iPhone Xs Max und Apple Watch 4 Die neuen Apple-Gadgets im Schnellcheck

Der Technik-Konzern aus Cupertino hat seine neuen iPhones Xs, Xs Max und Xr enthüllt. Und die nächste Generation seiner Smartwatch. Wie fühlen sie sich an? Wie funktionieren sie? Die ersten Eindrücke.

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Aus Cupertino berichtet


Die Namen sind gewöhnungsbedürftig: "iPhone Xs" spricht man laut Apple "iPhone ten s" aus oder, auf Deutsch, "iPhone zehn es", denn das "X" steht für die römische Zahl Zehn. Und das "iPhone Xs Max" ist die größere Variante des Geräts mit 6,5 statt 5,8-Zoll-Display. Apple will sich mit seiner neuen Nomenklatur aus den ewigen Wettbewerben der Branche um hohe Modellnummern verabschieden - und hat sich dafür ein neues Benennungssystem ausgedacht. Ein wenig erinnert das an den Wechsel von MacOS 9 zu MacOS X, von dem es dann etliche Versionen gab.

Die zweite Erklärung: Das iPhone Xr hat den Buchstaben "r" bekommen, weil der im Alphabet vor dem "s" steht. So soll der Tatsache Ausdruck verliehen werden, dass das iPhone Xr in Apples Smartphone-Hierarchie unter dem iPhone Xs angesiedelt ist. Dabei ist das Xr im Grunde genommen der Nachfolger des iPhone 8, es hätte also auch iPhone 9 heißen können. Aber davor schreckt man wohl zurück, weil schon ein Gerät mit einer Zehn im Namen auf dem Markt ist.

Ein neues Billig-iPhone, wie es sich viele gewünscht haben, ist das iPhone Xr mit seinem Preis von 849 Euro aufwärts nicht geworden. Dafür fühlt sich das Gerät mit seinem Metallrahmen aber auch edel und hochwertig an, obwohl vieles an ihm an die iPhone-5c-Serie erinnert.

So werden die neuen Modelle beispielsweise mit Bildschirmhintergründen ausgeliefert, die farblich an die jeweilige Gehäusefarbe abgestimmt sind. Hier stehen Schwarz, Weiß, Blau, Gelb, Orange (Koralle genannt) und Rot zur Auswahl. Die Modelle sehen allesamt bis hin zu den Details gut aus, das zeigen die Testgeräte, die Apple der Presse in Cupertino zum kurzen Ausprobieren bereitgestellt hat (siehe Fotostrecke).

Und auch Leistung bieten die Smartphones ordentlich: In den iPhone-XR-Modellen steckt derselbe A12-Bionic-Prozessor, der auch dem iPhone Xs und Xs Max auf die Sprünge hilft. Wohl auch deshalb funktioniert die Gesichtserkennung Face ID auf den Xr-iPhones ebenso schnell wie auf den teureren Modellen. Auch das Aufwecken, für das man auf den Bildschirm tippt statt auf die Einschalttaste, scheint problemlos zu klappen.

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iPhone Xs Max und Apple Watch 4: Der erste Eindruck von den neuen Apple-Gadgets

Auf den ersten Blick beeindruckt hat mich die Qualität der Farben auf dem Display. Apple verwendet beim iPhone Xr die True-Tone-Technik, die die Farbdarstellung des Bildschirms ans Umgebungslicht anpasst, sodass Bilder und Farben immer gleich aussehen, egal unter welcher Beleuchtung.

Zwei signifikante Unterschiede gibt es dann aber doch: Zum einen bietet die Kamera des iPhone Xr bei weitem nicht so viele Möglichkeiten wie die des Xs und Xs Max. Das liegt schlicht daran, dass Apple beim Xr das Teleobjektiv einspart. Zum anderen wirkt das Gerät im direkten Vergleich mit dem Xs etwas klobiger, obwohl es nur 0,6 Millimeter dicker ist als das Xs.

Die beiden neuen Vorzeige-iPhones

Das neue iPhone Xs unterscheidet sich optisch überhaupt nicht von seinem Vorgänger, dem iPhone X. Das Design ist unverändert, Vorder- und Rückseite bestehen weiter aus einem speziell gehärteten Glas, das von einem auf Hochglanz polierten Rahmen aus Edelstahl eingefasst wird. Neu ist von außen betrachtet nur der zusätzlich wählbare Farbton Gold.

Die Technik macht einen erwartbar guten Eindruck. Der schnelle A12-Prozessor kam auch bei den von Apple gezeigten Augmented-Reality-Demos nicht ins Schwitzen. Das OLED-Display macht, wie beim Vorgänger, einen hervorragenden Eindruck. Auch an den Kameras gab es beim ersten Ausprobieren nichts auszusetzen. Spannend wird es später einmal, die Bildqualität des Xs mit der des X zu vergleichen und zu prüfen, ob der Autofokus wirklich spürbar schneller arbeitet.

Das iPhone Xs (links) und das iPhone Xs Max
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Das iPhone Xs (links) und das iPhone Xs Max

Einen deutlichen Unterschied macht natürlich die Größe des Xs Max. Für mich ist das 6,5-Zoll-Gerät gerade noch einhändig zu bedienen, ich habe aber auch große Hände. Menschen, denen es anders geht, werden unweigerlich beide Hände benutzen müssen.

Im Gegenzug dafür, dass man seine Finger etwas strecken muss, bekommt man einen deutlich größeren Bildschirm. Schade nur, dass Apple dessen Quermodus nicht vollständig nutzbar macht. Zwar können ein paar Programme wie etwa die Aufgaben-App horizontal zwei Spalten nebeneinander darstellen. Aber dreht man das Gerät in die Horizontale, wird weder der Startbildschirm entsprechend mitgedreht, noch kann man zwei App-Fenster nebeneinander öffnen, wie es etwa bei einigen Samsung-Smartphones möglich ist.

Die neue Apple Watch

Verglichen mit allen bisherigen Updates ist der Sprung von der Apple Watch Series 3 zur Series 4 der bisher größte. Das liegt vor allem am neuen Display, das bei kaum veränderten Maßen rund ein Drittel mehr Bildschirmfläche bietet, weil es nahezu randlos ist. Der Unterschied ist frappierend: Allein durch diesen Effekt wirkt die neue Apple Watch viel organischer, viel mehr wie eine Uhr als die Vorgängermodelle. Die neuen Ziffernblätter, die jetzt Daten aus bis zu acht Quellen anzeigen, machen einen guten ersten Eindruck. Abzuwarten bleibt freilich, ob einen diese Datenflut im Alltag nicht überfordert.

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Produktshow in Cupertino: Das sind Apples Neuheiten

Zeigen wird sich auch, wie sich die neuen EKG-Funktionen bemerkbar machen. Apple hatte auf seiner Keynote die Möglichkeit angepriesen, dass Anwender mit der neuen Smartwatch ihre Herzfunktion selbst überprüfen und die Messergebnisse an ihren Arzt weitergeben können.

Praktisch sollen diese Funktionen aber erst später in diesem Jahr per Update nachgeliefert werden. Und das zunächst auch nur in den USA, wo bereits eine Zulassung der Apple Watch 4 durch die Gesundheitsbehörde Food & Drug Association (FDA) vorliegt. Für Europa steht eine solche Zulassung noch aus. Bevor sie nicht erteilt wurde, wird Apple die EKG-Funktionen hierzulande nicht freigeben.

Insgesamt also hat Apple am Mittwoch interessante neue Produkte vorgestellt, die viel versprechen, aber leider auch viel kosten. Für die Apple Watch 4 muss man je nach Modell bis zu 529 Euro berappen. Das iPhone Xr gibt es ab 849 Euro, das Xs ab 1149 Euro und das Xs Max ab 1249 Euro.

Anmerkung: In einer früheren Fassung dieses Artikels hieß es, die Apple Watch 4 sei nach IP68 zertifiziert. Das ist nicht richtig, sie ist lediglich nach ISO Norm 22810:2010 wasserdicht bis 50 Meter und damit geeignet für Aktivitäten in flachem Wasser. Wir haben den Artikel entsprechend korrigiert.

Erster Check: Netzwelt-Redakteur Matthias Kremp und das neue IPhone Xr

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insgesamt 38 Beiträge
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solna 13.09.2018
1. Teuer, uff!
Richtig teuer, oder? Ein gebrauchtes iPhone SE für 150 Euro genûgt mir. Ab nächster Woche läuft es sogar mit iOS 12. Dazu AirPods und das Leben ist gut.
onmen 13.09.2018
2. Kleiner Fehler
Die Apple Watch ist wasserdicht bis 50m. Die neue IP68 Zertifizierung bezieht sich auf das iPhone.
iphone_dummy 13.09.2018
3.
Vielen Dank für die ehrlichen Worte, Herr Kremp. Über Jahre konnte man hier verfolgen wie Sie jedes Produkt von Apple uneingeschränkt lobten. Jeder Werbeveranstaltung haben sie entgegen gefiebert, jeder Artikel war mit einem Selfie gekrönt. Und nun? Wie schon gestern, so berichten Sie auch heute ---- gelangweilt! Wirklich Neuerungen gibt es nicht. Kosmetik an der Phones, Ankündigungen bei den Watches. Wann und ob die Funktionen überhaupt kommen ... Immerhin: Die Preisentwicklung ist erfreulich! Also: Kopf hoch, Herr Kremp. Vielleicht kommt ja im Herbst noch ein MacMini. Oder MacPro. Oder ein Mac für den Servereinsatz. Oder neue Monitore. Nach einem halben Jahrzehnt sollte man die Hoffnung noch nicht aufgeben!
Nerdy94 13.09.2018
4.
Das neue iPhone Xs hat IP68 nicht die Series 4. Die Watch wird bestimmt wie immer wasserdicht bis 50m sein.
veritaski 13.09.2018
5. Fehlerhaft
sind hier nicht die Produkte von Apple. Die funktionieren mit Sicherheit ausgezeichnet, sondern der schnell zusammengeschusterte Bericht. Die IP68 Zertifizierung bezieht sich auf das iPhone Xs und das Xr ist mit Sicherheit nicht 6 mm dicker als das Xs.
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