Bluetooth-Aktivboxen: So gut klingen Mitnehm-Lautsprecher

Von Matthias Kremp

Guter Klang zum Mitnehmen: Die Hersteller Jawbone und Bose versprechen für ihre drahtlosen Aktivboxen feine Klangnuancen und satten Partysound, auch ohne Steckdose. Der Test zeigt, ob Big Jambox und Soundlink Wireless Mobile die Versprechen erfüllen.

Bluetooth-Aktivboxen: Jawbone Big Jambox und Bose Soundlink Wireless
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Matthias Kremp

Ein Picknick, ein Tag am Meer, ein Grillabend: Musik hätte man gerne dabei, wenn schönes Sommerwetter nach draußen lockt. Aber der Handylautsprecher plärrt nur dürftig, kleine Aktivboxen klingen meist nur lauter, nicht besser. Guter Sound braucht eben ein Mindestmaß an Volumen.

Was moderne Mobillautsprecher können, habe ich anhand zweier Bluetooth-Modelle mit integriertem Akku ausprobiert: der Big Jambox von Jawbone und Boses Soundlink Wireless Mobile. Beide kosten im Handel ungefähr 300 Euro, beide wiegen etwas mehr als ein Kilo und beide können sowohl per Kabel als auch drahtlos genutzt werden. Aber damit hat es sich auch schon mit den Gemeinsamkeiten.

Das Design

Unterschiedlicher geht es kaum: Die Big Jambox wirkt wie eine aufgepumpte Jambox. Das Gehäuse aus perforiertem Stahlblech ist kantig, auf der Oberseite prangen übergroße Steuertasten, an der Seite die Anschlüsse und der Ein/Aus-Schalter. Die Jambox ist schlicht und funktional gestaltet.

Boses Soundlink Wireless dagegen erinnert an ein Transistorradio. Die moderne Technik steckt in einer sauber verschraubten Plastikhülle, die in zwei Varianten angeboten wird. Das Standardmodell ist matt lackiert und wird von einer grauen Kunststoffabdeckung geschützt. Für 50 Euro Aufpreis gibt es ein Premium-Modell mit Chromteilen und dunkelbrauner Lederabdeckung.

Beide Modelle können ebenso mit Strom aus der Steckdose betrieben werden, aber auch mit Akkustrom. Für einen Tag am Strand haben beide genug Energie. Bose gibt acht Stunden Akkulaufzeit an, Jawbone 15.

Die Technik

Beide Boxen können Musik via Bluetooth empfangen. Der Kopplungsvorgang ist bei beiden einfach, wird durch einen Druck auf eine Bluetooth-Taste ausgelöst. Damit das funktioniert, müssen die zuspielenden Geräte das Bluetooth-Profil A2DP (Advanced Audio Distribution Profile) beherrschen, das ist auf Smartphones längst Standard ist. Zusätzlich haben beide Geräte Miniklinken-Eingänge.

Unterschiede zeigten sich im Test bei der Entfernung, bis zu der die Bluetooth-Verbindung noch stabil aufrecht erhalten wird. Die Hersteller geben eine Reichweite von bis zu zehn Metern (Bose), beziehungsweise mindestens zehn Metern (Jawbone) an. In der Praxis erwiesen sich beide Werte als Humbug. In meinem Haus brach die Verbindung zwischen Handy und Big Jambox bereits nach deutlich weniger als zehn Metern zusammen, während Boses Soundlink Wireless weit mehr als zehn Meter Reichweite erreichte. Sie spielte sogar, als ich mit dem Handy bereits im Garten stand.

Dafür bietet die Big Jambox nette Zusatzfunktionen. Per USB an einen Computer angeschlossen kann man über ein Webportal Software-Updates laden, neue Funktionen hinzufügen und neue Stimmen auf das Gerät laden. Letzteres ist interessant, weil die Box per Sprache über ihren Betriebszustand und Einstelloptionen Auskunft gibt. Nützlicher ist, dass sie auch als Freisprechanlage benutzt werden kann.

Der Klang

Wie beim Design prallen beim Sound der Kontrahenten Welten aufeinander. Ich habe mit beiden Boxen eine Auswahl unterschiedlicher Stücke aus Rock, Pop, Jazz und Klassik zur Probe gehört, dabei zwischen beiden umgeschaltet und zwischendurch dieselben Stücke über ein Paar Harman Kardon GLA-55 abgehört, die durch besonders transparenten Klang glänzen.

Dabei tat sich die Big Jambox ebenfalls durch Transparenz im Klang hervor. Höhen und Mitten werden klar und stark transportiert, erzeugen ein helles Klangbild. Im Verhältnis dazu wirken die Bässe unterbelichtet. Sie sind zwar da, drängen aber nicht nach vorn. Das erstaunt, ist doch die kleine Jambox, gemessen an ihrem Volumen, ein regelrechtes Basswunder.

Die Lautsprecher der Bose-Box liefern quasi das Gegenteil: Die Bässe dominieren den Klang derart, dass Mitten und Höhen in den Hintergrund rücken, fast dumpf wirken. Positiv ausgedrückt könnte man den Sound als unaufgeregt bezeichnen, was einem Bach-Konzert durchaus angenehm sein kann. Man könnte ihn aber auch langweilig nennen, was "Feel Good Inc" von den Gorillaz nicht gut bekommt.

Immerhin: Im Vergleich mit der Big Jambox liefert die Soundlink Wireless reichlich Lautstärke pro Kubikzentimeter, kann einen mittleren Raum problemlos beschallen. Der Jawbone-Lautsprecher war dagegen nicht dazu zu bewegen, einen Schalldruckpegel zu erreichen, den man guten Gewissens als laut bezeichnen könnte.

Fazit

Die Grundvorgabe erfüllen beide Mobilboxen: Sie spielen Musik vom Smartphone drahtlos ab. Da enden aber auch schon die Gemeinsamkeiten. Das Bose-Modell ist gut geeignet, wenn es auch mal laut werden soll und man sich ansonsten einen weichgespülten Klangteppich für Hintergrundmusik wünscht. Audiophile Ansprüche erfüllt sie nicht. Das gilt zwar auch für die Big Jambox, deren Lautsprecher produzieren allerdings ein deutlich klareres, freieres Klangbild. Wer Musik bewusst hören will, ist mit ihr besser bedient - und bekommt nebenbei eine Freisprechfunktion obendrauf.

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insgesamt 13 Beiträge
totalmayhem 15.08.2012
Als ob Bose schon jemals was anderes als dumpfe Basswummen gekonnt haette.
Zitat von sysopDie Bässe dominieren den Klang derart, dass Mitten und Höhen in den Hintergrund rücken, fast dumpf wirken.
Als ob Bose schon jemals was anderes als dumpfe Basswummen gekonnt haette.
anomie 15.08.2012
...jemals Ahnung von gutem Sound hatten. ;)
Zitat von totalmayhemAls ob Bose schon jemals was anderes als dumpfe Basswummen gekonnt haette.
...jemals Ahnung von gutem Sound hatten. ;)
colouredwolf 15.08.2012
also bose ist höchstens für aufzugmusik gedacht - ansonsten kann ich den dingern nichts abgewinnen! guter sound hört sich anders an! bose ist halt der starbucks oder mcdonalds des hörens!
also bose ist höchstens für aufzugmusik gedacht - ansonsten kann ich den dingern nichts abgewinnen! guter sound hört sich anders an! bose ist halt der starbucks oder mcdonalds des hörens!
PJS 15.08.2012
... ist doch sowieso ein Abenteuer. A2DP alleine sichert ja nur SBC-Komprimierung zu (siehe Wikipedia), wenn die dann noch auf MP3-Daten vom Handy angewandt wird, kommt doch sowieso nur klanglicher Brei heraus. Vielleicht klingt [...]
... ist doch sowieso ein Abenteuer. A2DP alleine sichert ja nur SBC-Komprimierung zu (siehe Wikipedia), wenn die dann noch auf MP3-Daten vom Handy angewandt wird, kommt doch sowieso nur klanglicher Brei heraus. Vielleicht klingt die Jambox ja klarer, weil die BT-Kommunikation eine höhere Qualität hat. Kann man dem Test nicht entnehmen. Leider ist das aus den technischen Spezifikationen der beteiligten Geräte meist auch nicht herauszulesen. Mit (MP3-) Musik via BT habe ich jedenfalls nur schlechte Erfahrung gemacht.
Michael KaiRo 15.08.2012
Wer solche Brüllwürfel nicht gerade im kleinen Handgepäck transportieren muss (in dem Falle täte ich eh was noch kompakteres wählen z.B.: JBL On Tour Aktiv-Lautsprecher für 70,- Flocken; die klingen richtig gut) täte ich kleine [...]
Wer solche Brüllwürfel nicht gerade im kleinen Handgepäck transportieren muss (in dem Falle täte ich eh was noch kompakteres wählen z.B.: JBL On Tour Aktiv-Lautsprecher für 70,- Flocken; die klingen richtig gut) täte ich kleine Studio-Aktiv-LS nehmen. Gibts auch mit Transporttasche und sind vom Klang her 1. Sahne vs. die hier vorgestellten Brüllwürfel. Z.B.: Yamaha HS50M für 300,- / Paar oder: KRK RP5 RoKit G2 für 300,- / Paar oder sogar die tollen Genelec 6010A für 460,- Euronen / Paar. Oder: Behringer MS40 für 130,- / Paar !!! Alle etwa DIN A4 / Schuhkarton groß; teils mit Digital-Eingängen. Bluetooth ist zwar nicht direkt möglich, aber wer will das schon wg. hohem Stromverbrauch und vor allem wg. der Sicherheit. Bei all diese Monitor-Akiv-LS lassen sich die Höhen / Mitten und Bässe justieren. Vom Klang her mehrere Klassen über solche Brüllwürfel.
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  • Mittwoch, 15.08.2012 – 15:24 Uhr
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