Fehler auf iPhones, iPads und Macbooks Ein Link und nichts geht mehr

Im Netz kursieren Links zu Websites, deren Aufruf iPhones, iPads und Macbooks in die Knie zwingt. Apple will den Fehler nächste Woche beheben.

Apple-Nutzer
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Das Anklicken oder je nach Einstellung schon das Empfangen des Links kann reichen, dann frieren iPhones, iPads und womöglich sogar Macbooks ein: Seit einigen Tagen kursiert im Netz der Hinweis auf eine Website, deren Adresse man wohl lieber nicht in der eigenen iMessage-App entdecken will.

Hinter dem Link verbirgt sich eine HTML-Seite: Sie sorgt dafür, dass Apple-Geräte abstürzen oder zu einem Neustart gezwungen werden, wenn der Apple Safari-Browser in iMessage eine Vorschau erstellen will.

Apple hat mittlerweile bestätigt, dass es sich um einen Fehler handelt, der demnächst beseitigt werden soll. Auf SPIEGEL-Anfrage teilte der Konzern am Freitagmorgen mit, dass "eine Lösung mit einem Software-Update in der kommenden Woche ausgeliefert wird". Möglicherweise handelt es sich um jenes Update, das es Nutzern künftig erlaubt, die Bremse für ältere iPhone-Akkus abzuschalten.

Die Original-Website ist verschwunden

Software-Entwickler Abraham Nasri aus den USA hatte den Link zur Website am Dienstag bei Twitter veröffentlicht, seine Entdeckung nennt er ChaiOS. Nasri bat die Nutzer in seinem Tweet darum, keine schlechten Dinge mit dem Link anzustellen.

Mittlerweile ist die Original-Website mit dem Link auf der Entwicklerplattform Github aber nicht mehr zu erreichen. Der Account von Nasri ist offenbar gesperrt worden.

Der Entwickler kommentiert dazu, dass er die Entscheidung nicht nachvollziehen könne, weil per Github immer wieder potenziell mit Schadcode infizierte Dateien zugänglich gemacht worden seien. "Ich habe den Fehler veröffentlicht, um die Aufmerksamkeit von Apple zu gewinnen", schreibt er. Der Konzern müsse solche Probleme viel ernster nehmen. Außerdem habe er seine Entdeckungen bisher immer zunächst an die Entwickler gemeldet, bevor er sie veröffentlichte.

Es gibt zahlreiche Ableger mit dem Absturz-Code

Während die Original-Website verschwunden ist, gibt es bereits einige Ableger im Netz. Da es sich um herkömmliche HTML-Befehle handelt, haben andere Nutzer den Absturz-Code kopiert und zahlreiche Seiten mit dem gleichen Effekt erstellt.

Berichten zufolge führt die Vorschau des Links bei den Betriebssystemen iOS und MacOS dazu, dass nur noch kryptische Zeichen auf dem Bildschirm angezeigt werden und das System abstürzt. Laut "9to5Mac" wirkt sich der Fehler in der iMessage-App auch dann noch aus, wenn man das Programm nach einem Neustart wieder öffnet. Die Nutzer müssen demnach die Unterhaltung zunächst komplett löschen, um überhaupt wieder Nachrichten schreiben zu können.

Apple hat nicht zum ersten Mal Probleme mit Textnachrichten, die zu Abstürzen führen. Im Jahr 2015 machte eine Zeichenfolge namens "Effective Power" die Runde, die per Kurznachricht verschickt reihenweise iPhones lahmlegte. Auch ein Jahr später justierte Apple sein Betriebssystem noch einmal nach und reagierte damit auf Beschwerden der Nutzer, die über Abstürze klagten, nachdem sie bestimmte Links geöffnet hatten.



insgesamt 7 Beiträge
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zeichenkette 19.01.2018
1. Nicht schön
Leider muss man aber sagen, dass moderne System um Größenordnungen zu komplex sind, als dass man Fehler auch nur theoretisch ausschließen könnte. Um so wichtiger ist schnelles Reagieren mit Updates. Dass bei Apple in Hinsicht auf Softwarequalität so einiges nicht rund läuft, ist aber auch offensichtlich. Das wiederum ist bei einer so stinkreichen Firma schwer zu verstehen.
Peer Pfeffer 19.01.2018
2. Früher hatten Apple-Geräte ja den Ruf,
viel sicherer als MS Windows zu sein. Das dürfte wohl inzwischen Geschichte sein.
Pumkin 20.01.2018
3.
Zitat von Peer Pfefferviel sicherer als MS Windows zu sein. Das dürfte wohl inzwischen Geschichte sein.
Blödsinn. Das ist immer noch so. Auch wenn Sie an dieser Stelle den Fehler machen, MacOS mit iOS zu verwechseln und mit Windows vergleichen: Macht nix, das Ergebnis ist das selbe. Während auf Windows-Seite die Viren, Würmer und anderes digitales Ungezifer im hohen 6-stelligen Bereich liegen und man ohne Antivirensoftware am berühmten A…sch ist, exisiterien auf der Macseite ledigliech ein paar Proof-of-Concepts und in freier Wildbahn kein einziger Virus. Fakt. Und unter iOS wird ja jede Software von Apple vorab geprüft und nur legitimierte Apps können überhaupt geladen und gestartet werden. Einige mögen dies ja als "Gängelei" oder "Bevormundung" betitteln –*ich finds einfach nur geil so komplett sorglos und vor allem virenfrei Software installieren und nutzen zu können. Und wo ist jetzt nochmal Windows-Mobile? Ach ja, stimmt ja, hat Microsoft eingestampft, weil, das wollte ja keiner.
ford_mustang 20.01.2018
4. Der Artikel muss eine "Ente" sein.
In den Medien und im Bekanntenkreis wird mir immer wieder mitgeteilt, dass Appleprodukte absolut sicher sind. Ich stehe mit Windows und Android immer wie ein technischer Laie da.
fürstberg 20.01.2018
5.
Apples Haupt-Schutz war über lange Zeit die Tatsache, daß Apple-Produkte teuer waren und deshalb ein Nischen-Dasein „leben“ mussten. Inzwischen kaufen mehr Leute Apple-Produkte, da lohnt sich Malware-Schreiben halt. Das bemerkt man auch daran, daß Hersteller von Anti-Virus-Software inzwischen auch Apple-Produkte anbieten.
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