Noch am Donnerstagmorgen saßen vor dem Apple Store am Hamburger Jungfernstieg nur zwei einsame junge Männer. Sie hatten sich ihre Pole-Position in der Warteschlange schon am Dienstag gesichert, wurden von Apple mit Strom und Regenschirmen versorgt. Im Laufe des Donnerstags und der Nacht zum Freitag bekamen sie reichlich Gesellschaft. Am Abend war die Wartegesellschaft schon auf rund 200 Personen angewachsen, am Freitagmorgen sollen es bereits 2500 gewesen sein, die sich bis tief in die Nebenstraßen hinein geduldig für eines der neuen Handys einreihten.
Die Apple-Mitarbeiter gaben sich dabei alle Mühe, die Warterei zu organisieren, Schummeleien zu verhindern. Morgens um sechs Uhr wurden Zuteilungskarten verteilt, auf denen vermerkt wurde, welches Modell der jeweilige Kunde kaufen will. Für die Wartenden waren diese Karten eine beruhigende Garantie, versprachen sie doch, dass sie auf jeden Fall ihr Wunschgerät bekommen würden, egal wie lange sie noch warten müssen.
Später wurde die Warteschlange in zwei Reihen für "iPhones mit Nano-Sim-Karte" und "iPhones ohne Nano-Sim-Karte" aufgeteilt. Schon lange zuvor stand fest: Pro Kunde werden maximal zwei Handys ausgegeben.
In ihrer Heimat, so die Hoffnung der russischen Einkäufer, würden sie pro Gerät bis zu 3000 Dollar bekommen. Der Graumarkt dort boomt, weil Apple das iPhone 5 erst 2013 offiziell in Russland einführen will.
Ob sich die Warterei, abgesehen vom Werbeeffekt für Apple, wirklich lohnt, ist fraglich. Auch vor dem Verkaufsstart des iPhone 4S hatten sich lange Schlangen gebildet. Weniger Ungeduldige konnten das damals ebenfalls sehr begehrte Gerät aber teilweise auch problemlos am Nachmittag des Erstverkaufstags bekommen - ganz ohne Anstehen.
mak
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