Internetvideos Durchblick im Filmformat-Wirrwar

Manchmal hakt es einfach, wenn man sich ein Video aus dem Netz anschauen will. Entweder meckert der Media Player wegen eines fehlenden Codecs oder Windows kann das Video einfach keiner Anwendung zuordnen. Wir zeigen, wie Sie solche Situationen vermeiden können.

Fehlermeldung des Windows Media Player: Mit dem richtigen Codec wäre das nicht passiert
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Fehlermeldung des Windows Media Player: Mit dem richtigen Codec wäre das nicht passiert

Von Jörn-Erik Burkert


In den Anfangsjahren von Windows konnte der Anwender noch anhand von Dateierweiterungen Videos dem passenden Player zuordnen. Beispielsweise wurde AVI durch den Media Player von Microsoft abgespielt und MOV-Dateien waren als Quicktime-Format zu erkennen. Spezialformate gab es nur wenige.

Bedingt durch das Internet und die Verbreitung von HD-Video wurden in den letzten Jahren immer mehr Formate und Verfahren für die Komprimierung von Videomaterial entwickelt. Die Neuentwicklungen bringen zwar verbesserte Bildqualität, sorgen aber auch für mehr Verwirrung beim Nutzer. Nicht mehr jede Datei mit der Kennung AVI wird ohne Probleme vom Windows-Media-Player auf dem Bildschirm angezeigt. Oft erscheint eine Fehlermeldung und die Möglichkeit, die "Webhilfe" zu öffnen. Dann gelangt der Nutzer auf eine englischsprachige Web-Seite bei Microsoft. Dort findet er mit etwas Glück den Namen des fehlenden Codecs. Wo man die dafür nötige Software bekommt, lässt sich leicht mit einer Suchmaschine herausfinden.

Videoformat, Container und Codecs

Die Dateiendung AVI weist auf ein Videoformat hin und ist gleichzeitig eine Hülle für Audio- und Videodaten. Man spricht hier auch von einem Container, der im Falle von AVI die Bild- und Soundinformationen des Videos enthält. Die Daten für Video und Audio sind mit einem Codec aufbereitet, der sich um die Komprimierung der Daten kümmert. Für Bild und Ton in einem Container wie AVI muss nicht zwingend der gleiche Codec zum Einsatz kommen. Deswegen kann es auch passieren, dass beim Abspielen eines Films, der Ton nicht zu hören ist. Die Fehlermeldung des Media Players bezieht sich in diesem Falle auf den Codec für die Tonspur. Dieser muss dann extra neben dem Codec für die Bildanzeige installiert werden. Erst dann wird der Film korrekt abgespielt.

Neuere Container wie das MKV-Format (Matroschka) können noch zusätzliche Informationen enthalten. Dazu gehören weitere Tonspuren und Untertitelinformationen. Das Prinzip bleibt bei diesen Containern gleich: Für die richtige Anzeige werden passende Codecs für Bild und Ton benötigt. Zum Einblenden von Untertiteln muss der Anwender neben den Codecs einen Player installieren, der die Informationen aus der Datei ausliest und passend zum Film anzeigt. An dieser Stelle hat sich der VLC Media Player in der Praxis bewehrt.

Eine Liste mit bekannten Videoformaten und Informationen zum Abspielen der Filmclips finden Sie im Kasten "Video: Wichtige Formate und Dateierweiterungen".

Player für den Webbrowser

Wer sich Filme direkt im Browser anschauen will, muss den passenden Player für seinen Webbetrachter installieren. Meist handelt es sich dabei um den Flash Player von Adobe. Video-Portale wie YouTube, Google Video oder MyVideo.de nutzen diese Software. Fehlt der nötige Flash-Player, meldet sich der Webbrowser und verweist auf die entsprechende Download-Möglichkeit. Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Original-Software beim Hersteller Adobe laden und installieren.

Mit speziellen Tools und Browser-Erweiterungen lassen sich auch Filme von YouTube und Co. auf die Festplatte speichern. Diese Dateien liegen dann im FLV-Format vor. Solche Flash-Video-Clips spielt ebenfalls der VLC Media Player ab (siehe Kasten "VLC: Der Formatjongleur"). Für die Nutzung auf anderen Geräten (z.B. mobile Media Player) ist eine Konvertierung in ein anderes Format notwendig.

Um aber beispielsweise Filmtrailer von der Apple-Web-Seite anschauen zu können, ist die Installation von Apples Quicktime-Player erforderlich. Damit können Sie die Filmvorschau entweder direkt im Webbrowser abspielen oder erst herunterladen und dann auch ohne Netzverbindung am Rechner anschauen. Wenn Sie iTunes von Apple nutzen, ist der Player automatisch installiert. Über iTunes können Sie auch Filme im Quicktime-Format auf den Bildschirm holen. Die passenden Verknüpfungen erzeugt der Quicktime-Player bei der Installation.

Updates beachten

Mit passenden Codecs ist das Abspielen von Filmen kein Problem. Über die Webhilfe des Microsoft Media Players findet Sie sehr oft den fehlenden Codec. Google hilft Ihnen dann, auf die Jagd nach der passenden Quelle zum Herunterladen zu gehen. Damit Sie beim Laden der Dateien keine böse Überraschung erleben, sollten Sie immer nur auf die Originalseite des jeweiligen Herstellers gehen. Andernfalls laufen Sie Gefahr, auf Abzockerseiten zu landen oder ihren Rechner mit Schadsoftware zu verseuchen. Einige Codecs lassen sich beispielsweise im Download-Bereich des Webportals magnus.de aufstöbern.

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