Von Matthias Kremp
Der Sound muss fett sein. Wenn man sich schon eine Aktivbox für den MP3-Player kauft, soll der Ton schließlich ausreichen, um das ganze Wohnzimmer zu beschallen - am besten auch in Party-Lautstärke, falls mal ein paar Gäste mehr kommen. Aber können die oft gar nicht so billigen Hightech-Boomboxen diese Vorgabe erfüllen? Im Vergleich mit den Standboxen einer Stereoanlage sind sie schließlich ziemlich klein und leicht.
Nicht wirklich. Denn auch wenn die meisten der fünf von SPIEGEL ONLINE getesteten Boomboxen recht klein sind, zwergenhaft sind die wenigsten. Sollten sie auch nicht sein, denn wer zu leicht ist, bekommt keine druckvollen Bässe hin, fängt an, nervös zu flattern, wenn die Frequenzen in den Keller gehen.
Dieses Grundprinzip hat auch Apple mit seiner ersten und einzigen Boombox beherzigt. Inklusive Batterien bringt sie es auf immerhin 7,6 Kilogramm. Die dürften größtenteils auf den wuchtigen Tieftöner, der in der Mitte der Gerätefront platziert wurde, zurückgehen. Er ist es, der für ein kräftiges Bassfundament sorgt. Alles, was oberhalb seiner Arbeitsfrequenzen liegt, übernehmen zwei kleinere Mittelhochtöner. Die sind zwar beiderseits des Basslautsprechers angebracht, einen echten Stereosound darf man trotzdem nicht erwarten. Dafür stehen sie zu dicht beieinander - was übrigens für alle getesteten Modelle gilt.
Hinsichtlich der Funktionsfülle ist das iPod Hifi Apple-typisch abgespeckt: Es kann Musik abspielen, sonst fast nichts. iPods werden in entsprechende Adapter für Apples Dock-Connector eingesteckt, Player anderer Hersteller finden an der Rückseite einen verschämt versteckten Audioeingang. Einziges Extra: Eine Ladefunktion für iPods. Für aktuelle iPhones allerdings reicht der Ladestrom nicht aus. Dafür wurde der iPod Hifi mit Apple Remote, einer Minimal-Fernbedienung, geliefert. So kann man die Lautstärke auch von der Badewanne aus regeln.
Der größte Nachteil der iPod Hifi ist aber ihre Nicht-Lieferbarkeit. Apple hat das Produkt nach eineinhalb Jahren bereits im September 2007 wieder aus dem Programm genommen. Bis dahin kostete der weiße Brummer 359 Euro, seither ist er auch bei Ebay kaum zu bekommen. Wer so ein Ding hat, trennt sich davon offenbar nur ungern.
Aber zum Glück gibt es ja mittlerweile Alternativen. Einige davon hat SPIEGEL ONLINE ausprobiert. Unsere Hörerlebnisse lesen Sie auf den folgenden Seiten:
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