Kaufberatung Welche Kamera Sie wirklich brauchen

Smartphone oder Spiegelreflexkamera - oder gleich beides? Wir erklären die verschiedenen Kamera-Gattungen und geben Tipps, worauf man beim Kauf achten sollte.

Kameras auf der Photokina
DPA

Kameras auf der Photokina

Von Markus Schelhorn


Smartphones

iPhone 7 Plus
Matthias Kremp

iPhone 7 Plus

Die Kameras aktueller Smartphones erzeugen bei hellem Licht schon sehr gute Fotos und sogar bei schlechten Lichtverhältnissen sind die Aufnahmen brauchbar. Smartphone-Kameras nutzen ein weitwinkliges Objektiv, das ohne optischen Zoom auskommen muss. Stattdessen verwenden sie einen Digitalzoom, der auf Kosten der Bildqualität geht.

Einige Smartphone-Hersteller möchten ihren Modellen die Vielfalt einer Spiegelreflex-Kamera ermöglichen und behelfen sich dabei mit technischen Tricks, wie zwei Kameras auf der Rückseite (beispielsweise iPhone 7 Plus, Huawei P9, LG G5 und HTC One M8) oder digitalem Unschärfeeffekt (beispielsweise Google Pixel).

Idealer Einsatzbereich: Spontane Aufnahmen unterwegs, Landschaftsaufnahmen, Makroaufnahmen, Dokumente digitalisieren.
Vorteile: Kompakt, immer dabei, Fotos können sofort mit anderen geteilt werden.
Nachteile: Kein optischer Zoom, eingeschränkte Gestaltungsmöglichkeiten.


Kompaktkameras

Robuste Kompaktkamera
Olympus

Robuste Kompaktkamera

Innerhalb der vergangenen fünf Jahre hat sich die Nachfrage nach Kompaktkameras zwar nahezu halbiert, interessant sind solche Geräte aber weiterhin. Sie bieten im Gegensatz zu Smartphone-Kameras ein optisches Zoomobjektiv, das von Weitwinkel bis Tele reicht. Oft nutzen sie einen 5- bis 10-fachen Zoombereich.

Gefragt sind heutzutage vor allem hochwertige und teure Kompaktkameras, deren Bildqualität mit der von Spiegelreflexkameras konkurrieren kann. Unter anderem Olympus, Ricoh und Panasonic haben Modelle im Programm, die besonders robust und wasserdicht sind.

Idealer Einsatzbereich: Guter Kompromiss aus Größe und Bildqualität.
Vorteile: Kompakt, dank optischem Zoom vielfältig einsetzbar, deutlich bessere Bildqualität als Smartphones.
Nachteile: Objektiv nicht wechselbar


System- und Spiegelreflexkameras

Systemkamera
Horst Gottfried

Systemkamera

Anspruchsvolle Fotografen, die Wert auf viele Gestaltungsmöglichkeiten und gute Bildqualität legen, sind bei diesen beiden Kameragattungen am besten aufgehoben. Mit beiden Systemen lassen sich verschiedene Objektive verwenden. So kann man viele Motivsituationen bewältigen: Von der Makrofotografie bis hin zu extremen Teleaufnahmen, beispielsweise von Tieren in freier Wildbahn.

Eine digitale Spiegelreflexkamera, kurz DSLR (Digital Single Lens Reflex) trägt noch das Erbe analoger Fotografie in sich. Deren Mechanik eines optischen Suchers mit einem Spiegel, der für die Aufnahme hochklappt, ist bei Systemkameras überflüssig. Hier wird das Motiv auf dem rückwertigen Display angezeigt oder je nach Modell zusätzlich in einem elektronischen Sucher. Das sorgt für eine kompaktere Bauform und eine bessere Videofunktion.

Der Markt für Spiegelreflexkameras wird von Canon und Nikon dominiert. Dementsprechend ist das Angebot an Objektiven für deren Systeme am größten. Vorteilhaft ist, dass man alte Objektive aus analogen Fotografiezeiten noch weiterverwenden kann. Einige Kauftipps für Spiegelreflexkameras finden Sie hier.

Bei den Systemkameras gibt es für Olympus und Panasonic die größte Objektivauswahl. Beide verwenden Sensoren im sogenannten Micro-Four-Thirds-Format. Andere Systemkameras von Fujifilm oder Sony nutzen größere Bildsensoren im APS-C-Format, Sony teils sogar Vollformat. Weitere Informationen zu einigen Systemkameras finden Sie in diesem Artikel.

Idealer Einsatzbereich: Aufnahmen mit guter Bildqualität und vielen fotografischen Gestaltungsmöglichkeiten.
Vorteile: Beste Bildqualität bei den Consumer-Kameras, sehr variabel einsetzbar.
Nachteile: Hohes Gewicht (vor allem DSLR), hohe Kosten für hochwertige Objektive, im Vergleich zu DSLR-Kameras derzeit noch eingeschränktes Objektivangebot für Systemkameras.

Das müssen Sie vor dem Kamerakauf wissen

Welche Auflösung man wirklich braucht

Wichtiger als die Megapixel-Zahl ist die Fläche der Bildsensoren. Hier gilt: Je größer, desto besser.
Markus Schelhorn

Wichtiger als die Megapixel-Zahl ist die Fläche der Bildsensoren. Hier gilt: Je größer, desto besser.

Die Hersteller werben gerne mit der hohen Auflösung ihrer Kameras. Doch das Objektiv kann oft gar nicht genug Bildinformationen liefern, um die Möglichkeiten des Bildsensors auszureizen. Mehr als zwölf Megapixel sind bei Smartphones daher nicht sinnvoll. Mit einem leistungsstarken Objektiv sind bei einer Highend-Spiegelreflexkamera technisch nicht mehr als rund 33 Megapixel möglich. Für einen DIN-A3-Ausdruck in guter Qualität reichen schon zwölf Megapixel aus .

insgesamt 52 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
MKAchter 05.12.2016
1. Sucher
Ein Punkt, der in Kamera-Ratgebern und -Kritiken bei den "Kompakten" häufig zu kurz kommt, ist das Vorhandensein bzw. Nicht-Vorhandensein eines Suchers/Okulars. Unabhängig davon, ob ein Sucher nun optisch oder "nur" elektronisch funktioniert... er ist etwas wert. Motivauswahl und Bildgestaltung bei Kompakten, die lediglich ein Display und eben keinen zusätzlichen Sucher besitzen, sind wirklich "suboptimal". Gerade bei hellem Umgebungslicht bzw. direktem Auflicht ist nicht mehr viel erkennbar. Leider ist bei den Kompaktkameras die Auswahl an Modellen mit Sucher (zusätzlich zum Display) sehr bescheiden.
topas 05.12.2016
2.
Und ein weiterer Pluspunkt bei den DSLR/Systemkameras ist meiner Meinung nach die Haptik: Statt die Kompaktkamera mit den Fingerspitzen zu halten kann man den linken Arm als eine Art "Stativ" zwischen Objektiv und Oberkörper einsetzen und die Kamera ruhiger halten - ermöglicht verwacklungsarmere Fotos. Genauso kann man sie besser z. B. auf Steinen, Geländern o.ä. abstützen, um bei Nachtaufnahmen verwacklungsfrei zu bleiben, da sie eine größere Auflagefläche hat ... Und auch den Vorteil des manuellen Zoomobjektives mag ich nicht missen: Statt zoommäßig das Zielobjekt einzukreisen (kurz am Zoom-Hebel gedrückt und schon ist man zu dicht dran) kann man direkt so zoomen wie man will. Ein weiterer Vorteil ist der Blitzschuh - man kann externe Blitzgeräte nutzen, schont den Kamera-Akku und kann bessere Belichtungsergebnisse erzielen.
meldor 05.12.2016
3. Exotenkompakte
Die gibt es natürlich auch noch, je nach Geschmack, modisch oder je nach Herstelleraussage trendy. Wenn man jedoch vom Fotografieren ein wenig versteht, dann gibt (gab?) es z.B. die Samsung EX2F Zwar nur 3fach Zoom, aber sehr lichtstark mit Offenblende 1:1,4. Damit fängt man an zu fotografieren, wenn die anderen aufhören oder das Stativ rauskramen. Ein meistens sündhaft teures Objektiv kann man ersatzweise natürlich auch auf die DSLR schrauben...
anders_denker 05.12.2016
4. Die Bedienung nicht vergessen
Eine gute Camera zeichnet sich nicht nur durch technisch messbare Werte (die bei der Auswahl eher zum Vergleichen taugen) aus, sondern auch durch die Haptik, Bedienbarkeit über Knöpfe und Räder, empfundene intuitivität der Menüs etc. Eigentlich sind diese soft facts viel wichtiger als mehr Megapixel, mehr ISO etc.
Bruzzel 05.12.2016
5. DAs glaub ich mal nicht
"Mit einem leistungsstarken Objektiv sind bei einer Highend-Spiegelreflexkamera technisch nicht mehr als rund 33 Megapixel möglich. " Warum bietet dann Canon eine 50 MPixel Kamera an ? (EOS 5Ds) Oder Sony 42MPix (Alpha 99) ? Nikon hat mit der D810a auch 36MPixel im Angebot. Wenn das "technisch" nicht möglich wäre, warum kann man dann solche Zauberei kaufen ? ;o)
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.