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iPad Mini, Nexus 7, Kindle Fire: Preiskampf der Tablet-Zwerge

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Jetzt also auch Apple: US-Medien zufolge baut der Konzern ein Mini-iPad mit unter acht Zoll Bildschirmdiagonale, obwohl Steve Jobs das stets abgelehnt hatte. Der Tablet-Marktführer ist spät dran. Amazons Kindle Fire ist ein Sensationserfolg. Und Googles neues Nexus 7 könnte einer werden.

7-Zoll-Tablets: Die Kleinen kommen Fotos
AFP

Der Apple-Chef war sich sicher. "Wir glauben nicht, dass man mit einem Sieben-Zoll-Bildschirm ein großartiges Tablet bauen kann", sagte Steve Jobs im Oktober 2010 in einer Analystenkonferenz. Solche "Tweeners" (von in between = zwischendrin) seien "zu groß, um mit einem Smartphone zu konkurrieren und zu klein, um mit einem iPad zu konkurrieren." Nutzer müssten ihre Finger "mit Sandpapier" anspitzen, um so einen Winzling benutzen zu können, höhnte Jobs. Zehn Zoll seien "das Minimum" für ein ordentliches Tablet.

Da lag der Mann, dem der Erfolg der Tablet-Rechner zweifellos maßgeblich zu verdanken ist, einmal so richtig daneben. Das sieht man nun, neun Monate nach Jobs' Tod, offenbar auch bei Apple so. Bloomberg und das "Wall Street Journal" (WSJ) berichten übereinstimmend, dass Apple noch für dieses Jahr ein Mini-iPad plant. Die Bildschirmdiagonale werde zwischen sieben und acht Zoll liegen. Stammen soll die Information von Zulieferern. Dem "WSJ" zufolge soll die Massenproduktion im September anlaufen, rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft.

Kindle Fire rollt bereits den Markt auf

Der Grund für Apples Umschwenken dürfte nicht zuletzt der Erfolg von Amazons preiswerten Mini-Tablet Kindle Fire sein, das mit einem modifizierten Android-Betriebssystem läuft. Für den Internet-Medienhändler ist das Tablet nicht zuletzt ein Verkaufswerkzeug für digitale Inhalte wie E-Books, Filme und Musik. Einem Barclays-Analysten zufolge hat Amazon allein im vierten Quartal 2011 5,5 Millionen seines Sieben-Zoll-Tablets Kindle Fire abgesetzt, für das Jahr 2012 prognostizierte er 18,4 Millionen verkaufte Exemplare. Im Februar 2012 lag der Anteil des Kindle Fire am Markt für Android-Tablets bereits bei 54,4 Prozent. Der Zwerg rollt den Markt auf - nicht zuletzt dank eines Kampfpreises von 200 Dollar. Eine neue Version mit besserer Auflösung soll chinesischen Medien zufolge im August kommen, zum gleichen Preis. Und das hat seinen Grund.

Vergangene Woche stellte Google ein Tablet vor, das ebenfalls eine Bildschirmdiagonale von sieben Zoll hat (1280 x 800 Pixel), leicht, handlich, schnell und schick ist - und ebenfalls 200 Dollar kosten wird. Gebaut wird das Nexus 7 von Asus aus Taiwan. Es läuft bereits mit der neuesten Android-Version namens Jelly Bean und hat eine schmucke Benutzeroberfläche, die durchgängig mit 60 Frames pro Sekunde läuft. Das sorgt für geschmeidige Animationen und fließende Übergänge zwischen Apps und Bildschirminhalten.

Subventionierte Geräte sollen zum Medienkauf animieren

Wie der Kindle Fire ist das Nexus 7 maßgeblich als Medienkonsumgerät konzipiert. Die Nutzer sollen Musik, Serienfolgen und Filme bei Googles Play-Store einkaufen - was in Europa noch gar nicht funktioniert, weil Google sich hier noch nicht mit den Rechteinhabern geeinigt hat. Auch Amazons Kindle Fire gibt es in Europa derzeit noch nicht zu kaufen.

Das Nexus 7 soll es Asus zufolge allerdings in Italien ab September geben, in der Variante mit 16 Gigabyte Speicher für 249 Euro. In Spanien soll das Gerät einem Android-Fachblog zufolge auch in einer Acht-GB-Variante für 200 Euro auf den Markt kommen.

Für die Konkurrenten, die ihrerseits mit Sieben-Zoll-Tablets in den Markt drängen, wird das Geschäft angesichts des Gigantenrennens, das sich da entspinnt, schwer werden. Googles Nexus 7 kostet in der Herstellung den Analysten von iSuppli zufolge 130 bis 210 Dollar - Gewinne mit der Hardware sind bei dieser Kalkulation kaum zu machen. David Pogue von der "New York Times" zufolge haben Google-Entwickler zugegeben, dass man am Nexus 7 nicht einmal dann Geld verdient, wenn es im hauseigenen Webshop verkauft wird. Es soll aber auch in den Offline-Handel gebracht werden - dann zweifellos mit Verlust.

Google scheint sich hier eher auf das Modell zu verlegen, das etwa die Hersteller von Spielkonsolen verfolgen: Hardware zum womöglich subventionierten Kampfpreis, um anschließend Inhalte über und für das Gerät zu verkaufen, an denen man dann verdienen kann. Selbst unbekannte Billigheimer aus Südostasien, die derzeit neue Android-Tablets vorstellen, können mit oft schwächeren Leistungsdaten den 200-Dollar-Preispunkt in der Regel nicht unterbieten.

Zum Vergleich: Ein aktuelles Android-Sieben-Zoll-Tablet von Samsung sollte in einer Variante mit 16 Gigabyte Speicher und ohne UMTS eigentlich 459 Euro kosten. Inzwischen ist es allerdings vielfach deutlich preiswerter zu bekommen, oft für unter 300 Euro.

Es wird interessant, ob Apple auch in diesem Mini-Tablet-Segment bei seiner vergleichsweise hochpreisigen Strategie bleiben wird - oder ob sich der Tablet-Marktführer doch auf einen Preiskampf einlässt.

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insgesamt 48 Beiträge
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1. Geldverbrennung
Die Exklusivmeldung 05.07.2012
Zitat von sysopAFPJetzt also auch Apple: US-Medien zufolge baut der Konzern ein Mini-iPad mit unter acht Zoll Bildschirmdiagonale, obwohl Steve Jobs das stets abgelehnt hatte. Der Tablet-Marktführer sind spät dran. Amazons Kindle Fire ist ein Sensationserfolg. Und Googles neues Nexus 7 könnte einer werden. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,842751,00.html
Vor ein paar Jahren verkauften sich auch Netbooks wie frische Brötchen. Mittlerweile liegen die lahmarschigen Rechner in der Ecke rum, und keiner befasst sich mehr mit ihnen. Den Mini-Tablets droht ein ähnliches Schicksal. Offenbar werden die Verkäufe durch den "Niedlichkeits-Faktor" gefördert: "Ooooh.... ist das nicht süß?" Reine Geldverbrennung. Aber wenn es die Konsumenten wünschen...
2. Sie vergessen dabei allerdings eins:
drsocke 05.07.2012
Zitat von sysopAFPJetzt also auch Apple: US-Medien zufolge baut der Konzern ein Mini-iPad mit unter acht Zoll Bildschirmdiagonale, obwohl Steve Jobs das stets abgelehnt hatte. Der Tablet-Marktführer sind spät dran. Amazons Kindle Fire ist ein Sensationserfolg. Und Googles neues Nexus 7 könnte einer werden. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,842751,00.html
Das amazon Kindle Fire ist bis dato nur in den USA zu haben. Sollte sich Apple entscheiden, in dem Segment der 7-Zoll-tablets mitzumischen hätten sie leichtes Spiel schnell international, vor allem im relevanten chinesischen Markt, hohe Zahlen von tablets abzusetzen und somit den aufsteigenden Stern des Amazon Kindle Fire schnell verblassen zu lassen.
3. Amazon Fire rollt den Markt auf - wirklich?
givarus 05.07.2012
Es gibt Berichte die besagen, der Absatz des Amazon Fire wäre nach dem Weihnachtsgeschäft radikal eigebrochen und Amazon hätte Komponentenbestellungen deswegen auf 0 reduziert, Andere beobachten, daß der Gebrauchtpreis des Fire aktuell bei ca. 100 Dollar liegt (also 50% des aktuellen Neupreises). Bei einem subventioniert verkauften Gerät ist das ein ziemlich schlechter Gebrauchtpreis. Bei anderen, deutlich teureren Tablets, wie dem iPad, liegt der Gebrauchtpreis bei ca. 80% des aktuellen Neupreises. Das sind alles Indizien, daß der Amazon Fire den Markt zwar im Weihnachtsgeschäft auf Grund des Kampfpreises kurz deutlich aufgemischt hat, aber (wenn diese Informationen wirklich stimmen) die Benutzer mit dem Gerät nicht sehr zufrieden sind. Ob das an dem 7" Format liegt oder an andere Gründe hat sein mal dahingestellt.
4. Ein paar nicht unwichtige Details:
Jeronimo2000 05.07.2012
Amazon hat bislang keinerlei Angaben zu Verkaufszahlen des Kindle Fire gemacht, es gibt nur Schätzungen von Analysten - und wie weit entfernt diese Jungs von der Realität sind, hat man ja nun oft genug gesehen. Des weiteren häufen sich Berichte aus den USA (wo, wie von drsocke schon erwähnt, das Kindle Fire ausschließlich erhältlich ist), nachdem viele Kunden so unzufrieden mit dem Gerät sind, dass sie es zurückgeben. Viele Kinderkrankheiten wurden zwar mit Software Updates behoben, ein ernsthafter Konkurrent zum iPad ist es aber dennoch nicht, eben weil es hauptsächlich als Medien-Konsum-Maschine konzipiert ist. Dass man mit dem iPad hingegen tatsächlich auch produktiv sein kann, entdecken aber (außer den üblichen Ignoranten und Apple-Hassern) mehr und mehr Leute, die Verbreitung in Unternehmen wächst momentan enorm. Selbst hierzulande.
5.
Pumsen 05.07.2012
Zitat von givarusEs gibt Berichte die besagen, der Absatz des Amazon Fire wäre nach dem Weihnachtsgeschäft radikal eigebrochen und Amazon hätte Komponentenbestellungen deswegen auf 0 reduziert, Andere beobachten, daß der Gebrauchtpreis des Fire aktuell bei ca. 100 Dollar liegt (also 50% des aktuellen Neupreises). Bei einem subventioniert verkauften Gerät ist das ein ziemlich schlechter Gebrauchtpreis. Bei anderen, deutlich teureren Tablets, wie dem iPad, liegt der Gebrauchtpreis bei ca. 80% des aktuellen Neupreises. Das sind alles Indizien, daß der Amazon Fire den Markt zwar im Weihnachtsgeschäft auf Grund des Kampfpreises kurz deutlich aufgemischt hat, aber (wenn diese Informationen wirklich stimmen) die Benutzer mit dem Gerät nicht sehr zufrieden sind. Ob das an dem 7" Format liegt oder an andere Gründe hat sein mal dahingestellt.
Das ist großer Quatsch. Eine kurze Suche bei Ebay nach beendeten Auktionen zeigt, daß nicht ein Kindle Fire im "normalen" Zustand für $100 rausgeht. Von Hunderten.
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