Neues 9,7-Zoll-iPad im Test Apple spart an den richtigen Stellen

Verglichen mit dem iPad Pro ist Apples neues 9,7-Zoll-Tablet ein Schnäppchen. Unser Test klärt, worauf man bei der Sparversion verzichten muss und für wen sich der Kauf trotzdem lohnt.

SPIEGEL ONLINE

Von


Das neue iPad ist billiger als sein Vorgänger. Statt bisher 399 Euro kostet die Grundversion mit 32 Gigabyte (GB) Speicher jetzt 349 Euro. Immerhin eine Preissenkung um 50 Euro. Das 2018er Modell ist damit Apples bisher günstigstes iPad im 9,7-Zoll-Format - und nicht mal halb so teuer wie ein iPad Pro mit 10,5-Zoll-Display. Wo liegen die Unterschiede?

Im direkten Vergleich ist es vor allem das Display. Es liegt nicht so sehr an der Größendifferenz, die macht sich im Alltag kaum bemerkbar. Auch die Auflösung - und damit die Detailgenauigkeit - ist sehr ähnlich. Beim neuen iPad sind es 2048 × 1536 Pixel, beim iPad Pro 2224 × 1668. Die Punktdichte ist bei beiden Geräten identisch und beträgt 264 Punkte pro Zoll.

Aber der Bildschirm des 9,7-Zoll-iPads ist anders aufgebaut als der des Pro-Modells und reflektiert Umgebungslicht deshalb stärker. Ebenso muss man ohne die True-Tone-Technologie der Pro-iPads auskommen, die die Farbwiedergabe des Bildschirms ans Umgebungslicht anpasst. Realistisch betrachtet, fallen diese Unterschiede aber nur im direkten Vergleich auf. Wer etwa von einem alten iPad 2 auf das neue Modell umsteigt, wird dessen Display als deutliche Verbesserung empfinden.

Der zweite signifikante Unterschied zwischen iPad Pro und dem neuen iPad ist der Prozessor. Der A10X Fusion des iPad Pro liefert rund ein Drittel mehr Leistung als der A10 Fusion im neuen iPad. Für ein paar Profi-Apps zur Bild- oder Videobearbeitung mag das wichtig sein, in den Apps, die wir ausprobiert haben, waren keine deutlichen Unterschiede spürbar.

Egal ob Bildbearbeitung mit Affinity Photo, Gaming mit "Playerunknown's Battlegrounds" oder Synthesizer-Musik mit Model D, auf dem 9,7-Zoll-iPad läuft alles problemlos. Das gilt auch für Augmented Reality, also Apps, die Computergrafiken in Echtzeit mit Bilder der realen Umgebung verschmelzen. Im iPad arbeiten dabei diverse Sensoren zusammen, um die Software zu entlasten. Die Auswahl an Apps ist hier mittlerweile beachtlich, viele sind kostenlos. Zum Ausprobieren eignen sich zum Beispiel die Umweltsimulation WWF Free Rivers und die Universal-Vermessungs-App MeasureKit.

Fotostrecke

15  Bilder
Apple iPad Pro 10,5 im Test: Das Profi-iPad in Bildern

Eine herausragende Neuerung des 9,7-Zoll-iPads ist, dass man mit ihm nun auch den Apple Pencil benutzen kann. Der digitale Stift, der bisher nur mit den Pro-iPads funktionierte, arbeitet an dem neuen Modell genau wie dort. Abgesehen davon, dass man sich an einen glatten Bildschirm anstelle von stumpfem Papier als Unterlage gewöhnen muss, ist das Schreib- und Malgefühl einem echten Stift sehr ähnlich. Vor allem für Notizen und Bildbearbeitung kann sich die Anschaffung lohnen. Mit einem Preis von 99 Euro ist er freilich ein Luxus-Zubehör.

Was das neue iPad sonst noch von iPad Pro unterscheidet:

  • Statt vier Lautsprechern stecken im 9,7-Zoll Modell nur zwei, weshalb es deutlich weniger räumlich klingt.
  • Der Smart Connector, über den bei den Pro-iPads beispielsweise Tastaturen kabellos angeschlossen werden können, wurde eingespart.
  • Statt einer 12-Megapixel-Kamera ist im neuen iPad nur eine 8-Megapixel-Kamera eingebaut, die Fotoqualität ist entsprechend schlechter.
  • In der LTE-Version des 9,7-Zoll-iPads steckt eine Apple Sim im Sim-Kartensteckplatz. Über diese können je nach Land verschiedene Mobilfunktarife gebucht werden. Bei den Pro-Modellen ist die Apple Sim integriert, sodass man sie zusätzlich zu einer eigenen Sim benutzen kann.

Fazit

Vorteile und Nachteile

Guter Bildschirm

Gute Verarbeitung und Materialqualität

Hohe Leistung

Gutes Preis-Leistungsverhältnis

Apple Pencil relativ teuer

Verglichen mit einem iPad Pro 10,5 muss man beim neuen iPad auf manches verzichten. Der Preisunterschied macht das aber locker wett. Wer nie dauerhaft mit einem iPad Pro gearbeitet hat, wird am Bildschirm des 9,7-Zoll-Modells nichts auszusetzen haben. Die Kamera ist bei einem Tablet nicht entscheidend und die Prozessorleistung reicht vermutlich auch für die iOS-Updates der nächsten drei bis vier Jahre. Ein so gutes Preis-Leistungs-Verhältnis wie das neue iPad hatte noch kein Tablet von Apple - sogar verglichen mit den Angeboten der Android- und Windows-Konkurrenz.

Hintergrund: Produkttests im Netzwelt-Ressort
Über welche Produkte wird im Ressort Netzwelt berichtet?
Über welche Produkte wir in der Netzwelt berichten und welche wir testen oder nicht, entscheiden wir selbst. Für keinen der Testberichte bekommen wir Geld oder andere Gegenleistungen vom Hersteller. Es kann aus verschiedenen Gründen vorkommen, dass wir über Produkte nicht berichten, obwohl uns entsprechende Testprodukte vorliegen.
Woher kommen die Testprodukte?
Testgeräte und Rezensionsexemplare von Spielen bekommen wir in der Regel kostenlos für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller zur Verfügung gestellt, zum Teil auch vor der offiziellen Veröffentlichung. So können unsere Testberichte rechtzeitig oder zeitnah zur Veröffentlichung des Produkts erscheinen.

Vorabversionen oder Geräte aus Vorserienproduktionen testen wir nur in Sonderfällen. In der Regel warten wir ab, bis wir Testgeräte oder Spielversionen bekommen können, die mit den Verkaufsversionen identisch sind. In einigen Fällen kaufen wir Produkte auch auf eigene Kosten selbst, wenn sie bereits im Handel oder online verfügbar sind.
Dürfen die Netzwelt-Redakteure die Produkte behalten?
In der Regel werden Testgeräte nach dem Ende des Tests an die Hersteller zurückgeschickt. Die Ausnahme sind Rezensionsexemplare von Spielen und sogenannte Dauerleihgaben: So haben wir zum Beispiel Spielekonsolen und Smartphones in der Redaktion, die wir über längere Zeit nutzen dürfen. So können wir beispielsweise über Softwareupdates, neues Zubehör und neue Spiele berichten oder Langzeiturteile fällen.
Lassen sich die Netzwelt-Redakteure von Firmen auf Reisen einladen?
Die Kosten für Reisen zu Veranstaltungen, egal ob sie in Deutschland oder im Ausland stattfinden, trägt SPIEGEL ONLINE stets selbst. Das gilt auch dann, wenn beispielsweise aufgrund kurzfristiger Termine ein Unternehmen die Reiseplanung übernimmt.

Veranstaltungen, zu denen wir auf eigene Kosten reisen, sind unter anderem die Messen Ifa, CES, E3 und Gamescom sowie Events von Firmen wie Apple, Google, Microsoft oder Nintendo. Auf Konferenzen wie dem Chaos Communication Congress oder der re:publica bekommen wir in der Regel, wie auch andere Pressevertreter, kostenlose Pressetickets, da wir über die Konferenz berichten und keine klassischen Teilnehmer sind.
Was hat es mit den Amazon-Anzeigen in manchen Artikeln auf sich?
Seit Dezember 2016 finden sich in einigen Netzwelt-Artikeln Amazon-Anzeigen, die sogenannte Partner-Links enthalten. Besucht ein Nutzer über einen solchen Link Amazon und kauft dort online ein, wird SPIEGEL ONLINE in Form einer Provision an den Umsätzen beteiligt. Die Anzeigen tauchen in Artikeln unabhängig davon auf, ob ein Produkttest positiv oder negativ ausfällt.


insgesamt 38 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
hzj 11.04.2018
1. Abmessungen im Vergleich zu Vorgängermodellen, speziell iPad 2
Sind die Abmessungen des Neuen identisch zum iPad 2, so dass die alte Aufsteck Bluetooth Tastatur von Logitech auch als Displayschutz weiter genau passt? Minimal kleiner wäre egal, dann könnte ich die Gummi-Haltenoppen etwas dicker machen. Größer würde bedeuten, dass ich eine neue Tastatur kaufen müsste.
zeichenkette 11.04.2018
2. Noch ein wesentlicher technischer Unterschied
Hätte man ruhig erwähnen können: Dieses iPad hat nur 2 GB RAM, das Pro hat 4 GB. Das macht sich schnell bemerkbar, wenn man mehrere Apps gleichzeitig benutzt (beim iPad Pro kann man drei Apps auf dem Schirm haben, bei diesem werden die anderen beiden gestoppt, wenn man die dritte öffnet) und dürfte auch der Engpass sein, an dem irgendwann die Unterstützung für die dann neue iOS-Version wegfällt. Dürfte allerdings noch ein paar Jährchen dauern, 2 GB ist für iOS durchaus nicht wenig (anders als bei Android-Geräten mit ihren Java-Apps).
calinda.b 11.04.2018
3. Ok
Guter Schirm, großer Schirm, guter Prozessor, man kann damit skypen, whatsappen usw da stellt sich mir die Frage, wieso kostet ein iPhone fast das dreifache?
leserlich 11.04.2018
4. die zeichenfunktion
ist nicht ganz so gut wie beim pro, was am prozessor liegt. beim pro gibt es praktisch keinen nachlauf. also was über unterstützende bearbeitung von bildern oder skizzieren hinaus geht, dafür ist das neue pad kaum geeignet.
smartphone 11.04.2018
5. Bildschirm ist DAS ko Kriterium
Wenn der Bildschirm dermassen reflektiert sollt bei Ihnen statt plus ein FETTES MINUS stehen. Dann der 2GB Speicher, das ist quasi unterste Arbeitsgrenze .... Apple plaziert sich ja als was besseres. Im übrigen dies. Sie schreiben nirgends wie hell der leuchtet - heute sollten -speziell bei Apple 1000cd/m2 zum Standard gehören ...für 350 Euro wohlgemerkt Der Winetr ( also das Höhlentum ) ist vorbei - man erwartet ein sog Mittelmeertaugliches Arbeitsgerät
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.