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iPad2: Jobs macht die Wunderflunder flott

Aus London berichtet

Es ist dünner, leichter, schneller - und Apple-Chef Steve Jobs hat es sich nicht nehmen lassen, das iPad2 selbst vorzustellen. Dabei bietet das Surfbrett keine unerwarteten Hightech-Wunder, sondern begeistert vor allem mit neuer Software.

Damit hätte wohl kaum jemand gerechnet: Steve Jobs persönlich hat das neue iPad vorgestellt. Als der erkrankte Apple-Chef, der sich eigentlich aus dem Tagesgeschäft abgemeldet hatte, die Bühne betritt, braust tosender Applaus auf. Seinen unerwarteten Auftritt kommentiert er mit nur einem Satz: "Wir haben ziemlich lange an diesem Produkt gearbeitet und ich wollte diesen Augenblick einfach nicht verpassen."

Das war's, mehr sagte er nicht zu seinem Gesundheitszustand. Aber er sieht gut aus, wenn auch nach wie vor überschlank. Natürlich hat er sein Steve-Jobs-Outfit an, ausgewaschene Jeans und einen schwarzen Pullover.

Und er macht es spannend. Bevor Jobs zur Sache kommt, zum neuen iPad, auf das Hunderte Journalisten warten, die seine Show in San Francisco und London verfolgen, schwärmt er erst einmal, was für ein großer Erfolg das erste Modell ist: Mehr als 15 Millionen Exemplare hat Apple verkauft, damit 9,5 Milliarden Dollar Umsatz gemacht. Die Konkurrenz habe da keine Chance, sei einfach verblüfft von Apples Erfolg und versuche jetzt fieberhaft, Apples Tablet nachzumachen.

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iPad2-Launch: Jobs schrumpft die Wunderflunder
Das aber dürfte jetzt noch schwieriger werden als zuvor. Nur noch 8,8 Millimeter ist das neue Modell dick, damit sogar dünner als das iPhone 4, wie Jobs stolz sagt. Und abgespeckt hat es auch. 590 statt bisher 680 Gramm wiegt das Gerät nun, beherbergt einen neuen Apple-A5-Prozessor. Der soll dank Dualcore-Technik bei einem Gigahertz Taktfrequenz fast doppelt so schnell sein wie sein Vorgänger.

Die Preise ändern sich kaum

Unverändert soll dagegen die Akkulaufzeit sein. Zehn Stunden soll auch das iPad2 mit Akkustrom durchhalten. Unverändert bleiben auch Speicherausstattung und Funkfähigkeiten. Die Preise fangen ebenfalls weiterhin bei 499 Dollar an, nur die UMTS-Modelle sind um je 29 Dollar teurer geworden. Euro-Preise für Deutschland lagen am Abend noch nicht vor.

Die Erwartung, dass Apple eine Kamera für Videochats einbauen wird, die natürlich mit einer iPad-Version von Apples Chat-Software Facetime zusammenarbeitet, wurde doppelt erfüllt. Sowohl vorne als auch hinten sind Kameras integriert, mit denen sich HD-Videos aufzeichnen und Chats führen lassen. Über die Auflösung, mit der die beiden Kameras arbeiten, schwieg Apple zunächst.

Kein neues Display

Das von vielen ersehnte Retina-Display dagegen gibt es auch im neuen iPad nicht, die Auflösung des Touch-Bildschirms bleibt bei den gewohnten 1024 x 768 Bildpunkten. Das lässt vermuten, dass erst das nächste Modell, vermutlich noch in diesem Jahr, mit einem wirklich hochauflösenden Display ausgerüstet wird.

Eine Vermutung, die auch deshalb naheliegt, weil Apple in der jüngst veröffentlichten Vorabversion seines künftigen Betriebssystems Mac OS X 10.7 "Lion" Funktionen zur Unterstützung sogenannter HiDPI-Displays eingebaut hat. Das sind Bildschirme mit ähnlich hohen Auflösungen, wie sie das iPhone4 bietet. Apple dürfte sich damit auf die Einführung entsprechend hoch auflösender Bildschirme in den nächsten Generationen seiner iMacs und MacBooks vorbereiten.

Spätestens wenn diese auf den Markt kommen, dürfte Apple auch das iPad auf ein HiDPI-Display umrüsten. Der US-Konzern liebt solche technischen Spielereien, die ihm einen Vorsprung vor dem Rest der Branche geben. Und mit dem Claim: "Retina-Displays jetzt in allen Apple-Geräten" ließe sich sicher prima werben.

Musik und Videos selber machen

Werben lässt sich derzeit vor allem mit der neuen Software, die Apple mit dem iPad2 herausbringt. Da ist zum einen die neue Version 4.3 von iOS. Apple-Software-Chef Scott Forstall erklärt, was das Update an neuen Funktionen mitbringt:

  • Der Web-Browser Safari wird schneller.

  • ITunes Home sharing lässt Music und Videos drahtlos von Computern im Netz auf das iPad streamen.

  • Es gibt Detailverbesserungen an der Airplay-Software, mit der man Musik und Videos per W-Lan an Geräte wie das Apple TV streamen kann.

  • Man kann bestimmen, ob der Schalter am iPad das Gerät stummschaltet oder die Rotation des Bildschirms einfriert. Viele User hatten sich geärgert, dass Apple diese Taste seit einem der letzte Updates zur Stummschalttaste umfunktioniert hatte.

  • Man kann das iPhone4 jetzt als W-Lan-Hotspot benutzen.

  • Man kann Fotos von sich mit einer Photobooth-App aufnehmen und verfremden.

  • Es gibt jetzt eine Videochat-Funktion, die wie am Mac Facetime heißt und ganz ähnlich funktioniert wie auf dem iPhone4, wo man unter anderen zwischen Front- und Rückenkamera umschalten kann.

Das Update kann ab dem 11. März kostenlos heruntergeladen werden. Zeitgleich wird auch eine Version der Videoschnittsoftware "iMovie" herauskommen, mit der man seine Filmchen am iPad bearbeiten und auf Video-Web-Seiten wie YouTube hochladen kann. Der Preis: 4,99 Dollar.

Und auch eine iPad-Version der Musiksoftware "Garageband" wird dann kommen, mit der man am Tablet Musik machen kann. Diverse Software-Instrumente, Synthesizer, Klaviere, Orgeln, Schlagzeuge und so weiter, sind eingebaut.

Erstaunlich: Indem die Software den Beschleunigungsmesser auswertet, kann sie sogar feststellen, wie stark virtuelle Tasten auf dem Display anschlagen. Das Resultat: Man kann die Instrumente ähnlich dynamisch spielen wie auf einer echten Klaviatur. Dasselbe funktioniert mit Schlagzeug-Sounds. Und genau wie bei der Mac-Version dieser Software lassen sich Songs aufnehmen, direkt auf dem iPad. Apple-Manager Xander Soren ist sichtlich begeistert, als er die Software vorführt, Steve Jobs auch: "Jetzt kann jeder Musik machen." Fertige Lieder lassen sich in iTunes exportieren oder per Mail versenden. Der Preis auch hier: 4,99 Dollar.

Was jetzt noch fehlt

Kritiker des iPad allerdings werden auch mit dem neuen Apple-Tablet nicht warm werden, werden auch am iPad2 noch ein paar derselben Features vermissen wie beim ersten Modell. So gibt es weiterhin weder einen Standard-USB-Anschluss noch eine Möglichkeit, Speicherkarten direkt in das Gerät einzustecken, um den Speicher zu erweitern oder Digitalkamera-Fotos auszulesen.

Letzteres ist weiterhin nur über das 29 Euro teure Camera Connection Kit möglich, ersteres überhaupt nicht. Zusätzlich gibt es jetzt aber einen Adapter, um das iPad per HDMI an Fernseher anzuschließen, und neue sogenannte "Smartcover", die den Bildschirm schützen.

Sensationen also bringt das iPad2 nicht, bewahrt mit seinem neuen Design und dem flotten Prozessor aber seinen hohen "Must-Have-Faktor". Der Verkauf beginnt früher als es viele erwartet haben. Ab dem 11. März soll es in den USA in den Läden stehen, ab dem 25. März ist es auch in Deutschland zu haben - wenn Apple diesmal seinen Zeitplan einhält. Beim ersten iPad wurde die internationale Markteinführung um einen Monat verschoben - der großen Nachfrage in den USA wegen.

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insgesamt 129 Beiträge
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1. Nö! Nich schon wieder!
hypermental 02.03.2011
Ich kann diesen ganzen iSchrott-Wahnsinn nicht mehr lesen! Gibt es keine wichtigeren Nachrichten? Etwa über eine neue Erdbeerjoghurtsorte bei Aldi, oder über Innovationen im Stützmiedersektor? Wie viel Geld zahlt Euch Apple für diese Form der Hofberichterstattung eigentlich? Bei iPod denke ich übrigens immer noch zuerst an eine Art Eierbecher... ;-)
2. Fehlen nur noch ein paar mehr gute Entwickler
Beintanz 02.03.2011
Leider haben die meisten Entwickler noch gar nicht kapiert wofür sie überhaupt entwickeln. Die Möglichkeiten die so ein Tablett bietet werden meistens gar nicht richtig genutzt und es gibt nur wenige apps bei denen wirklich eine nachhaltige Begeisterung aufkommt. Die können gerne alle zu Android abwandern ... (dort sind auch schon die ersten Trojaner aufgetaucht)
3. Ja ja jaja jaaaaaaaaaaaaaaaahhhhhhhhh!
fintelwudelwix 02.03.2011
He, an dem Holunderbusch sind ja Holunderbeeren dran! Ein Wunder!!! Ein Wunder!! Er ist auferstanden von den Toten, also tragt den Schuh! Spass beiseite. Liebes Spon-Team. Ich weiss garnicht was ich sagen soll. Wenn es einen "Aust" oder einen "Steingart" wieder mal bei Euch geben sollte kaufe ich den Spiegel wieder. Ansonsten Käsegeschütz des Merchandising, gehabt euch wohl. Lustvoll angewidert Thomas
4. Sex sells!
iNSTEIN 02.03.2011
Zitat von hypermentalIch kann diesen ganzen iSchrott-Wahnsinn nicht mehr lesen! Gibt es keine wichtigeren Nachrichten? Etwa über eine neue Erdbeerjoghurtsorte bei Aldi, oder über Innovationen im Stützmiedersektor? Wie viel Geld zahlt Euch Apple für diese Form der Hofberichterstattung eigentlich? Bei iPod denke ich übrigens immer noch zuerst an eine Art Eierbecher... ;-)
Möglicherweise liegt es daran, dass die besagte Erdbeerjoghurtsorte von Aldi nicht börsennotiert ist und ganz rein zufällig auch kein Produkt aus dem derzeit wertvollsten Unternehmen der Welt ist. Wann hört dieses öde, immer wiederkehrende Oberlehrergenörgel im SPON-Forum endlich mal auf ...
5. Nix da
HuFu 02.03.2011
Zitat von sysopEs ist dünner, leichter, schneller - und Apple-Chef Steve Jobs hat es sich nicht nehmen lassen, das iPad2 selbst vorzustellen. Dabei bietet das Surfbrett keine*unerwarteten Hightech-Wunder, sondern begeistert vor allem mit neuer Software. http://www.spiegel.de/netzwelt/gadgets/0,1518,748737,00.html
Aja. Und alles kostet, wa? Ach SPON. Was mach ich nur mit Dir? ich werde mir einfach nix kaufen von der Firma!
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Name iPad2 (von Pad = Block)
Gewicht 601 Gramm (W-Lan) / 613 Gramm (3G)
Bildschirm 9,7 Inch (ca. 24 Zentimeter) Durchmesser
Dicke etwa 0,88 Zentimeter
Batterielaufzeit zehn Stunden laut Apple
Standby-Zeit mehr als ein Monat laut Apple
Akku nicht austauschbar
Prozessor Apple-Eigenentwicklung A5, 1 Gigahertz
Speicher 16 bis 64 Gigabyte
Audio Lautsprecher, Mikrofon, Headset
Kamera 2 Videokameras
Markteinführung 11. März (USA), 25. März (Europa)
Preis ab 499 Euro
Quelle: Apple

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