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Versteinerte iPhones: Apple korrigiert den Fehler 53

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Fingerabdrucksensor im iPhone: Probleme nach Austausch durch Drittanbieter

Mit einem Software-Update will Apple Anwendern helfen, deren iPhone nach einer Billigreparatur unbrauchbar geworden ist. Eine Kernfunktion wird von der neuen Software deaktiviert - und das ist gut so.

Ein Software-Update soll's richten. Am Donnerstagabend hat Apple eine neue Version von iOS 9.2.1 veröffentlicht. Eigentlich ist die schon eine ganze Weile verfügbar. Doch das nun veröffentlichte Update soll den berüchtigten Fehler 53 beheben, der erscheint, wenn ein iPhone nach einer Reparatur bei einem nicht von Apple zertifizierten Anbieter unbrauchbar wurde.

Die Fehlermeldung beschäftigte Apple und seine Kunden schon seit Monaten. Das Problem: Bei einem iOS-Update oder wenn man das iPhone aus einem Back-up wiederherstellt, überprüft die Software anhand nicht näher benannter Spezifikationen, ob der im Gerät vorgefundene Fingerabdrucksensor zum Gerät gehört.

Auf welchem Weg das genau geschieht, ist unklar. Doch stellt iOS "dabei eine Diskrepanz fest, besteht das Gerät den Test nicht und Touch ID sowie Apple Pay werden deaktiviert", teilt Apple mit. So soll verhindert werden, dass ein Gerät mit einem manipulierten Sensor für kriminelle Zwecke genutzt werden kann.

Konkret ging die Sperre aber weit über eine Deaktivierung von Touch ID und Apple Pay hinaus: betroffene iPhones wurden komplett deaktiviert, sie "versteinerten", waren nur noch als Türstopper nutzbar. Versuche, sie wiederherzustellen, bleiben fruchtlos. Apple riet daher dazu, den Support anzurufen. Der könne einen Kostenvoranschlag für eine Reparatur machen.

Apple-Update iOS 9: Die neue Software ist für iPhones ab dem iPhone 4s, iPads ab dem iPad 2 und iPad mini sowie die iPod touch der fünften und sechsten Generation verfügbar.

Mehr finden: Die Suchfunktion wurde erheblich erweitert. Sie durchstöbert jetzt mehr Datenbanken und bemüht sich, zu jedem Suchbegriff verschiedene Ergebnisse anzubieten.

Wischt man vom Homescreen aus nach links, werden automatisch viel genutzte Kontakte und Apps sowie eine Auswahl aktueller Nachrichten angezeigt.

Apples Onlinedatenspeicher iCloud ist jetzt tiefer in das Betriebssystem integriert. Über eine eigene App kann man auf dort gespeicherte Daten jetzt so zugreifen, als lägen sie auf dem Gerät selbst.

In der Notizen-App kann man jetzt viel mehr, als nur eingetippte Texte zu sortieren. Stattdessen lassen sich Fotos, Listen, Weblinks und auf den Bildschirm gekritzelte Skizzen verwenden.

Um die neue Notizen-App leichter mit Inhalten befüllen zu können, findet man in vielen Apps jetzt unter dem Teilen-Knopf eine Möglichkeit, die ausgewählte Datei direkt an die Notizen zu senden.

Links unten im Hauptfenster der Notizen-App gibt es jetzt ein Symbol, das eine Übersicht der in der App verwendeten Anhänge öffnet.

Auf iPads lässt sich der Bildschirm jetzt besser fürs Multitasking nutzen. Slide over nennt Apple eine Funktion, mit der eine zweite App teilweise über eine bereits geöffnete geschoben werden kann. So lassen sich Daten zwischen beiden Apps leichter austauschen.

Zieht man das zweite Fenster bis zur Bildschirmmitte auf, erhält man eine Split View genannte Ansicht. Sie ermöglicht es noch besser, mit zwei Apps parallel zu arbeiten. Diese Funktion ist eindeutig für das neue, große iPad Pro entwickelt worden, das viel mehr Bildschirmfläche bietet als die bisherigen Modelle.

Auch die Kurzbefehlleiste, die einen schnellen Zugriff auf Textformatierungsbefehle bietet, kann man als Vorbereitung für das iPad Pro ansehen.

Eine hübsche Ergänzung ist die Möglichkeit, Textpassagen auszuwählen, indem man mit zwei Fingern über den Bildschirm streicht.

Die Funktion Bild im Bild kennt man von Fernsehern. Auf iPads kann man sie jetzt benutzen, um ein laufendes Video über einer anderen App schweben zu lassen. Richtig Spaß wird auch das erst auf dem großen iPad machen.

Die Karten-App von iOS 9 kann jetzt auch Bus- und Bahnfahrpläne zur Routenplanung nutzen. In der Betaversion hat das auch in Berlin noch funktioniert, in der Endfassung fehlt diese Möglichkeit für Deutschlands Hauptstadt wieder.

Was gibt es in der Nähe zu sehen? Die Suchfunktion beantwortet diese Frage automatisch nach Kategorien sortiert. Allerdings derzeit nur in den USA und China.

Auch Apples eigene Nachrichten-App News, die Informationen aus vielen Quellen zusammenstellt, gibt es auf deutschen Betriebssysteme noch nicht zu sehen.

Ebenso steht es um die Bezahlfunktion Apple Pay: In den USA kann man seine Rechnung schon in Zigtausenden Geschäften per iPhone und Apple Watch begleichen, in Deutschland noch nicht.

Mit der neuen iOS-Version soll das nun nicht mehr zwangsweise nötig sein. Stattdessen sollen betroffene Nutzer ihr iPhone jetzt per Softwareupdate selbst wieder betriebsbereit machen können. Dazu sei das Gerät an einen Rechner mit der neuesten iTunes-Version anzuschließen und eine Wiederherstellung durchzuführen.

Auf einer Support-Seite erklärt Apple den Prozess Schritt für Schritt. Derzeit ist nur die britische Version dieser Seite abrufbar, die deutschen und amerikanischen Versionen zeigen noch den Stand von 2015 an. Als sogenanntes Over-the-Air-Update ist die Software nicht abrufbar, sondern kann nur via iTunes installiert werden.

Betaversion von iOS 9.3: Mit der neuen Nachtschicht-Funktion lässt sich festlegen, dass der Bildschirm während der Nachtstunden wärmere Farben anzeigt. So soll vermieden werden, dass das sonst eher kalte blaue Licht zu Einschlafproblemen führt.

In der Health-App werden mit iOS 9.3 nun auch die mit der Apple Watch aufgezeichneten Aktivitätsdaten angezeigt.

Auch im sogenannten Dashboard der Health-App lassen sich die Aktivitätsdaten nun übersichtlich anzeigen.

Wer fürchtet, sein Handy könnte Fremden in die Hände fallen, kann seine in der Notizen-App gespeicherten Aufzeichnungen jetzt auch per Passwort und Fingerabdruck sichern.

In Autos mit CarPlay-Unterstützung sind unter anderem die Navigationskarten erweitert worden. Außerdem soll die Integration von Apple Music verbessert worden sein.

An Universitäten und Schulen können iPads jetzt von mehreren Schülern oder Studenten genutzt werden. Lehrer können über eine neue Classroom-App kontrollieren, was die Schüler am Tablet treiben.

Die 3D-Touch-Funktion der neuen iPhones 6S und 6s Plus wird unter iOS 9.3 von mehr Apps als bisher unterstützt.

Nach erfolgreicher Installation und Zurückspielen der vorher hoffentlich per Back-up gesicherten Daten, sollen betroffene Geräte wieder normal funktionieren. Die Touch-ID-Funktion, der Fingerabdrucksensor, bleibt allerdings deaktiviert, sofern es sich um ein nicht von Apple oder einem Apple-zertifizierten Anbieter eingebautes Exemplar handelt.

In solchen Fällen, rät Apple, solle man sich wiederum an den Support wenden, um sich darüber informieren zu lassen, welche Möglichkeiten es gibt, auch dieses Problem zu beheben. In der Regel dürfte das eine erneute Reparatur samt Austausch des Sensors durch Apple sein.

mak

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insgesamt 39 Beiträge
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    Seite 1    
1. richtig
scottbreed 19.02.2016
finde ich gut.. Wer solche sicherheitsrelevanten Teile durch Dritte reparieren läßt ist doch selber schuld., wer dann jammert das seine Fingerabdrücke woanders landen und seine Konten geräumt wurden, tja dem ist nicht mehr zu helfen.. gerade bei son sensiblen Bauteil wie den Fingerabdrucksensor.. Alles andere kann man reparieren lassen durch Dritte.. aber das eine Bauteil ist eben halt sicherheitsrelevant und selbst ich würde da lieber zu Apple gehen.
2. Billigreparatur?
swnf 19.02.2016
Eigentlich wäre es mal angebracht bei den Artikeln zu diesem Thema etwas weniger schwammig zu berichten! Billigreparaturen sind doch nicht das Problem! Die Reparatur darf natürlich billig sein - sie muss jedoch korrekt durchgeführt werden. Der Fehler 53 kann also dadurch entstehen, wenn man sein iPhone in einem Laden reparieren lässt, der keine Ahnung davon hat, wie man das eigentlich richtig macht. Es ist nicht zwingend notwendig das Ding bei Apple reparieren zu lassen!
3. Schwerter zu Pflugscharen
nolabel 19.02.2016
und Iphones zu Türstoppern ,-)
4. Das hat nichts
felisconcolor 19.02.2016
Zitat von swnfEigentlich wäre es mal angebracht bei den Artikeln zu diesem Thema etwas weniger schwammig zu berichten! Billigreparaturen sind doch nicht das Problem! Die Reparatur darf natürlich billig sein - sie muss jedoch korrekt durchgeführt werden. Der Fehler 53 kann also dadurch entstehen, wenn man sein iPhone in einem Laden reparieren lässt, der keine Ahnung davon hat, wie man das eigentlich richtig macht. Es ist nicht zwingend notwendig das Ding bei Apple reparieren zu lassen!
mit billig oder teuer oder richtig oder falsch zu tun. Man muss nur wissen das der original Fingerabdrucksensor und die Hauptplatine ein Päärchen bilden welches beim Zusammenbau und Erstinbetriebnahme gepaart werden. So kann die Hauptplatine sicher sein den zugehörigen Sensor zu haben. Dieses pairing kann bei einer Off-Apple Reparatur nicht durchgeführt werden, selbst wenn der neue Homebutton über einen Sensor verfügt. Wobei ich im Aftermarket noch keinen Homebutton gefunden habe der dieses Feature hat. Diese Sensoren werden mit dem Hinweis verkauft "Ohne Fingerabdrucksensor". Allerdings weiss ich jetzt nicht ob sich das IPhone auch nach so einer Reparatur mit Fehler 53 abmeldet. Was es wahrscheinlich tun wird wenn bei dem alten Homebutton ein Fingerabdruck gespeichert war.Das mit dem Homebutton ist dadurch sehr clever gelöst, da der Fingerabdruck im Sensor gespeichert wird. Dadurch kann durch ein einfaches Tauschen des Sensors nicht ein fremdes IPhone gekapert werden. Die Sicherheitsmechanismen sind schon ziemlich tricky und das ist auch gut so.
5. Machen alle so, nur über Apple wird gemeckert.
vogelskipper 19.02.2016
Dass man seine Produkte nur beim Hersteller oder dafür zertifizierten Betrieben reparieren lassen kann, wenn man sicher gehen will, dass alles wieder geht udn es Garantie darauf gibt, das ist eigentlich überall normal, nur bei Apple wird immer gleich von allen Seiten gemeckert, warum eigentlich? Auch wird immer über das geschlossene iOS System gemeckert. Jedes Auto, Elektronik-Gaget, Fernseher, Spülmaschine, etc. läuft heute per Software, die noch viel geschlossener ist, als es iOS ist. Da meckert auch niemand, dass er sein Auto nicht selber umprogrammieren kann, um dem Motor noch etwas mehr PS zu entzaubern!
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