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Immobilien-Apps für Smartphones: Wohnungssuche mit Live-Bild und GPS

Smartphones könnten zu echten Helfern bei der Immobiliensuche werden. Eine neue Generation von Apps liefert nicht nur Wohnraumangebote, sondern lässt vor Ort im Wunschviertel live erkunden, wo Wohnungen und Häuser zur Miete oder zum Kauf angeboten werden.

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TMN

Wohnungssuche per Smartphone: Aktuelle Angebote werden ins Live-Bild eingeblendet

Der Kleinanzeigenteil vom Wochenende, Kugelschreiber und Telefon waren früher die wichtigsten Utensilien für Leute, die auf der Suche nach einer Immobilie sind. Sobald sie morgens die Zeitung in den Fingern hatten, durchforsteten sie die Verkaufs- oder Vermietungsannoncen, um bei interessanten Anzeigen sofort den Anbieter anzurufen. Das Internet hat die Immobiliensuche stark verändert: Online-Portale liefern rund um die Uhr eine Fülle an Informationen, Suchassistenten mailen automatisch neue Angebote, und die entsprechende App auf dem Smartphone ermöglicht die Suche beim Spaziergang durch die gewünschte Wohngegend.

Mehr als neun Millionen Internetnutzer (18,2 Prozent) tummeln sich aktuellen Zahlen der Arbeitsgemeinschaft Online Forschung (AGOF) zufolge regelmäßig auf den Seiten der Immobilienbörsen. Allein Immobilienscout24.de, nach eigenen Angaben der größte deutsche Internet-Marktplatz für Immobilien, registriert monatlich fünf Millionen Nutzer. Bei Immowelt.de sind es 2,25 Millionen, bei Immonet.de 1,8 Millionen. Diese Zahlen zeigen, wie bedeutend das Online-Geschäft inzwischen ist. Schätzungsweise 70 bis 80 Prozent der Immobilieninteressenten suchten heute vor allem über die Online-Portale, sagt Barbara Schmid von Immowelt.de.

Da ist es wenig verwunderlich, dass die Portale auch auf den Siegeszug des mobilen Internets aufspringen. Alle großen Anbieter haben Apps im Angebot, mit denen sich per Smartphone nach Wohnungen oder Häusern suchen lässt. Immowelt.de zum Beispiel bietet die kleinen Programme laut Barbara Schmid kostenlos für Apples iPhone, für Smartphones mit Android-Betriebssystem sowie für Nokia- und Vodafone-Handys an. Immobilienscout24.de offeriert sie kostenlos fürs iPhone und für Android-Handys. Und Immonet.de hat eine kostenfreie App für Smartphones von Samsung entwickelt. Eine iPhone-App wird nach Angaben von Sprecherin Birgit Schweikart demnächst veröffentlicht.

Wohnungssuche in Echtzeit

Die Funktion der Immobiliensuch-Apps ist meist ähnlich: Nutzer erhalten die Treffer ihrer Suchanfragen speziell aufbereitet für ihr mobiles Endgerät. Dank der GPS-Funktion ist aber auch eine Suche nach verfügbaren Immobilien im Umkreis des aktuellen Standortes möglich. So kann man mit dem Smartphone in der Hand durch seine bevorzugte Wohngegend bummeln und sich dabei anzeigen lassen, ob in den Straßen rundum eine Immobilie zu vermieten oder zu verkaufen ist.

Doch das ist nicht alles. "Das Schickste und Neueste, das wir haben, ist die Wikitude-App", erzählt Immowelt-Sprecherin Barbara Schmid. Diese kostenlose App, die fürs iPhone sowie für Android- und Symbian-Smartphones erhältlich ist, verbindet die Immowelt-Angebote mit dem Augmented-Reality-Programm Wikitude des Anbieters Mobilizy. Wikitude kann in die Live-Bilder der Smartphone-Kamera geocodierte Daten verschiedener Anbieter als Treffer einblenden - zum Beispiel Sehenswürdigkeiten, Restaurants, Einkaufsmöglichkeiten oder eben die Immobilienangebote von Immowelt. Wenn also der Nutzer die Kamera zum Beispiel auf ein schickes Jugendstil-Haus richtet, in dem er gerne wohnen möchte, würde er sofort auf dem Display sehen, wenn in dem Haus eine Wohnung zu vermieten oder zu verkaufen wäre.

Immobilien-Apps auf Hunderttausenden iPhones

Anfangs seien die Apps sicherlich noch eine technische Spielerei für Smartphone-Freaks gewesen, räumt Barbara Schmid ein. Das sei inzwischen anders. Die Technik sei jetzt ausgereift, Schmid spricht von einem klaren Trend zur mobilen Immobiliensuche. Allein für die Wikitude-App verzeichne man für alle Plattformen zusammen mehr als eine Million Downloads.

Bei Immobilienscout24.de beobachtet man ebenfalls ein steigendes Interesse. "Unsere iPhone-App wurde nach nur vier Wochen über 100.000 Mal heruntergeladen", berichtet Sprecher Marcus Drost. "Inzwischen liegen die Download-Zahlen bei rund 360.000. Die App ist damit auf jedem zehnten iPhone in Deutschland installiert." Und man hat noch größere Erwartungen: "Schon heute kommen rund vier Prozent unseres Traffics über die mobilen Anwendungen. Mittelfristig ist hier mit zweistelligen Zahlen zu rechnen."

Alte Gewohnheiten bremsen die neue Technik

Ähnlich positiv sieht man die Entwicklung bei Immonet.de. "Das mobile Internet ist nicht mehr wegzudenken aus unserer Gesellschaft", erklärt Sprecherin Birgit Schweikart.

Einen kleinen Haken hat die App-Umkreissuche nach Immobilien jedoch. Weil bei ihr die Daten geocodiert sein müssen, um als Treffer in der Karte oder wie bei der Wikitude-App im Kamerabild angezeigt zu werden, müssen die Koordinaten oder die Adresse bekannt sein. Das ist allerdings bei vielen Angeboten, die über Makler laufen, nicht der Fall. Makler rücken die Adresse oft erst nach einer direkten Kontaktaufnahme heraus. An Informationen über solche Objekte gelangen Interessenten dann doch nur auf die alte Weise: Angebote checken, Interessantes entdecken und möglichst schnell den Anbieter anrufen.

Felix Rehwald, dpa

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Handy-Anwendungen
Apps
Sogenannte Apps (Applications) sind Software-Anwendungen, die zusätzlich gekauft und dann auf entsprechend ausgestatteten Handys installiert werden können. Sie reichen von der Wasserwaage über Spiele bis hin zu Navigationssystemen fürs Mobiltelefon.
Apple App-Store
Der App-Store der Apple Inc. ist ein Portal, auf dem Programme und Spiele aus dem iTunes-Store für das iPhone heruntergeladen werden können. Der Mac-Bauer war bei diesem Thema Vorreiter. Nach Konzernangaben wurden bereits mehrere Milliarden Programme aus dem App-Store heruntergeladen.
Nokias Ovi-Store
REUTERS
Seit Ende Mai 2009 gibt es auch von Nokia ein Portal, das eine Vielzahl von Programmen für Handys bietet. Im Nokia Ovi-Store können Kunden sich Spiele, Navigationskarten und Nachschlagewerke auf ihre Handys laden. Auch für den Ovi Store können sich externe Entwickler registrieren und versuchen, dort Software anzubieten.
Blackberry App World
Die Blackberry App World ist ebenfalls ein Pendant zum App-Store von Apple. Es ist ein vom Hersteller RIM betriebenes Software-Portal, in dem sich jeder Blackberry Nutzer Software kaufen kann. Die soll dann auf jedem Blackberry-Smartphone mit OS-Version 4.2 und allen folgenden sowie auf allen Geräte mit Trackball oder Touchscreen laufen. Ähnlich wie beim App-Store kann auch bei Blackberry jeder, der sich dort als solcher anmeldet, theoretisch Entwickler einer Handy-Anwendung werden.
Android Market
AP
Android ist ein Handy-Betriebssystem von Google. Aktuell gibt es im Android Market genannten Downloadshop Zehntausende Anwendungen. Auch hier kann theoretisch jeder eigene Programme entwerfen und anderen Nutzern kostenlos oder zum Kauf zur Verfügung stellen - vorausgesetzt, er registriert sich zunächst als Entwickler.

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Grafik: Diese Rohstoffe sind in Ihrem Handy drin

Wie die Handy-Rechnung auch im Urlaub überschaubar bleibt
Kann ich im Ausland einfach mit meinem Handy telefonieren?
Die meisten Handys sind von Anfang an für Roaming, also das Telefonieren in ausländischen Mobilfunknetzen, freigeschaltet. Einige Anbieter verlangen aber eine ausdrückliche Aktivierung - die kostet zwar meist nichts, kann aber etwas Zeit in Anspruch nehmen. Gerade bei exotischeren Reisezielen ist eine Nachfrage angebracht.
Wie viel kostet das Telefonieren im Ausland?
Nach der neuen EU-Verordnung dürfen abgehende Gespräche innerhalb der EU ab 1. Juli 2009 für Besitzer deutscher Handys maximal 51 Cent kosten, ankommende Gespräche nicht mehr als 22,6 Cent. In Ländern außerhalb der EU - und damit zum Beispiel auch in der Schweiz, in Kroatien und der Türkei - gelten je nach Land und Netz oft sehr unterschiedliche Tarife, die jeweils beim Anbieter zu erfragen sind.
Lohnt sich ein spezieller Auslandstarif meines Mobilfunkers?
Besonders für Vertragskunden bieten viele Mobilfunkgesellschaften besondere Auslandstarife an. Diese bieten häufig günstigere Minutenpreise, es kommen meist aber Verbindungsgebühren pro Gespräch hinzu. Damit lohnen sie sich erst bei längeren Gesprächen. Besonders interessant können die Optionstarife aber bei Aufenthalten außerhalb der EU sein, wo die Minutenpreise sonst häufig hoch sind.
Was muss ich bei SMS und MMS beachten?
Die Preise für Kurznachrichten innerhalb der EU sind deutlich gesunken, mit maximal 13 Cent sind die SMS damit teils billiger als in Deutschland. Der SMS-Empfang ist kostenlos. Teuer werden können MMS - mit denen sich etwa Urlaubsfotos per Handy verschicken lassen. Die Preise sind hierfür teilweise sehr unübersichtlich - abhängig von der Größe der MMS, dem Land und Netz fallen oft unterschiedliche Kosten an. Auch der MMS-Empfang im Ausland ist teils kostenpflichtig.
Kann ich im Ausland mit dem Handy auch ins Internet gehen?
Wer im Urlaub schnell seine E-Mails, Fußballergebnisse oder das Wetter im Internet checken möchte, kann dies auch mit seinem Handy tun. Das kann aber teuer werden. Die EU hat für das Datenroaming nur die Großhandelspreise festgelegt - also die Gebühren der Netzbetreiber untereinander. Dadurch dürften zwar auch die Endpreise sinken, wirklich günstig wird es dadurch aber nicht. Günstigere Datentarife der Anbieter müssen außerdem oft zugebucht werden - und können dann auch andere Preise fürs Telefonieren mit sich ziehen.
Wie kann ich noch Geld sparen?
Im Ausland kann die Mailbox zu einer wahren Kostenfalle werden - daher besser vor dem Abflug ausschalten! Eine Alternative ist die vollständige Umleitung aller Anrufe auf die Mailbox - dann ist der Kunde nur noch per SMS zu erreichen oder kann selber anrufen. Wer lange Zeit in einem Land verbringt, sollte sich unter Umständen dort eine Prepaid-Karte zulegen, also eine Karte, bei der für die Gespräche im Voraus gezahlt wird. Empfehlenswert ist es, diese in einem Laden zu kaufen, der mehrere Mobilfunkanbieter vertritt - um nicht ausgerechnet an den teuersten Tarif zu geraten.


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