Schön, groß, schlank, teuer iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test

Ist größer wirklich besser? Mit iPhone 6 und iPhone 6 Plus bietet nun auch Apple Smartphones im Großformat an. Wie liegen sie in der Hand, wie ist die Foto- und Video-Qualität? Der Test.

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Das neue iPhone 6 hat einen 4,7-Zoll-Bildschirm, das iPhone 6 Plus sogar einen mit 5,5 Zoll. Aber das sind beileibe nicht die einzigen Veränderungen gegenüber den Vorgängermodellen.

Auf den ersten Blick - und vor allem beim Anfassen - fällt das neue Design auf. Rundum rund und zudem spürbar dünner ist es geworden. Scharfe Kanten wie noch beim iPhone 5s gibt es nicht mehr. Als langjähriger iPhone-Nutzer muss ich mich erst daran gewöhnen, dass der Einschaltknopf jetzt rechts statt oben sitzt. Der Vorteil: So kann ich ihn bequem mit dem Daumen erreichen, zumindest beim iPhone 6.

Für das 6 Plus gelten andere Regeln. Um das XL-iPhone bedienen zu können, muss ich es anders halten, es seitlich mit der ganzen Hand umfassen. Den ganzen Bildschirm erreichen meine Finger trotzdem nicht. Der neue Einhandmodus soll das vereinfachen: Tippe ich zweimal auf die Home-Taste, rutscht der Bildschirminhalt nach unten (siehe Video). Ob ich mich auf Dauer daran gewöhnen werde, wage ich zu bezweifeln. Es ist eben doch eher ein Zweihand-Handy.

Fotostrecke

22  Bilder
Neue Apple-Smartphones: iPhone 6 und iPhone 6 Plus im Test
Die Bildschirme der beiden iPhones liefern tiefes Schwarz, kräftige Farben und starke Kontraste, sie erinnern mich an Samsungs Amoled-Displays. Beeindruckend ist, wie gut sich die Bildschirme auch seitlich ablesen lassen, ohne dass Schärfe und Farbtöne sich verändern.

Apple begründet das mit der Verwendung sogenannter Dual-Domain-Pixel. Anders als sonst üblich, werden die Pixel hier nicht in einem strikten 90-Grad-Raster zueinander angeordnet, sondern stehen leicht verwinkelt zueinander. Der Technik-Website "Anandtech" zufolge ist das allerdings keine echte Neuheit: HTC soll solche Displays schon im One (M7) und im One X verwendet haben.

Foto-Luxus gibt es nur beim iPhone 6 Plus

Als Apple die neuen iPhones der Öffentlichkeit präsentierte, war ich wohl nicht der einzige, der sich wunderte, dass die Auflösung der Kamera unverändert acht Megapixel beträgt. Zumindest einen 13-Megapixel-Sensor hatte ich erwartet. Trotzdem hat sich einiges geändert: Vor allem sollen sogenannte Focus Pixel dafür sorgen, dass die Kamera schneller auf ein neues Motiv fokussiert und bei Videoaufnahmen kontinuierlich auf unterschiedlich weit entfernte Motive scharfstellen kann.

Im Test hat das auch gut funktioniert. Gegenüber Aufnahmen mit einem iPhone 5s waren Unterschiede sichtbar, wenn auch keine gewaltigen. Deutlich erkennbar sind die Verbesserungen bei mäßiger Beleuchtung, bei der das iPhone 6 weniger Bildrauschen erzeugt als sein Vorgänger.

Noch deutlicher sind die Unterschiede beim iPhone 6 Plus, das zusätzlich einen optischen Bildstabilisator hat. Für mein Testfoto in einem schlecht beleuchteten Kellerraum mussten iPhone 5s und 6 die Kameraempfindlichkeit auf ISO 2000 hochschrauben, während dem 6 Plus für dieselbe Aufnahme ISO 500 genügte (siehe Fotostrecke).

Zeitraffer und Zeitlupen

Ganz erstaunlich ist, wie gut die neuen iPhones mit elektronischer Hilfe Videobilder beruhigen können. Um das auszuprobieren, habe ich ein kurzes Filmchen auf dem Fahrrad gedreht, Freihand und auf einem holprigen Radweg. Das Ergebnis ist, abgesehen von der schiefen Kamerahaltung, sehr schön wackelfrei:

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Spaß macht es auch, die Zeitlupenfunktion auszuprobieren, die auf den neuen Handys bis zu 240 Bilder pro Sekunde aufnimmt:

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Und schließlich bieten die iPhones nun auch eine Zeitraffer-Funktion. Die arbeitet, wenn man das Handy entsprechend fixiert, sehr einfach und problemlos. Schade nur, dass man die Bildrate nicht verändern kann:

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Schneller als die Konkurrenz

Leistungsmessprogramme wie Geekbench bescheinigen den beiden Sechser-iPhones bemerkenswerte Rechenkraft. Zwar ist der neue A8-Prozessor, den Apple beiden Geräten eingepflanzt hat, nur mit zwei Rechenkernen bestückt, hat nur ein Gigabyte Arbeitsspeicher und tuckert mit bescheidenen 1,4 GHz. Er lässt aber beispielsweise den 2,5 GHz schnelle Quadcore-Chip in Sonys neuem Xperia Z3 hinter sich. Das sollte erstmal ausreichen.

Erfreulich ist, dass sich die Leistungssteigerung nicht auf die Akkulaufzeit niederschlägt. Einen Arbeitstag hielten beide problemlos durch, das iPhone 6 Plus zeigte wegen seines größeren Akkus oft noch 20 Prozent mehr Restkapazität an als das kleinere Modell. Dafür dauert es auch fast vier Stunden, den Akku aufzuladen.

Vom NFC-Chip, der die iPhones zu digitalen Geldbörsen machen soll, haben deutsche Nutzer vorerst nichts. Sein Bezahlsystem Apple Pay will der Konzern vorerst nur in den USA einführen. Meine Versuche, das iPhone 6 mit anderen NFC-Geräten zu verbandeln, verliefen ohne Ergebnis.

Fazit

Ich habe ein wenig Probleme damit, mich mit dem iPhone 6 Plus anzufreunden. Ja, es ist irre schnell, ja, es hat einen tollen Bildschirm und ja, es sieht großartig aus. Aber es ist eben auch ein bisschen sperrig, genau wie andere Smartphones seiner Größenordnung auch. In die Handtasche passt es besser als in die Hosentasche.

Mittelgroß ist dagegen genau richtig. Das iPhone 6 liegt prima in der Hand, liefert genau das, was man an zusätzlicher Bildfläche braucht, und flutscht mühelos in jede Hemd- oder Hosentasche.

Bleibt nur ein Problem, der Preis: Bis zu 999 Euro kostet das iPhone 6 Plus, das iPhone 6 bis zu 899 Euro. Viele Fans scheint das aber nicht zu bremsen: 24 Stunden nach Verkaufsbeginn meldete Apple bereits vier Millionen Bestellungen, am Dienstagabend lag die Lieferzeit bereits bei vier Wochen. In der Nacht zum Freitag werden wieder Tausende vor den Apple Stores in aller Welt campieren, um doch noch ein iPhone am Erstverkaufstag zu ergattern.

Vorteile und Nachteile

Sehr guter Bildschirm

Schnelle Netzanbindung per LTE und Gigabit-W-Lan

Gute Fotoqualität

Sehr hohe Verarbeitungsqualität

Optischer Bildstabilisator (nur iPhone 6 Plus)

Sehr hohe Leistung

Optional sehr viel Speicher

Hohe Aufpreise für Speicher-Upgrades

Hoher Grundpreis

Technische Daten

Hersteller Apple Apple
Modell iPhone 6 iPhone 6 Plus
Maße (Millimeter) 138 x 67 x 6,9 158 x 78 x 7,1
Gewicht (Gramm) 129 172
Sprechzeit Bis zu 14 Stunden Bis zu 24 Stunden
Standby Bis zu 10 Tage Bis zu 16 Tage
Display-Diagonale 4,7 Zoll 5,5 Zoll
Display-Auflösung 1334 x 750 1920 x 1080
Prozessor 1,4 GHz Dualcore 1,4 GHz Dualcore
Arbeitsspeicher 1 GB 1 GB
Massenspeicher 16/64/128 GB 16/64/128 GB
Speichererweiterung Nein Nein
Kamera (hinten/vorne) 8 Mpx / 1,2 Mpx 8 Mpx / 1,2 Mpx
Mobilfunktechnik UMTS, HSPA+, LTE UMTS, HSPA+, LTE
W-Lan 802.11 a/b/g/n/ac 802.11 a/b/g/n/ac
Bluetooth 4.0 4.0
Betriebssystem iOS 8 iOS 8
Besonderheiten NFC, Barometer, Fingerabdrucksensor NFC, Barometer, Fingerabdrucksensor, optischer Bildstabilisator
Preis (Euro) 699/799/899 799/899/999

Alle Daten sind Herstellerangaben



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insgesamt 253 Beiträge
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Seite 1
Big_Jim 17.09.2014
1. Der Preis ist doch ein Witz!
Allerdings scheint man den Jüngern echt einen Tausender aus der Tasche ziehen zu können für ein 2Kern Handy mit 1 GB RAM und mit 1001 Einschränkungen und immer noch diesem grauenhaftem iTunes. Genau das war damals für mich der Grund auf die Google Nexus Serie umzusteigen und ich hab es nie bereut. Wenn man mal Preis/Leistung vergleicht, dann bietet Google mehr Leistung und ein deutlich flexibleres OS für 1/3 des Kaufpreises eines iPhone. Krass!
martinstuttgart 17.09.2014
2. und
was davon hat das Samsung 5 nun nicht.ausser den Preis?
malocher77 17.09.2014
3. IPhones
Sollen schneller sein als die Konkurrenz, und wird mit Sony Z3 verglichen, dass noch nicht mal unter top 10 in Tests ist.Ich warte auf das neue HTC , von der Verarbeitung kann Iphone nichts besser, das jetzige Modell M8 ist derzeit schneller wie Iphone 6 und ich kann den Speicher bis 128 Gb + 32 internen Speicher erweitern ohne dafür 1000 Euro bezahlen zu müssen. Iphone 4 war seiner Zeit das innovativste Smartphone, der Vorsprung wurde aber verspielt, dennoch gibt es viele Fans die sich das neue Iphone 6 holen.
dschungelmann 17.09.2014
4. Da ist mein Huawei gleichwertig und kostet.....
nur ca. 200 Euro. Wer braucht dann Apple?
juri. 17.09.2014
5. Runde Kanten?
Wird da nicht eine Geschmacksmusterklage und kurzfristiges Verkaufsverbot fällig? Daher vllt. der hohe Preis. Mal im Ernst, 1000 € für ein Smartphone sind nicht mehr teuer, das erscheint eher als eine Perversion, egal wie gut oder welches Design. Und die Schriftgrößeneinstellung als Merkmal hervorzuheben ist, nun ja, eher schwwach...ist wie bei VW, was andere als Standard seit Jahren bieten, gilt dort als "innovativ". Die Rolle als Wegbereiter für neue Technologien hat das iPhone jedenfalls seit einiger Zeit verloren - das war das einzige, was den perversen Preis tatsächlich rechtfertigte. Und auch das Alleinstellungsmerkmal eines wirklich kompakten Smartphones ist dahin. Ja, es ist dünn - so dünn, das man schon fast Angst haben muß es zu zerbrechen, wenn mal der Hintern der eigenen oder anderer Personen in die Nähe kommt. Und trotzdem so groß, das es nur in Baggypants nicht in der Tasche auffällt. Die Akkuleistung mit "1 Arbeitstag" ist auch schwach, betrachtet man den Vergleich der blanken Leistungsdaten (halb so schnell getaktet, Hälfte der Kerne,...). Interessantes wird die Zeit zeigen, wie lange das mit "1 Arbeitstag" andauert, bevor der Akku altersschwach wird. Schön, das es Apple immer noch gelingt, alles flüssig mit vgl.weise schwacher CPU auszuführen, hier könnten sich andere Hersteller noch eine Scheibe abschneiden. Aber ansonsten - nix neues im Westen....
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