iPhone-Betriebssystem Apple stellt Vorabversion von iOS 12 bereit

Lust auf ein kleines Abenteuer? Apple hat eine Vorabversion von iOS 12 veröffentlicht. Wir erklären, was sie kann und wie man an sie heran kommt.

Apples Beta-Website
Apple

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Ohne darum viel Brimborium zu veranstalten, hat Apple am Montag die öffentlichen Betaversionen von iOS 12 und tvOS 12 online gestellt. Damit können ab jetzt alle interessierten - und mutigen - Nutzer kompatibler Geräte die nächsten Versionen der beiden Betriebssysteme ausprobieren.

Apple hat die Updates Anfang Juni auf seiner Entwicklerkonferenz WWDC in Kalifornien vorgestellt. Unter anderem wurde dabei versprochen, dass die Software ältere Geräte, wie etwa das iPhone 5s, schneller machen solle. Eine ungewöhnliche Ansage, da neue Betriebssystemversionen ältere Hardware üblicherweise eher ausbremsen, da sie für die Fähigkeiten neuer Prozessoren optimiert werden.

"Wir konzentrieren uns in diesem Jahr vor allem darauf, die Leistung des Systems unter Last zu optimieren", sagte Softwarechef Craig Federighi bei der Ankündigung der Updates. Möglich werde das durch die tiefe Integration von iOS in Apples selbst entwickelte Prozessoren. Sobald das System einen Bedarf für erhöhte Leistung erkenne, etwa wenn man anfängt, auf einer Webseite zu scrollen, werde der Prozessor sofort auf Höchstleistung umgeschaltet, "und danach ebenso schnell wieder heruntergefahren, um die Akkulaufzeit zu erhalten."

Mit Siri-Automatik

Funktionell gibt es in iOS 12 etliche kleine Neuerungen. Etwa, dass Mitteilungen auf dem Sperrbildschirm jetzt nach Apps sortiert zu virtuellen Stapeln zusammengestellt werden und erst nach einem Fingertipp aufklappen. Zudem wurden im Bereich Augmented Reality viele neue Möglichkeiten eingebaut, die man aber erst in neuen Apps wirklich spüren wird.

Interessant ist, wie Apples künstliche Intelligenz Siri verbessert wird. So soll man mit iOS 12 beispielsweise ganze Abfolgen von Aktionen mit einem selbst definierten Sprachbefehl auslösen können. Hierfür dürfte der Konzern einiges von der Technik der App Workflow nutzen, die der Konzern vor einigen Jahren übernommen hat.

Vor allem aber schlägt Siri selbst dem Anwender personalisierte Sprachbefehle vor. Wer regelmäßig per WhatsApp mit seinem Freund Christoph chattet, könnte bald den Vorschlag bekommen, einen Sprachbefehl "WhatsApp-Nachricht an Christoph" einzurichten.

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Fotostrecke: So sieht iOS 12 aus

Für einiges Aufsehen hat bei der Präsentation auch die neue Funktion "Bildschirmzeit" gesorgt. Die gibt einen Überblick, wie oft und wofür man sein iPhone benutzt. Wer die Familienfunktionen von iOS nutzt, kann zudem nachschauen, was andere Familienmitglieder mit ihren Geräten treiben. Wer mag, kann diese Funktion nutzen, um die Zeit einzuschränken, die man selbst oder etwa ein Kind mit bestimmten Apps verbringen kann.

So kommen Sie an die Public Beta

Bevor Sie irgendetwas unternehmen, schauen Sie nach, ob Sie eines der Geräte haben, auf denen iOS 12 läuft. Laut Apple sind das die folgenden Modelle:

iPhones

  • iPhone X
  • iPhone 8
  • iPhone 8 Plus
  • iPhone 7
  • iPhone 7 Plus
  • iPhone 6s
  • iPhone 6s Plus
  • iPhone 6
  • iPhone 6 Plus
  • iPhone SE
  • iPhone 5s

iPads

  • 12,9" iPad Pro (2. Generation)
  • 12,9" iPad Pro (1. Generation)
  • 10,5" iPad Pro
  • 9,7" iPad Pro
  • iPad (6. Generation)
  • iPad (5. Generation)
  • iPad Air 2
  • iPad Air
  • iPad mini 4
  • iPad mini 3
  • iPad mini 2

iPods

  • iPod touch (6. Generation)

Zuerst ein Back-up

Als nächsten Schritt sollten Sie ein Back-up des i-Gadgets machen, auf dem Sie die Betasoftware installieren wollen. Und zwar vorzugsweise mit iTunes am PC oder Mac. Wenn Sie dieses Back-up mit einem Passwort schützen, werden zusätzlich zu den Infos über installierte Apps, Musik und so weiter auch Fitness- und Aktivitätsdaten im Back-up gespeichert. Apple beschreibt den Back-up-Vorgang genauer.

Diese Sicherungskopie kann später nützlich werden, wenn Sie aus dem Betaprogramm aussteigen und ihr Gerät wieder auf iOS 11 zurücksetzen wollen. Wie das geht, erklärt Apple auf seiner Webseite.

Nehmen Sie sich Zeit

Ist das erledigt, steuern Sie die Webseite zum Apple Beta Software-Programm an, am besten gleich mit dem Gerät, auf dem Sie die Software installieren wollen. Hier können Sie sich auch für die Vorabversionen von tvOS 12 für das Apple TV registrieren und vermutlich bald auch für das Betatestprogramm von macOS Mojave. Klicken Sie auf "Registrieren", um sich mit ihrer Apple ID für das Betaprogramm anzumelden.

Um die Vorabversion von iOS 12 installieren zu können, müssen Sie die Seite mit einem iOS-Gerät aufrufen. Scrollen Sie etwas nach unten und klicken Sie auf "Registriere dein iOS-Gerät". Unter Punkt 2 können Sie hier ein Konfigurationsprofil für ihr iPhone, iPad oder Ihren iPod installieren, das für iOS 12 notwendig ist.

Haben Sie das getan, müssen Sie das Gerät neu starten und danach in den Einstellungen unter "Allgemein" nach "Softwareupdates" suchen. Dort sollte jetzt die Betaversion von iOS 12 bereitstehen. Installieren Sie die Betasoftware aber nur, wenn Sie auch bereit sind, gelegentliche Fehler oder Abstürze in Kauf zu nehmen, die bei solcher Vorabsoftware unvermeidlich sind. Wer auf ein fehlerfrei funktionierendes Gerät angewiesen ist, etwa aus beruflichen Gründen, sollte lieber warten, bis die finale Version von iOS 12 im Herbst erscheint.

mak



insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
loki_loker 27.06.2018
1.
Lust auf ein Abenteuer? Danke, nein ... Wie viel Anteil besitzt MacOS am Desktop-Markt? 5%? Bestimmt weil es ein so tolles OS ist ...
touri 27.06.2018
2.
Zitat von loki_lokerLust auf ein Abenteuer? Danke, nein ... Wie viel Anteil besitzt MacOS am Desktop-Markt? 5%? Bestimmt weil es ein so tolles OS ist ...
Also so wie ich die Sache sahe geht es hier um den smartphonemarkt und nicht um Desktoprechner. Und da ist das IOS mit knapp 30 % vertreten, was für einen Premiumhersteller jetzt nicht gerade schlecht ist.
spon_2999637 27.06.2018
3. Es liegt nicht am OS
Zitat von loki_lokerLust auf ein Abenteuer? Danke, nein ... Wie viel Anteil besitzt MacOS am Desktop-Markt? 5%? Bestimmt weil es ein so tolles OS ist ...
MacOS und davor OS X IST ein tolles OS. Daran liegt es nicht. Die eingeschränkte Hardware-Auswahl ist da schon eher ein Problem. Für den Profi ist da schon lange kein Desktopgerät mehr dabei (daher sind die Preise für gebrauchte Mac Pro Modelle vor dem "Papierkorb" auch so explodiert...), der Mac Mini bietet seit der unveränderbaren Vollintegration zu wenig Zukunftssicherheit (und ist eigentlich ein Mobilgerät ohne Bildschirm), der iMac ebenso (ein Mobilgerät, ohne mobil zu sein und für professionelle Bildschirmarbeiter verbieten sich die "Schminkspiegel-Displays ohnehin).
axlbsp 03.07.2018
4. Feedback
Ein Verweis auf den Feedback-Assistenten wäre nicht verkehrt gewesen: Fehler in Beta-Versionen sind nicht nur „unvermeidbar“ wie im Artikel geschrieben, das Aufspüren von Fehlern, Problemen und Unzulänglichkeiten ist doch der eigentliche Sinn und Zweck eines breit angelegten öffentlichen Beta-Tests!
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