Kehrtwende: HP will doch weiter PC bauen
Der größte PC-Hersteller der Welt will doch PC-Hersteller bleiben: Hewlett-Packard-Chefin Meg Whitman verkündete die überraschende Kehrtwende. Der Ausstieg aus dem Endkundengeschäft, den Whitmans glückloser Vorgänger Léo Apotheker eingeleitet hatte, fällt nun erst mal aus.
Palo Alto - Der Beschluss markiert eine 180-Grad-Wende zu der Politik des ehemaligen HP-Chefs Léo Apotheker. Der hatte erst im August 2011 verkündet, man werde die PC-Sparte ausgliedern und das Geschäft mit Tablet-PCs und Smartphones einstellen. Und das nur wenige Monate nach der Markteinführung eines nagelneuen HP-Tablets. Im September musste Apotheker dann gehen und wurde durch seine Kollegen Meg Whitman ersetzt. Die verkündete nun, man habe "die strategischen, finanziellen und betriebswirtschaftlichen Konsequenzen" der Ausgliederung der sogenannten Personal Systems Group (PSG) "objektiv bewertet". Dabei sei man zu dem Entschluss gekommen, dass es "für Kunden, Partner, Aktionäre und Angestellte" die richtige Entscheidung sei, die Gruppe doch im Mutterhaus zu halten.
Nun bezeichnet der Computerkonzern das Endkundengeschäft als "Schlüsselkomponente" in HPs Strategie. Immerhin sei die Gruppe mit einem Gesamtumsatz von über 40 Milliarden Dollar im Jahr 2010 der größte PC-Hersteller der Welt. Nun wolle man "das weltweit führende PC-Unternehmen noch besser machen".
Allianz mit Microsoft soll weiterbestehen
Im Anschluss an die Verkündung der radikalen Kehrtwende spezifizierten Meg Whitman und der PSG-Spitzenmann Todd Bradley was das genau bedeuten soll: HP wird weiterhin sowohl PC als auch Notebooks und Tablets bauen. Bradley kündigte eine neue Reihe von "ultramobilen", also leichten und kleinen Notebooks mit Bildschirmen mit weniger als 17 Zoll Diagonale an. Diese neuen, extrem dünnen Klapprechner "werden Sie sehr bald zu sehen bekommen", sagte Bradley in einer Telefonkonferenz, wie Cnet berichtet. Whitman ergänzte, auch Tablets werde HP nun weiterhin bauen: "Ich bin der Meinung, wir müssen im Tablet-Geschäft sein, und wir werden in jedem Fall mit Windows 8 dort sein. Wir werden es mit diesem Geschäft noch einmal versuchen."
HPs letztes Tablet, das sogenannte Touchpad, hatte sich selbst zu einem bereits reduzierten anvisierten Preis von 399 Dollar als Ladenhüter erwiesen. Nach der Verkündung der Entscheidung, man werde die Tablet-Sparte einstellen, verramschte HP das Gerät teilweise für Preise von 99 Dollar - und es erwies sich plötzlich als Verkaufsschlager.
cis
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- Freitag, 28.10.2011 – 09:35 Uhr
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