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01. September 2017, 15:20 Uhr

Neues für Windows 10

Das bringt Microsofts Herbst-Update

Aus Berlin berichtet

Microsoft verpasst Windows die nächste große Aktualisierung. Auf der Ifa in Berlin erzählt Konzernmanager Terry Myerson, was die Nutzer erwartet.

Für Windows-Nutzer steht bald das nächste große Update an. Auf der Ifa in Berlin kündigte Terry Myerson, bei Microsoft für Windows und Hardware verantwortlich, den Termin für die Veröffentlichung des sogenannten Fall Creators Update an. Die neue Software soll demnach ab dem 17. Oktober verfügbar sein. Der Konzern liegt damit ein paar Wochen hinter seinem bisherigen Rhythmus, der alle sechs Monate ein großes Windows-Update vorsah.

Der Grund für die Verzögerung könnte eines der spannendsten Features der neuen Software sein: Mixed Reality. So bezeichnet Microsoft seine auf der teuren HoloLens basierende Virtual-Reality-Technologie (VR). Mit dem Fall Creators Update erweitert Microsoft sein Windows 10 nun um Funktionen, die es PC-Herstellern ermöglichen, günstige VR-Brillen herzustellen.

Das führt zu einigen neuen Produkten, die deutlich günstiger sind als etwa die HoloLens: Während sie derzeit 3300 Euro kostet, werden die neuen Brillen für Windows-10-PC schon ab 300 Dollar zu bekommen sein. Zudem braucht man, anders als etwa bei der Oculus Rift und der HTC Vive, nicht unbedingt einen High-End-PC, um sie nutzen zu können. Ein günstiger Mittelklasserechner, auf dem Windows 10 mit dem Fall Creators Update läuft, soll ausreichen, verspricht Microsoft.

An den entsprechenden Brillen und Computern arbeiten etliche Firmen und das schon seit einiger Zeit. Jetzt sollen die Geräte zeitgleich mit dem Windows-Update auf den Markt kommen. Genau das könnte der Grund für die Verzögerung beim Update sein: Die Produktionspläne von fünf Hardwareherstellern und Microsoft zu synchronisieren, dürfte keine leichte Aufgabe sein.

Die fünf Computerbrillen, die zum Start verfügbar sein sollen, kommen von HP, Lenovo, Dell, Acer und Asus. Sie sollen den Umgang mit der virtuellen Realität zu Hause einfacher machen als die bisher verfügbaren Geräte. Einer der Gründe dafür ist, dass sie ohne externe Sensoren funktionieren, wie man sie etwa bei einer HTC Vive im Raum platzieren muss. Stattdessen sind in die Headsets Kameras integriert, die es dem System ermöglichen, die Grenzen der realen Umwelt zu erfassen.

Spiele als Startpunkt

Zum Start dürften die meisten Anwender die neue Technologie für Spiele nutzen, sagt Terry Myerson im Gespräch mit SPIEGEL ONLINE. Das ist klar und ist auch naheliegend: Die VR-Brillen von HTC und Oculus samt ihrer Controller werden derzeit wohl auch in erster Linie fürs Gaming genutzt.

Andere Anwendungen werde es beispielsweise im Schulungsbereich geben, sagt Myerson, etwa um Technikern die Wartung komplizierter Maschinen erlernen zu lassen. Auch Livekonzerte, die man per VR-Brille miterleben könnte, nennt er als Nutzungsmöglichkeit.

Für die Zukunft sieht Myerson für das, was Microsoft Mixed Reality nennt, aber ganz andere Anwendungen im Fokus. "Diese Technologie wird uns näher zusammenbringen", schwärmt Microsofts Top-Manager, wenn er erklärt, dass die Datenbrillen seiner Meinung nach in Zukunft vor allem fürs Kommunizieren benutzt werden könnten.

Emotionen als Herausforderung

Statt für das Gespräch in Berlin zwei Tage auf den Hin- und Rückflügen in die USA zu verbringen, würde er die Unterhaltung lieber per VR führen, sagt er: "Da gibt es ein fantastisches Potenzial, aber wir müssen noch etwas arbeiten, um so etwas zu ermöglichen." Die größte Herausforderung sei dabei nicht die Geschwindigkeit der Bildübertragung oder die grafische Qualität, sondern die Fähigkeit, Emotionen, Gesichtsausdrücke und Gesten zu übertragen.

Neben der Mixed-Reality-Technologie erweitert das Fall Creators Update Windows 10 in erster Linie um Funktionen zur Video- und Bildbearbeitung. So schwenkt beispielsweise Microsofts Fokus vom 1985 in Windows eingeführten Malprogramm Paint auf die Software Paint 3D um. Wie der Name sagt, lassen sich damit nicht nur normale Bilder, sondern auch dreidimensionale Objekte erstellen und über entsprechende Drucker ausdrucken.

Neu ist auch App Story Remix. Die Software nutzt künstliche Intelligenz, um Videoschnipsel, die man auf den Rechner lädt, zu analysieren und daraus selbstständig ansprechende Filme zu schneiden.

Eine weitere Neuerung, die mit dem Update eingeführt wird, dürfte all jene freuen, die Notebooks mit kleinen SSDs haben, die immer voll sind: One Drive Files on demand. Die neue Funktion des Cloudspeichers soll auf Computern Speicherplatz frei machen, indem sie die Dateien des Nutzers in der Cloud speichert statt auf der Festplatte oder der SSD.

Mit den Cloud-Daten soll man so arbeiten können, als wären sie auf dem Rechner gespeichert. Auch mit den One-Drive-Apps für iOS und Android soll das klappen. Nur ohne Internet funktioniert das natürlich nicht.

Wie bisher alle Updates für Windows 10 wird auch das Fall Creators für die Nutzer kostenlos angeboten.

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