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19. September 2017, 13:02 Uhr

iPhone 8 und 8 Plus im Test

Apple-Handys auf Speed

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Die iPhones 8 und 8 Plus sind die leistungsfähigsten Smartphones, die wir bisher testen konnten. Aber Leistung ist nicht alles. Was Apples neue Smartphones noch auszeichnet und welche Macken sie haben, verrät unser Test.

Wenn man den Karton öffnet, könnte man denken: "Das ist doch ein iPhone 7." Ein Irrtum, der sich aufklärt, sobald man das iPhone 8 in die Hand nimmt. Denn dann merkt man, dass hier eben doch etwas anders ist. Statt des einteiligen Aluminiumgehäuses haben die neuen iPhones nur noch einen umlaufenden Rahmen aus Aluminium. Die Rückseite hingegen besteht aus Glas.

Das wiederum sei zwar besonders robust und werde von einer Stahlkonstruktion gestützt, verspricht Apple - aber es ist immer noch Glas, das brechen könnte, wenn es auf eine harte Oberfläche fällt. Mit einem Alu-Gehäuse wäre allerdings eine der wichtigsten Neuerungen des iPhone 8 nicht möglich gewesen, die drahtlose Ladefunktion. Durch das Metall könnten die dafür notwendigen elektromagnetischen Wellen nicht dringen.

Der Glasboden also macht das Aufladen nun einfacher als früher: Einfach das iPhone auf ein passendes Ladegerät legen, schon wird der Akku vollgepumpt. Eigene Ladegeräte hat Apple zwar nicht im Angebot, aber auf allen von uns getesteten Ladematten und Ladeschalen funktioniert das System problemlos, weil Apple den weit verbreiteten Qi-Standard unterstützt.

Im Gegensatz zur Ladetechnik bleibt die Akkulaufzeit gegenüber dem iPhone 7 unverändert. In der vergangenen Woche bin ich mit meinen Testgeräten immer gut über den Tag gekommen. Abends müssen aber auch das iPhone 8 und das größere 8 Plus geladen werden, damit sie den nächsten Tag durchhalten.

Nicht mehr Pixel, sondern schönere

Größe und Auflösung der Bildschirme hat sich gegenüber den Vormodellen nicht verändert. Genau wie das iPhone 7 hat das iPhone 8 ein 4,7-Zoll-Display mit 1334 x 750 Pixeln, bei den Plus-Modellen sind es 1920 x 1080 Pixel auf 5,5 Zoll. Und doch sehen die neuen Bildschirme anders und besser aus.

Den Unterschied macht die True-Tone-Technik, die Apple mit dem iPad Pro eingeführt hat. Sie passt die Farbigkeit des Bildschirms an das Umgebungslicht an, sodass Farben immer realistisch aussehen, weiß etwa immer weiß ist. Das automatische Regeln der Bildschirmhelligkeit funktionierte bei meinen Testgeräten allerdings nicht.

Mehr Bilder pro Sekunde

Auch bei den Hauptkameras ist die Auflösung gleich geblieben, sie beträgt wie beim Vorgängermodell 12 Megapixel. Unter dem Objektiv aber wurde alles ausgetauscht: neuer Fotochip, neuer Bildprozessor, neuer LED-Blitz, neue Software. In der Kombination soll das für schärfere Fotos, bessere Kontraste, gleichmäßiger ausgeleuchtete Motive und bessere Aufnahmen bei wenig Licht sorgen. Wie zuvor hat das iPhone 8 aber nur eine Kamera, während beim iPhone 8 Plus ein Zusammenspiel aus Weitwinkel- und Teleobjektiv für mehr fotografische Möglichkeiten sorgt.

Bei meinen Testaufnahmen mit dem iPhone 8 Plus ist mir, zumindest bei guter Beleuchtung, praktisch kaum ein Unterschied zu Schnappschüssen, die ich gleichzeitig mit dem iPhone 7 Plus gemacht habe, aufgefallen (siehe Bilderstrecke). Das neue Modell scheint nur schneller zu fokussieren und bei wenig Licht besser Bilder zustande zu bringen. Und dann gibt es noch einen Porträtlicht-Modus, in dem man die Beleuchtung eines Porträts nachträglich verändern kann. Eine nette Spielerei.

Positiv sind mir die neuen Videomodi aufgefallen, die beispielsweise 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde ermöglichen. Das Ergebnis sind ultrarealistische, extrem ruhige Clips. Wer es lieber cinematisch mag, sollte 4K-Videos mit 24 Bildern pro Sekunde aufnehmen.

Umständlich ist nach wie vor, dass man beispielsweise die gewünschte Videoauflösung und die Bildrate von Zeitlupenaufnahmen nicht in der Kamera-App, sondern im Kontrollfeld Einstellungen anpassen muss.

Der Ferrari unter den Smartphones

Der neue A11-Bionic-Prozessor im iPhone 8 und iPhone 8 Plus deklassiert die Konkurrenz. Mit seinen sechs Rechenkernen zeigt er sogar dem neuen Achtkern-Chip, den Samsung ins Galaxy Note 8 eingebaut hat, die Rücklichter. Testprogramme attestieren ihm reichlich Mehrleistung gegenüber anderen Top-Smartphones.

Im Geekbench-Test etwa erreicht Samsungs Note 8 gute 6666 Punkte, das iPhone 8 Plus aber 10.413. Im Antutu-Benchmark schafft das Samsung rund 175.000 Punkte, das neue iPhone gut 228.000. Beim iPhone 8 liegen die Werte jeweils etwas niedriger, weil es weniger Arbeitsspeicher hat als das Plus-Modell. Für beide gilt dennoch, dass sie auf absehbare Zeit genug Reserven für aufwendige Apps und System-Updates haben.

Mehr als nur die Realität

Einen Teil dieser Leistung kann man gut für die neuen Augmented-Reality-Apps gebrauchen, die nach der Veröffentlichung von iOS 11 am heutigen Dienstag nach und nach in den App Store kommen werden. Augmented Reality (AR) bedeutet, dass virtuelle Objekte in Bilder der realen Welt eingeblendet werden.

Auf dem iPhone heißt das, dass man die reale Welt auf dem Bildschirm durch die Kamera betrachtet, während die Apps in diese Umgebung verschiedene Objekte einbinden, mit denen man interagieren kann. Grundsätzlich gibt es das schon lange, aber Apple macht es Entwicklern mit einer Technik namens AR Kit jetzt leicht, solche Apps zu entwickeln.

Einige davon konnte ich schon ausprobieren und war begeistert. Bei Insight Heart etwa kann man die Funktionsweise des menschlichen Herzens von allen Seiten betrachten, "The Machines" ist ein Action-Strategiespiel, bei dem nicht ein Bildschirm, sondern ein Tisch oder der Fußboden das Spielfeld ist. Auch bei Ikea ist eine App in Arbeit, mit der man sein Zimmer mit virtuellen Möbeln ausstatten kann. Das alles funktioniert nach dem Update auf iOS 11 allerdings auch auf älteren iPhone-Modellen.

Fazit

Die iPhones 8 und das 8 Plus sind die Nachfolger, die man für das iPhone 7 erwarten konnte: bestens verarbeitet und in mancherlei Hinsicht überarbeitet. Aber wie so oft gilt: Wer eines der Vorjahresmodelle hat, muss nicht auf das neue iPhone aufrüsten, viele neue Funktionen bekommt man schon durch das kostenlose Update auf iOS 11.

Wer aber von einem älteren iPhone aufrüsten will, für den sind vor allem die Versionen mit viel Speicher interessant, denn die sind billiger geworden. Zwar sind die Einstiegspreise hoch: 799 Euro kostet das iPhone 8 mit 64 GB, 909 Euro das 8 Plus. Mit 256 GB jedoch liegen die Preise bei 969 und 1079 Euro und damit zehn beziehungsweise 40 Euro unter den Preisen, die Apple anfangs für die entsprechenden iPhone-7-Modelle verlangt hat.

Vielen Apple-Fans werden wohl trotzdem lieber auf das iPhone X warten, das am 3. November in den Handel kommt - auch wenn das noch mal deutlich teurer wird.

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