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Neues iPad und kleines iPhone: Apple-Event angeblich am 21. März

Von

Apple-Chef Tim Cook Zur Großansicht
REUTERS

Apple-Chef Tim Cook

Am 21. März werde Apple neue Gadgets vorstellen, berichten mehrere Tech-Blogs. Ein 4-Zoll-iPhone und ein kleines iPad Pro könnten die Highlights sein. Der Termin wurde wohl strategisch gewählt.

Eigentlich schien der Termin längst festzustehen: Seit Wochen kursierten Meldungen, wonach Apple am 15. März neue Produkte vorstellen wolle. Das beißt sich zwar mit der zeitglich in Hannover stattfindenden Cebit, aber von solchen Überschneidungen hat sich Apple noch nie von seinen Plänen abbringen lassen. Das Unternehmen ist selbstbewusst genug, Messetermine grundsätzlich zu ignorieren.

Vergangene Woche meldete dann aber die koreanische Website "KG News", die Veranstaltung sei um eine Woche verschoben worden. Weil "KG News" kaum bekannt ist, wurde diese Meldung allerdings kaum aufgegriffen. Am Wochenende nun allerdings bestätigte die US-Webseite "re/code" den neuen Termin.

"Re/code" ist dafür bekannt, gute Kontakte zu Apple zu unterhalten und mit seinen Apple-Prognosen meist richtig zu liegen. Unklar sei aber, ob das Event tatsächlich verschoben wurde oder ohnehin für die Woche des 21. März geplant gewesen sei.

Von der Veranstaltung erwarten Beobachter vor allem drei Ankündigungen:

  • Die wichtigste Neuerung dürfte ein iPhone im 4-Zoll-Format sein. Mit einem solchen Gerät könnte Apple all jene Kunden zum Neukauf bewegen, denen die aktuellen iPhones 6s und 6s Plus zu groß sind. Ursprünglich hieß es, das Gerät basiere auf dem iPhone 5, werde als iPhone 5 SE eingeführt. Mittlerweile deutet viel darauf hin, dass es stattdessen schlicht iPhone SE heißen könnte, sein Design an die aktuellen Modelle angelehnt sei. Um einen günstigen Preis zu erreichen, werde Apple auf Dinge wie den TouchID-Sensor und den 3D-Touch-Bildschirm verzichten, lauten Gerüchte.
  • Ein neues iPad im 9,7-Zoll-Format. Ein solches Gerät ist längst überfällig, nachdem das iPad Air 2 schon seit Oktober 2014 im Handel ist. Das neue Modell soll einige Eigenschaften des iPad Pro übernehmen, insbesondere dessen Zeichenstift. Außerdem wird es neue Tastaturcover und einen schnelleren Prozessor bekommen. Deshalb soll es angeblich auch nicht als iPad Air 3, sondern eher als iPad Pro mini tituliert werden.
  • Auch bei der Apple Watch soll es Neuerungen geben. Ein gänzlich neues Modell wird aber noch nicht erwartet. Vielmehr dürfte es ein größeres Software-Update geben, das die Smartwatch mit einigen neuen Funktionen bestückt. Außerdem könnte Apple neues Zubehör vorstellen.

Neben all diesen Gerüchten ist es aber vor allem der Termin selbst, der zu denken gibt. Denn für den 22. März ist eine Gerichtsanhörung angesetzt worden, bei der Apple zu seiner Weigerung Stellung nehmen soll, auf Wunsch des FBI das iPhone des Attentäters von San Bernardino zu entschlüsseln.

Die US-Bundespolizei hatte vor Gericht eine Anordnung durchgesetzt, wonach der Konzern eine spezielle Version seines iOS-Betriebssystems entwickeln und bereitstellen soll. Diese soll es den Beamten ermöglichen, die Schutzfunktionen des Systems zu umgehen, um mit einem sogenannten Brute-Force-Angriff die PIN herauszufinden, mit der das Gerät gesichert ist. Nur mit dieser PIN ist es möglich, den Speicher zu entschlüsseln und alle auf dem Handy gespeicherten Daten auszulesen.

Apple weigert sich, dieser Anordnung nachzukommen. Apple-Chef Tim Cook kritisierte, dass sein Konzern damit aufgefordert werde, "eine Hintertür für das iPhone" zu bauen. Eine solche Software zu entwickeln, sei aber zu gefährlich. Gerate sie in "falsche Hände", könnte damit jedes iPhone entschlüsselt werden.

Das Event am Tag vor der Anhörung könnte Apple nun auch nutzen, um vor versammelter Presse nicht nur für seine neuen Produkte, sondern auch für seinen Standpunkt zu werben.

Der Fall FBI vs. Apple
Das FBI fordert von Apple ein Werkzeug, mit dem die US-Polizeibehörde ein iPhone entsperren kann. Apple will dieses Werkzeug aber nicht herstellen. Der Streit dreht sich um ein Handy, das einer der Attentäter von San Bernardino benutzt hat. Er hatte in der kalifornischen Stadt zusammen mit seiner Ehefrau am 2. Dezember 2015 14 Menschen mit Schusswaffen getötet und 21 weitere verletzt. Beide Täter wurden von der Polizei erschossen, ihre Tat gilt als islamistischer Terroranschlag.

Das FBI kann das Handy des Attentäters bisher nicht knacken und hat deswegen einen Gerichtsbeschluss erwirkt. Darin heißt es, Apple müsse der Polizeibehörde „angemessene technische Unterstützung“ gewähren, um die Code-Sperre des Smartphones auszuhebeln. Apple-Chef Tim Cook erklärte in einem offenen Brief, das FBI wünsche sich eine spezielle Version des iPhone-Betriebssystems, die dort normalerweise integrierte Sicherheitsmechanismen aushebeln solle. Konkret geht es um die Möglichkeit, mehr als zehn Sperrcodes automatisiert ausprobieren zu können. Das FBI könnte dann mit Hilfe eines Computers eine sogenannte Brute-Force-Attacke auf den Sperrcode des Handys durchführen, also rasend schnell eine Vielzahl von Codes durchprobieren. Cook verweigert die Herstellung eines solchen Werkzeugs bislang mit der Begründung, es könne, einmal geschaffen, beliebig viele andere iPhones entsperren. Die Anfrage der Behörden schaffe einen gefährlichen Präzedenzfall.

Das FBI beteuert, man wolle nur dieses eine iPhone entschlüsseln. Mittlerweile wurde jedoch bekannt, dass sich das Justizministerium der USA bereits in 15 Fällen um eine Umgehung der Schutzmechanismen bemüht hat. FBI-Direktor James Comey fordert schon seit vielen Monaten immer wieder, Gerätehersteller müssten Hintertüren für die Sicherheitsbehörden in ihre Schutzsysteme einbauen.

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insgesamt 45 Beiträge
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1. rückständig
noalk 29.02.2016
Warum gibt's noch kein Smartphone, mit dem ich mein Tablet bedienen kann?
2. Kein Touch-ID?
zeichenkette 29.02.2016
Ich weiß nicht, wo der Spiegel das nun aufgeschnappt hat, aber es widerspricht allem, was man anderswo lesen kann. Oder ist das ein Tipp- oder Übersetzungsfehler? Denn Touch-ID ist Grundvoraussetzung für Apple Pay und das wiederum braucht viele Benutzer. Apple wäre blöd, das weg zu lassen. Und während man Apple vieles nachsagen kann: blöd sind die nicht.
3. rueckständig ...
xineohp 29.02.2016
... warum gibt es noch keine überzeugenden Systeme, die physisch vom internet getrennt sind, damit die Privatsphäre wirksam geschützt werden kann? Was bringt's, wenn die Wanzen noch kleiner und leistungsfähiger werden? Was macht der Normalmitläufer schon damit Wichtiges außer sich totalüberwachen zu lassen und abhängig davon zu werden? Sorry, aber mit diesem Totalvernetzungswahn geht es mir immer wie Obelix mit den Römern - die spinnen, die Römer ... also nix wie druff und vor allem nicht Müde werden vor den eklatanten Gefahren zu warnen ;-)
4. Physisch vom Internet getrennt?
zeichenkette 29.02.2016
Häh? Physisch vom Internet getrennt soll es sein? Ganz einfach, keine SIM-Karte reintun und mit keinem WLAN verbinden, schon ist so ein Smartphone physisch vom Internet getrennt...
5. fortschrittlich ...
Blauer Storch 29.02.2016
Zitat von xineohp... warum gibt es noch keine überzeugenden Systeme, die physisch vom internet getrennt sind, damit die Privatsphäre wirksam geschützt werden kann? Was bringt's, wenn die Wanzen noch kleiner und leistungsfähiger werden? Was macht der Normalmitläufer schon damit Wichtiges außer sich totalüberwachen zu lassen und abhängig davon zu werden? Sorry, aber mit diesem Totalvernetzungswahn geht es mir immer wie Obelix mit den Römern - die spinnen, die Römer ... also nix wie druff und vor allem nicht Müde werden vor den eklatanten Gefahren zu warnen ;-)
Man kann bei allen Smartphones die SIM herausnehmen und die Batterie leerlaufen lassen. Dann sind sie defacto vom Internet getrennt. Die verbleibenden Funktionen sind allerdings nicht mehr wirklich "überzeugend". Das "Rest-System" kann man immerhin noch als Rasierspiegel benutzen, oder als Spachtel ;)
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