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Neue iPads, neue Macs: Geräte teuer, Software geschenkt

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SPIEGEL ONLINE

Apple setzt auf Kostenloskultur. Das neue Computer-Betriebssystem gibt es geschenkt, das ist die größte Überraschung der Neuheitenschau. Der erste Hardware-Check zeigt: Das iPad Air ist überraschend leicht, das iPad mini überraschend schnell.

132 Gramm weniger - das war Apples wirklich überraschende Neuerung bei der Produktvorstellung am Dienstagabend. 132 Gramm leichter ist das neue iPad Air als das vergleichbare Vorgängermodell. Das auf 469 Gramm reduzierte Gewicht des 9,7-Zoll-Tablets fällt sofort auf, wenn man es in die Hand nimmt. Dass das iPad Air zwei Millimeter dünner ist, merkt man hingegen nicht gleich.

Schon beim kurzen Herumspielen mit einigen Testgeräten im Anschluss an die Präsentation fiel auf, wie angenehm sich das iPad Air anfühlt. Das Weniger an Gewicht dürfte ein deutliches Mehr an Mobilität bewirken und aus dem Couch-Rechner vielleicht doch noch einen Computer zum Mitnehmen machen.

Schnell genug ist das iPad Air dafür jetzt jedenfalls. In Kombination mit den neuen Versionen von Apps wie iPhoto, iMovie und Garageband (optimiert für das 64-Bit-System) ist kein Unterschied mehr zu Desktop-Rechnern spürbar. Man kann sich sogar vorstellen, damit jetzt ernsthaft Videos zu schneiden. Der aus dem iPhone 5s entliehene A7-Chip leistet hier ganze Arbeit.

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Herbstmode: Apple zeigt seine neue Kollektion
Erstaunlich ist, dass Apple außer dem Chip kaum etwas von der Technik des neuen iPhones übernommen hat. Weder die 8-Megapixel-Kamera mit Zeitlupenfunktion noch den Fingerabdrucksensor Touch ID findet man im iPad Air.

Genau so schnell wie das große: iPad mini

Überraschend drastisch ist dagegen der Umbau des iPad mini geraten. In dem kleinen Apple-Tablet steckt jetzt dieselbe Technik wie im großen iPad. Einen A7-Prozessor hat das iPad mini auch dringend nötig. Denn auf dem bisherigen Modell läuft zum Beispiel das aktuelle Betriebssystem iOS 7 sehr behäbig.

Dass das Mini-iPad nun dieselbe Leistung bietet wie das große Modell, dürfte auch mit der Auflösung des Displays zusammenhängen. Die wichtigste Neuerung des mini ist sein hochauflösendes Retina Display. Mit 2048 x 1536 Bildpunkten zeigt es ebenso viele Pixel an wie der Bildschirm des iPad Air. Ein weniger leistungsstarker Prozessor wäre mit dieser Aufgabe schnell überfordert. Im direkten Vergleich war etwa beim Betrieb mit Garageband kein Unterschied zwischen den beiden Geräten spürbar. Für Anwender, die ihr Tablet gerne mitnehmen, ist das iPad mini künftig die bessere Wahl - und zudem billiger als sein großes Gegenstück.

Nur warme Luft

Neben den iPads ist der neue Mac Pro die interessanteste Apple-Neuvorstellung. Geblendet vom Erfolg der iMacs hat der Konzern jahrelang den Profibereich vernachlässigt und sicher einige Kunden verloren. Der neue, röhrenförmig gestaltete Mac Pro könnte diesen Trend umkehren. Zum einen, weil er gegen entsprechenden Aufpreis sehr viel Leistung bietet. Zum anderen, weil er sich auf Designerschreibtischen gut macht, und schließlich, weil er gut erweiterbar ist. Arbeitsspeicher und Flash-Festplatte sind von außen leicht zugänglich, auf der Rückseite stehen vier USB- und sechs Thunderbolt-Buchsen zum Anschließen von Hardware bereit.

Erstaunlich ist, dass dieser Rechner fast lautlos arbeitet, obwohl im Inneren Server-Prozessoren schuften. Ein einziger großer und deshalb langsam laufender Lüfter genügt, um das System auch unter Volllast leise zu kühlen. Wir konnten das anhand einer Profi-3-D-Software testen, deren Nutzung lediglich dazu führte, dass die aus dem Gerät heraus strömende Luft etwas wärmer wurde.

Software? Kostenlos!

Richtig heiß wurde es bei dem Apple-Event am Dienstagabend allerdings immer, wenn es um Software ging. Allein die Ankündigung, dass das neue Mac OS X Mavericks kostenlos verteilt werde, dürfte dem Unternehmen reichlich Sympathiepunkte eingebracht haben. Grundsätzlich läuft das Update auf vielen Rechnern ab dem Baujahr 2007, sofern darauf mindestens OS X 10.6 installiert ist. Zwar verteilt auch Microsoft das aktuelle Windows 8.1 kostenlos. Doch Microsoft erlaubt die Installation von 8.1. aber auf Rechnern mit Windows 8 und nicht etwa auch unter Windows XP.

Die Ankündigung, das neue Mac-Betriebssystem kostenlos zu verteilen, war die eigentliche Überraschung der Apple-Veranstaltung. Damit zeigt Apple, dass es den Konzernstrategen nicht so wichtig ist, mit einer kostenpflichtigen Betriebssystem-Aktualisierung den Umsatz zu steigern.

Wichtiger ist es Apple offenkundig, Kunden an sich und das eng verzahnte System aus Apple-Hardware, -Software und Onlineshops zu binden.

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insgesamt 131 Beiträge
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1. Kostenloses Upgrade/Update
plagiatejäger 23.10.2013
Das war die Überraschung, obwohl es dieses Gerücht schon tagelang gab. Man zahlt die Software halt mit der Hardware, wenn man sich ein neues Gerät kauft. Damit greift man Microsoft frontal an, das v. a. von Software leben muss. Niemand weiß, wie sich beide Unternehmen in 5 Jahren schlagen.
2. Qualität
caligus 23.10.2013
Ich bin ja in gewisser Weise ein "Apple-Neuling", denn ich besitze immer noch mein 1. MacBook-Pro (2009), welches ich mir damals von Windows entnervt zugelegt hatte in der Hoffnung, dass das Video-Schneiden darauf besser läuft ... UND ES LÄUFT! Meine recht anspruchsvollen Videos laufen auf Final Cut Pro X derart flüssig, dass das Schneiden eine wahre Freude ist. Und jetzt, nach über 4 Jahren, macht mein MacBook noch nicht den Eindruck zum alten Eisen zu gehören sondern ist immer noch flott und zuverlässig wie am ersten Tag. Ganz ehrlich: Diese Nutzerfreundlichkeit hatte ich mir immer von Windows erhofft, aber nur bei Apple bekommen. Ich muss nicht mehr irgendwelche "verkorksten" Multi-Tasten-Griffe lernen um meinen Rechner zu starten, alles läuft irgendwie wie selbstverständlich. Ich glaube, dass das auch das eigentliche Geheimnis von Apple ist: Anwenderorientierung! Windows ist das Produkt von Technikern, welche die Anwender dabei vergessen haben.
3. kostenlose Upgrades gab's schon früher
thrill 23.10.2013
Dass es mit 10.9 "erstmals ein kostenloses Major Upgrade" gibt, ist eine falsche Behauptung: Bereits das erste OS-X-Upgrade von 10.0 auf 10.1 war frei wie Freibier. Das kann man bei Wikipedia und in Apples eigener Pressemeldung von 2001 nachlesen. Schade, dass beinahe alle Medien auf den Werbetrick reingefallen sind und den Quatsch abgeschrieben haben.
4. So viel Tamtam
harald_haraldson 23.10.2013
um ein paar gefaceliftete und mit stärkeren Prozessoren ausgestattete Commodity Produkte? Apple muss sich in Acht nehmen, dieses Präsentations-Heiopei nicht absurd werden zu lassen!
5. Wurde ja auch Zeit
horstpremium 23.10.2013
Das Ipad ist/war ja echt ein Klotz. Allerdings ist mein Sony Tab nur 6,9mm dick und hat ein größeres Display. (Bin kein Apple Hasser habe ein Iphone).
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