooks nutzen , allerdings vorerst nur per W-Lan. Der Zugang über Mobilfunknetze soll später folgen.

Ein passendes Angebot, um diesen mobilen Netzzugang zu beschleunigen, macht der Netzbetreiber Kunden, die einen der Complete-Tarife gebucht haben, jetzt mit einer neuen LTE-Option schmackhaft. Für 9,95 Euro monatlich kann man damit Daten mit bis zu 100 Mbit/s herunter- und mit bis zu 50 Mbit/s ins Netz hinaufladen. Mit Buchung der Option wird das im Vertrag enthaltene Inklusiv-Volumen verdoppelt.

Das funktioniert natürlich nur in den Gegenden und Städten, in denen das LTE-Netz bereits ausgebaut ist. Die Telekom gibt an, derzeit etwa 13 Millionen Deutsche mit der neuen Technik versorgen zu können.

Ein LTE-Handy, -Tablet oder -Stick ist natürlich ebenso Voraussetzung. Kompatibel mit den LTE-Netzen der Telekom sind Geräte, die auf den Frequenzen um 800 und 1800 MHz funken. Apples iGeräte fallen damit aus. Zumindest, sofern der US-Konzern nicht in Kürze eine neue LTE-taugliches iPhone vorstellt. Die Telekom hingegen wird zum Einstieg beispielsweise das HTC One XL und das Samsung Galaxy II LTE anbieten.

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insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
DHempelmann 30.08.2012
1. Joyn gegen Skype...
Zitat von sysopDPAEin neuer Nachrichtendienst, Spotify direkt vom Netzbetreiber und mobiles Fernsehen: Auf der Ifa in Berlin hat die Telekom neue Multimediaangebote für mobile Nutzer angekündigt. Und auch der schnelle Datenfunk LTE soll bezahlbar werden - nur vorerst nicht für Apple-Nutzer. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,852980,00.html
Und wie soll dieses "Joyn" dann abgerechnet werden? Jeder Chat wie eine SMS? Kameraeinsatz wie MMS? ...sondern wie eine SMS....., denn sonst wäre es ja auch für die Nutzer ohne SMS-Flat interessant. Na prima! Also zahlen alle anderen anstelle von 0,00x cent für ein paar kb Datendurchsatz dann 0,19 für eine "Art" SMS....
wiesson 30.08.2012
2. optional
Der Zug ist abgefahren. Warum soll ich noch eine App benutzen, die eigenständig abgerechnet wird? Whatsapp und iMessage reicht mir um alle Freunde zu erreichen…
twan 30.08.2012
3.
Entertain2go klappt nicht pauschal per Wlan, sondern nur im heimischen Netzwerk, wenn mann Entertain besitzt. Somit ist es nur to go, wenn man eine Hütte mit 2000 Wohnqm hat;)
funnyone2007 30.08.2012
4.
Zitat von DHempelmannUnd wie soll dieses "Joyn" dann abgerechnet werden? Jeder Chat wie eine SMS? Kameraeinsatz wie MMS? ...sondern wie eine SMS....., denn sonst wäre es ja auch für die Nutzer ohne SMS-Flat interessant. Na prima! Also zahlen alle anderen anstelle von 0,00x cent für ein paar kb Datendurchsatz dann 0,19 für eine "Art" SMS....
Telekom gibt Preise für SMS-Nachfolger Joyn bekannt | heise online (http://www.heise.de/newsticker/meldung/Telekom-gibt-Preise-fuer-SMS-Nachfolger-Joyn-bekannt-1616664.html) wird ein rohrkrepierer.. zumal es kostenlos Varianten wie google talk, whats app und so weiter gubt.
bluemetal 30.08.2012
5. Totgeburt
mmh, ich weiß nicht, alle Apple Nutzer texten eh schon lange umsonst (untereinander) und mit Android Usern über WhatsApp. Push-emails erledigen den Rest. Wen soll Joyn also als Kunden ansprechen bzw. wie wollen Netzbetreiber damit wieder Geld generieren, nachdem ihre jahrzehntelange SMS Abzocke nun tot ist? Auch mir scheint der Zug schon lange abgefahren,
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