Irrtum und Wahrheit Elf PC-Mythen aufgeklärt

Akkus halten länger, wenn man sie in den Kühlschrank legt? Windows wird schneller, wenn man die Festplatte aufräumt? Einige dieser Weisheiten haben einen wahren Kern, andere sind längst veraltet oder waren schon immer Unsinn. Die Zeitschrift "c't" ist gängigen PC-Mythen auf den Grund gegangen.


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Gewisse "Fakten" hört man immer wieder aus allen möglichen Richtungen, oft aus vermeintlich verlässlichen Quellen. Banken bläuen ihren Kunden ein, PINs auf keinen Fall irgendwo aufzuschreiben: Dann muss das bei Passwörtern doch erst recht gelten. Namhafte PC-Magazine vergleichen Windows-Säuberungswerkzeuge: Also braucht man so etwas wohl doch irgendwie.

Die US-Regierung verlangt von ihren Mitarbeitern, Festplatten zum sicheren Löschen mehrfach zu überschreiben - das empfiehlt sich dann doch wohl auch für Zivilisten. Und ein ansonsten nicht auf den Kopf gefallener Freund erzählt gern, wie er die vom Filius zerkratzte Spiel-DVD mit Zahnpasta wieder zum Laufen bekommen hat. Aber wenn ein Druckerhersteller verbreitet, beim Nutzen fremder Tintenpatronen gehe die Garantie hopps… kann das sein?

Zwei Kollegen sind mehrere Tage lang durch die Redaktion getingelt und haben in allen Zimmern nachgefragt, welche Technik-Mythen den Kollegen spontan einfallen. Es war sehr lehrreich. Immer wieder kamen unerwartete Vorschläge ins Spiel. So schlug ein Kollege vor: "Was hältst du davon, alte Rechner als Netzwerkspeicher einzusetzen?" Dummer Blick der Koordinatoren: "Warum sollte das ein Mythos sein?" Der Kollege grinste breit: "Nun…"

Oft macht erst die Antwort deutlich, dass liebgewordene Weisheiten längst nicht mehr gelten. Etliche Geheimtricks von gestern sind heute nicht nur passé, sondern geradezu gefährlich. Zu einigen Themen entstanden in der Redaktion auch lebhafte Diskussionen - Mythos oder nicht?

Manche Fragen waren schnell beantwortet. Ein LCD-Monitor braucht keinen Bildschirmschoner mehr, die Zeiten sind vorbei. Kann man einen USB-Stick mit einem Magneten löschen? Probieren Sie es mal aus.

Übrigens konnte unsere Mythensammlung nicht alle Kollegen überzeugen. So schrubbt der Schreiber dieser Zeilen immer noch bei Gelegenheit seine Registry sauber, obwohl Kollege Vahldiek das überzeugend als Unsinn entlarvt hat. Manche Glaubensfragen widersetzen sich einfach einer kritischen Betrachtung. Seien Sie uns also bitte nicht böse, wenn wir im Folgenden ausgerechnet eine liebgewordene "Wahrheit" entzaubern, mit der Sie gern im Bekanntenkreis imponieren. Sie dürfen Ihre Akkus trotzdem weiterhin zur Pflege in den Kühlschrank legen.



insgesamt 267 Beiträge
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Zorpheus 19.02.2011
1. Windows wird langsamer...
Dazu habe ich auch einen Tip: Was Windows oft langsamer macht ist, dass die Daten die gebraucht werden immer mehr über die Festplatte verteilt werden, wenn die Festplatte voller wird. Dagegen hilft, eine kleine Partition am Anfang der Festplatte als Systempartition zu benutzen. Auf diese kommt Windows, die Auslagerungsdatei und temporäre Dateien. Am besten auch noch alle Programme, die beim hochfahren geladen werden, und wenn sie groß genug ist alle häufig benutzten Programme. So bleibt alles was man regelmäßig braucht dicht zusammen. Das verkürzt die Zugriffszeit, weil sich der Lesekopf nicht so weit bewegen muss. Und am Anfang der Festplatte ist auch die Datentransferrate deutlich höher. Im Laufe der Jahre hab ich allerdings immer mal Probleme damit, dass Windows einfach immer mehr Platz braucht.
ddl 19.02.2011
2. Windows XP
Windows XP gibt es auch als 64bit Variante.
Traumflug 19.02.2011
3. .
So so, in der nunmehr 27-jährigen Geschichte des Macintoshes sind also rund 70 (knapp 3 pro Jahr) Viren zusammen gekommen. Nicht erwähnt wird, dass es Windows in einem ähnlichen Zeitraum auf über 100.000 (einhunderttausend, mehr als 10 pro Tag) Schädlinge gebracht hat. Das erklärt dann auch, warum es für Mac und Linux kaum Antivirensoftware gibt. Sie nutzt einfach nichts. Viren sind sehr selten und die wenigen, die es gibt, können sich aufgrund schneller Schliessung der entsprechenden Sicherheitslücken nicht lange austoben.
sub_zero 19.02.2011
4. Audio CD: erst analog, dann digital?
Da ist wohl etwas durcheinander geraten. Im Text steht: "CD-Spieler tasten eine Datenspur per Laser ab und erzeugen daraus ein analoges Signal, das anschließend digitalisiert wird." Richtig ist es natürlich anders herum: aus dem Datenstrom einer CD wird ein digitales Signal ausgelesen, das anschließend in ein analoges Signal gewandelt wird.
watislos 19.02.2011
5. Was soll das für ein Artikel sein?
Finanziert von Microsoft und Media Markt? Selten so viele dreiste Lügen und Halbwissen in einem Artikel gebündelt lesen müssen. Hier werden Anwender ganz klar mit falschen Informationen gefüttert. Ich hoffe die Redaktion wurde für diese Kampagne fürstlich entlohnt.
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