Aakash 2 Indien verkauft Schülern Android-Tablet für 16 Euro

Mit einem ausgesprochen günstigen Tablet-Rechner will die indische Regierung das IT-Niveau des ganzen Subkontinents anheben. Der Plan schien im vergangenen Jahr an zu schlechter Hardware zu scheitern - um so beeindruckender ist das Comeback mit dem Aakash-2-Tablet.

Chefsache: Indiens Präsident Pranab Mukherjee präsentiert das Bildungs-Tablet.
AFP

Chefsache: Indiens Präsident Pranab Mukherjee präsentiert das Bildungs-Tablet.


Die indische Regierung hat einen Nachfolger des umstrittenen Aakash-Flachrechners vorgestellt. Ein Billig-Tablet auf Android-Basis, das den Unterricht an indischen Schulen verbessern und "digitalen Analphabetismus bekämpfen" soll, wie Kapil Sibal, indischer Minister für Personalentwicklung, zur Einführung mitteilte.

100.000 indische Schüler und Studenten sollen das Tablet ab sofort für umgerechnet 16 Euro über ihre Bildungseinrichtung erhalten können - und damit Indiens Plan der Vernetzung von 416 Universitäten und 20.000 Colleges erfüllen. Das Aakash 2 ist Teil eines großangelegten Programms zur Verbesserung des indischen Bildungssystems. 39 Prozent der Inder können weder lesen noch schreiben. Der Umgang mit dem Computer und eine Computer-Ausstattung sind in vielen Regionen nicht üblich - und oft nicht erschwinglich.

Aakash soll diese Lücke füllen, erklärte Hersteller Datawind zur Einführung des ersten Modells im vergangenen Jahr. "Unser Ziel war es, die Preisschranke für die Nutzung von Computern und den Zugang zum Internet zu senken", sagte Datawind-Chef Suneet Singh Tuli. Das Vorhaben schien 2011 noch am allzu schlecht ausgestatteten Vorgänger Aakash 1 zu scheitern: zu langsam, zu schlechte Akkus, ein stumpfer Touch-Bildschirm, lautete die Kritik, die schließlich erst zum Zerwürfnis der Initiatoren und schließlich zur vorübergehenden Einstellung des Programms führte.

Doch der jetzt von der britischen Firma Datawind neu entwickelte und in Indien produzierte Tablet-Computer Aakash 2 ist endlich ein ernstzunehmendes Gerät: 7-Zoll-Touch-Bildschirm mit 800 x 480 Pixeln Auflösung, 1 GHz Prozessor, 512 MB RAM, 4 GB Speicherplatz, eingebaute Kamera, Speicherkarten-Slot, Android-4-Betriebssystem.

Die Regierung soll ein Tablet umgerechnet knapp 33 Euro kosten, die Schüler und Studenten bekommen darauf noch Rabatt. Im freien Handel gibt es das Gerät direkt beim Hersteller für rund 65 Euro.

kno

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insgesamt 10 Beiträge
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micha-mille 12.11.2012
1. Gut so
Finde ich gut. Da kommt es dann wirklich nicht auf die letzte optimale HW-Komponente an, sondern nur darauf, dass die Kiddies damit an die IT heran geführt werden. Gottseidank wurde dieser Artikel nicht von Mathias Kremp geschrieben. Der hätte sich vermutlich mal wieder vom IPad "inspirieren" lassen. ;-)
DasKlaus 12.11.2012
2.
Leider gelingt es mir nicht, mit einer VISA Karte von Deutschland aus das Tablet zu bestellen. Hat jemand schon Erfolg gehabt?
mitbestimmender wähler 12.11.2012
3. Vorbildlich diese Inder. davon können unsere EU Schüler träumen
Zitat von micha-milleFinde ich gut. Da kommt es dann wirklich nicht auf die letzte optimale HW-Komponente an, sondern nur darauf, dass die Kiddies damit an die IT heran geführt werden. Gottseidank wurde dieser Artikel nicht von Mathias Kremp geschrieben. Der hätte sich vermutlich mal wieder vom IPad "inspirieren" lassen. ;-)
Da sollten diverse EU Staaten nun auch aufspringen und sich solche Aakash 2 Tablets für die Schüler anschaffen oder verbilligt anbieten......... Bevor die Schulbehörden wieder überteuerte Premium Ware kaufen und sich die Wenigsten dies leisten können.
mitbestimmender wähler 12.11.2012
4. Gewerbler beschenkt eure Schulgemeinde
Zitat von micha-milleFinde ich gut. Da kommt es dann wirklich nicht auf die letzte optimale HW-Komponente an, sondern nur darauf, dass die Kiddies damit an die IT heran geführt werden. Gottseidank wurde dieser Artikel nicht von Mathias Kremp geschrieben. Der hätte sich vermutlich mal wieder vom IPad "inspirieren" lassen. ;-)
Da könnte man glatt als Gemeinde-Gewerbe diese Tablets den Schülern/Schule schenken. Eine finanzierbare Förderung für die Zukunft, bevor der marode Staat wieder überteuert das Geld aus dem Fenster schmeisst.
leser008 12.11.2012
5. Spielzeug
Ob sich ein indischer Bauer für seine X Kinder in der Schule Tabletts leisten kann, möchte ich mal bezweifeln. Das ist wohl eher eine Subvention für die städtische Mittelschicht. Aber als Idee ganz gut, solange man übers Jahr genug von den Dingern nachkaufen kann.
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