Produktion in China: Inspektoren decken Misstände bei Apple-Zulieferer Foxconn auf
Zu lange Arbeitszeiten, unbezahlte Überstunden sowie mangelhafte Sicherheits- und Gesundheitsstandards: Eine unabhängige Inspektion deckt die schlechten Zustände bei Apples wichtigstem Zulieferer Foxconn auf. Das chinesische Werk gelobt nun Besserung.
New York/Peking - In den riesigen Foxconn-Werken in China werden iPhones und iPad-Tablets für den westlichen Markt produziert - zu höchstproblematischen Bedingungen: Die von Apple selbst eingefädelte unabhängige Inspektion seines wichtigsten Fertigers hat deutliche Mängel aufgedeckt. Darunter seien zu lange Arbeitszeiten und mangelhafte Sicherheits- und Gesundheitsbedingungen, berichtete die Fair Labor Association (FLA) am Donnerstag.
Apple war Anfang des Jahres als erstes Unternehmen der Elektronikbranche der FLA beigetreten, die unabhängige Inspektionen von Fabriken durchführt. Foxconn habe zugesagt, die Mängel zu beheben, hieß es. Apple wolle das Partnerunternehmen dabei unterstützen. Im Zhengzhou Technology Park des weltgrößten Auftragsfertigers Foxconn arbeiten 120.000 Menschen. Neben Apple gehören auch andere führende Branchenmarken wie Amazon, Dell, Nintendo, Hewlett-Packard, Samsung, IBM, Lenovo, Motorola, Nokia, Sony und Toshiba zu den Foxconn-Kunden.
Apple-Chef Tim Cook machte sich auf seiner China-Reise zudem persönlich ein Bild von den Arbeitsbedingungen in einem iPhone-Werk des umstrittenen Zulieferers. Foxconn stand wegen der Zustände bei der Herstellung von Smartphones, Tablet-Computern und anderen Elektronik-Geräten in den vergangenen Monaten immer wieder in der Kritik. Schon 2010 geriet der Konzern in ein schlechtes Licht, nachdem einige Foxconn-Arbeiter sich selbst getötet hatten.
Apple-Chef Cook hat seit seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr mehrere Schritte unternommen, um das Image von Apple im Zusammenhang mit den Arbeitsbedingungen in China zu verbessern. Vor allem in den USA wurde zuletzt angesichts des Apple-Geldbergs von rund hundert Milliarden Dollar über die "menschlichen Kosten" von iPhone und iPad diskutiert. Das Gehalt der Arbeiter und Ingenieure bei Apple-Partnern wie Foxconn liegt zwar oft deutlich über dem örtlichem Durchschnitt. Es ist nach westlichen Verhältnissen aber immer noch sehr gering. Zwölfstunden-Schichten mit monotonen Arbeitsabläufen sind an der Tagesordnung. Zugleich bilden sich immer gewaltige Schlangen vor den riesigen Fabriken, wenn Foxconn neue Arbeiter sucht.
Im Gespräch mit dem chinesischen Vize-Premier Li Keqiang, der als aussichtsreicher Anwärter auf den Posten des Ministerpräsidenten gilt, betonte Cook laut chinesischen Medienberichten, Apple werde in China ehrlich und im Einklang mit den Gesetzen agieren. Bei dem Treffen ging es laut chinesischen Medienberichten auch um den Umgang mit geistigem Eigentum. Apple hat in China nämlich noch ein anders großes Problem: Das Unternehmen Proview Shenzhen erhebt Anspruch auf die iPad-Namensrechte in China. Wegen Gerichtsklagen wird der populäre Tablet-Computer in mehreren Städten nicht mehr verkauft. Apple beharrt darauf, den Markennamen iPad rechtmäßig bei einer Proview-Tochter erworben zu haben.
lgr/dpa/Reuters
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- Freitag, 30.03.2012 – 06:54 Uhr
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Insgesamt beschäftigt der Konzern rund eine Million Beschäftigte und ist damit einer der größten Industriekonzerne der Welt. 2010 erreichte der Umsatz knapp drei Billionen New Taiwan Dollar (NTD), umgerechnet ca. 77,1 Milliarden Euro, der Gewinn 77.1 Milliarden NTD (1,8 Milliarden Euro).
Diese Bezahlung reicht auch nach Einschätzung der Kritiker-Organisationen wie Make IT Fair und Sacom aus, den Lebensunterhalt einer einzelnen Person zu decken, der in Shenzhen etwa 2.700 Rmb koste. Sie argumentieren allerdings, schon das Basisentgelt müsse diese Lebenshaltungskosten decken. Wegen des niedrigen Mindestlohns seien die Arbeiter gezwungen, Überstunden zu leisten. In den neuen Fabriken in Chengdu liegen die Verdienste um 20 bis 30 Prozent unter dem Niveau von Shenzhen. Dort würden die Lebenshaltungskosten nicht einmal mit Überstunden erreicht, sagen die Kritiker.
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