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iPhone 4S im Test: Mit diesem Handy wird man sprechen

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2. Teil: In der Wolke geht die Sonne auf

SPIEGEL ONLINE

Die wohl wichtigste Neuerung am iPhone 4S ist allerdings seine Software. Apple hat seine Mobil-Software in der fünften Version kräftig aufgewertet und sie auch um eine überfällige Funktion erweitert, die wohl jedem iPhone-User sofort gefallen wird: die Mitteilungszentrale, in der Nachrichten, Hinweise und Erinnerungen aus etlichen Apps gesammelt werden, die per Fingerwisch abrufbereit sind. Hier kann eBay melden, wenn eine Auktion sich dem Ende nähert, hier werden anstehende Termine und das Wetter angezeigt. Welche Apps dort hinein Nachrichten absetzen dürfen, lässt sich einstellen - sonst litte man schnell an Information-Overflow.

Ebenso nützlich sind die "Erinnerungen"-App und der Kurznachrichtendienst iMessage, der als kostenloser SMS-Ersatz fungiert - leider nur zwischen iOS-Geräten. Bemerkenswert ist auch, dass Updates für das iOS endlich ohne PC-Hilfe eingespielt werden können.

Die wohl wichtigste Neuerung in iOS 5 dürfte die Integration von iCloud sein, Apples in der Grundversion kostenloser Datenwolkendienst. iCloud ersetzt das alte MobileMe vollständig, dient als Online-Datenspeicher, Backup-Medium und Synchronisierungsdienst. So ziemlich alles, was auf dem Handy gespeichert wird, lässt sich in der iCloud sichern: Adressen, Bookmarks, Kalendereinträge. Wer iOS 5 installiert und einen Account einrichtet - egal ob auf einem alten oder neuen Handy - bekommt 5 Gigabyte kostenlosen Speicherplatz. Das mag wenig erscheinen, reicht aber für grundlegende Anwendungen aus. Im Test waren nach einer Woche rund 2,8 GB belegt. Teuer wird es allerdings, will man zusätzlichen Speicherplatz anmieten. Ein Upgrade auf 50 GB kostet satte 100 Dollar pro Jahr.

Fotostrecke

21  Bilder
Apples Plauder-Handy: Das iPhone 4S
Ob man die braucht, ist eine andere Frage. Der Fotostream-Dienst etwa, der Schnappschüsse sofort auf iCloud hochlädt, benötigt keinen Speicherplatz, da Fotos kostenlos in iCloud gelagert werden: maximal 1000 und jedes davon nicht länger als 30 Tage. Das klingt kleinlich. Für den eigentlichen Zweck reicht das aber locker aus. Denn der besteht darin, Bilder nicht dauerhaft zu lagern, sondern zwischen allen mit einem Account verbundenen Geräten auszutauschen. Im Test erschienen mit dem Handy geknipste Fotos meist schon nach zehn Sekunden auf einem iPad beziehungsweise einem Apple-Rechner. Derselbe Trick klappt mit Musik und Apps ebenso problemlos. Abzuwarten bleibt nur, wie stabil der Datenaustausch per iCloud funktioniert, wenn mehrere Millionen User das System gleichzeitig nutzen und nicht nur die wenigen Test-User der Beta-Phase.

Millionen Vorbestellungen

Dieser Real-Life-Test dürfte nicht lange auf sich warten lassen. Das iPhone 4S soll am 14. Oktober erhältlich sein. Innerhalb der ersten 24 Stunden nach Beginn der Vorbestellungsfrist gingen bei Apple mehr als eine Million Vorbestellungen ein. Beim iPhone 4 waren es im selben Zeitraum noch 600.000 Exemplare gewesen.

Wer die Vorbesteller sind, lässt sich leicht erraten: Vor allem Besitzer alter iPhones der Serien 3G und 3GS dürften darunter sein. Diese Anwender haben zum Teil erheblich darunter gelitten, dass ihre Handys von Apples letztem Software-Update auf iOS 4 überfordert waren und teilweise sehr langsam wurden. Außerdem sind ihre mit dem Handykauf abgeschlossenen Verträge jetzt mindestens zwei Jahre alt - und damit reif für den Kauf eines subventionierten Smartphones.

Altes iPhone wird neues iPhone

Wer dagegen schon ein iPhone 4 besitzt, braucht das Modell 4S nicht. Sicher, die Kamera ist deutlich besser, der sprachgesteuerte Assistent Siri eine reizvolle Ergänzung. Doch den Neukauf nach nur einem Jahr rechtfertigen beide nicht. Ganz ähnlich sah es seinerzeit aus, als das iPhone 3GS erschien. Aber das kann iPhone-Nutzern durchaus recht sein. Behält Apple seinen jetzigen Rhythmus bei, kann man sich auf ein signifikantes Update alle zwei Jahre einrichten, synchron zur Laufzeit üblicher Mobilfunkverträge.

Das kostenlose Update auf iOS 5 kann dagegen jedem Anwender empfohlen werden, der ein taugliches Gerät besitzt. Auf den ersten Blick sieht iOS 5 nicht viel anders aus als sein Vorgänger. Doch wer ein wenig tiefer gräbt, findet manche Perle. So wie eine Erinnerungsfunktion, die nicht nur zu einer bestimmten Uhrzeit anschlägt, sondern auch vermelden kann, wenn man sich an einem vorher definierten Ort befindet. Davon werden vor allem Besitzer des iPhone 4 profitieren: Ihr Handy wird mit der neuen Software zu einem iPhone 4S light.

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insgesamt 179 Beiträge
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1. graus
firstart 12.10.2011
Nun sabbeln die IProlls auch noch mit dem IPhone. Als würde es nicht reichen, das die lautstarken Gespräche und die Musik aus den Ohrhörern mittlerweile als akustische Umweltverschmutzung gelten müssten.
2. das/dass
mkill 12.10.2011
Das/dass-Fehler direkt im ersten Satz am Artikelanfang. Es gab mal Zeiten, da hatten Zeitungen Editoren, die soetwas rausfischen...
3. Software Technologie veraltet
FastFertig, 12.10.2011
Egal was man an Hardware in das iPhone reinpackt oder wie schön man es auch anmalt: Die Software Technologie in den iPhones ist aus den 1970ern und vollkommen veraltet. XCode und Objective-C ist von allen Handy-Betriebssystemen der instabilste, grausligste und verachtenswerteste Scheiß, den man sich als Softwareentwickler nur vorstellen kann. Bei uns brechen Entwickler in Tränen aus und melden sich krank, wenn sie gezwungen werden, die iPhone-App zu warten. Apples Entwicklunssysteme sind schlichtweg zum Kotzen und unwartbarer Müll. Und deswegen hat Apple und das iGedöns langfristig keine Bedeutung, da die Entwicklung für diese Teile zu teuer, zu aufwenig und zu fehlerhaft ist.
4. Egal ob
nilux 12.10.2011
Egal ob kleines oder großes Update, SPON wird auch weiterhin über jeden noch so kleinen Furz von Apple ausführlich berichten. Auch das klitzekleinste Update (wie das 4CS) erfährt somit immer den vollen Hype.
5. Argl
DJ Doena 12.10.2011
Ooh yay. Jetzt quatschen die Leute auch noch mit ihrem Telefon. Als ob es bisher nicht schon nervig genug war...
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