Ausländische Sim-Karten Doch keine Regionalsperre in Samsung-Handys

Mit reichlich Verspätung hat Samsung die selbst gestiftete Verwirrung um eine Sperrfunktion in aktuellen Handys aufgeklärt: Jede Sim-Karte funktioniert in jedem Samsung-Modell, wenn man eine Grundbedingung beachtet, erklärt der Konzern nun.

Samsung Galaxy Note 3:  Keine Sperre für ausländische Sim-Karten
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Samsung Galaxy Note 3: Keine Sperre für ausländische Sim-Karten


Samsung-Handys lassen sich mit Sim-Karten aus jedem Land der Welt betreiben, auch aktuelle Modelle wie das Galaxy Note 3 oder das Galaxy S4. Berichte, wonach die Geräte nur mit Sim-Karten aus den Regionen, für die sie vorgesehen sind, genutzt werden können, wies das Unternehmen jetzt als falsch zurück. Offensichtlich haben unglücklich formulierte Produktinformationen und Antworten auf Rückfragen des Unternehmens zu Fehlinterpretationen geführt. Eine Kommunikationskatastrophe.

Auslöser für die Missverständnisse von Bloggern und Journalisten waren drei Dinge:

  • Der britische Online-Elektronikhändler Clove Technology warnt auf seiner Bestellseite für Samsungs Galaxy Note 3: "Wenn Sie international reisen (außerhalb Europas) und normalerweise eine lokale Sim-Karte ins Handy stecken, wird das Note 3 das jeweilige Mobilfunknetz nicht nutzen können. Es wird jegliche mobile Netzanbindung verlieren und nur noch Notrufe absetzen können."
  • Mehreren Bloggern und Journalisten waren Aufkleber auf den Verkaufskartons dieses Handy-Modells aufgefallen. In Europa heißt es darauf: "Europäisches Modell: Dieses Produkt ist nur mit einer Sim-Karte eines Mobilfunkbetreibers aus folgenden Ländern kompatibel. Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union und aus dem Europäischen Wirtschaftsraum."
  • Auf die beiden ersten Punkte angesprochen, regierte Samsung mit einer Stellungnahme, in der es hieß: "Einige aktuelle Samsung-Produkte sind ab sofort mit einer regionalen Sim-Karten-Sperre versehen." Und: "Sollte ein in der Europäischen Union erworbenes und bislang noch nicht in Betrieb genommenes Gerät im Ausland erstmals aktiviert werden, können Nutzer bei lokalen Samsung-Servicepartnern ihr Gerät für die Region kostenlos freischalten lassen."

Alles geht, überall

Nach mehreren Nachfragen stellt der Konzern jetzt klar: Die Sim-Karten-Sperre gilt nur für die erste Aktivierung des jeweiligen Handys. Nach dieser Aktivierung "in der vorgesehenen Region ist eine Benutzung von Sim-Karten ausländischer Provider nach wie vor uneingeschränkt möglich". Laut Samsung sollte also alles wie gewohnt funktionieren: Man nimmt das Handy aus dem Karton, streckt seine Sim-Karte ein und kann nach dem Einschalten damit telefonieren, im Web surfen, E-Mails verschicken.

Nur wenn eines der fraglichen Samsung-Telefone (Galaxy S3, Galaxy Note 2, Galaxy Note 3, Galaxy S4, Galaxy S4 mini) beispielsweise in Deutschland gekauft wurde, aber in den USA erstmals in Betrieb genommen wird, ist es notwendig, dessen Sim-Karte einmalig vom Samsung-Kundendienst freischalten zu lassen, der via Telefon (0180-667 267 864) oder über eine Webseite erreichbar ist. Ist das erledigt, funktioniert auch hier alles wie gewohnt, und man kann beliebige Sim-Karten aus aller Herren Ländern verwenden.

mak

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insgesamt 34 Beiträge
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infokai 27.09.2013
1. Wie funktioniert die erstmalige Aktivierung?
Es sollte noch klargestellt werden, wie genau die erstmalige Aktivierung funktioniert. Muss man irgendwo bei Samsung, oder reicht tatsächlich das Einstecken der SIM-Karte? Wenn einstecken der SIM-Karte reicht, wie entscheidet dann das Telefon, welche SIM-Karten akzeptabel sind, und welche nicht? Und was passiert, wenn man das Gerät komplett zurücksetzt? Ist dann eine erneute Aktivierung nötig? Die bisher gelieferten Informationen reichen zur Entwarnung noch nicht aus.
infokai 27.09.2013
2. Hotline
Ein Zwang, der es im Zweifel nötig macht, erst eine Hotline anrufen zu müssen, ist nicht akzeptabel. Ohne Angabe von persönlichen Daten wird eine solche Freischaltung vermutlich nicht durchgeführt werden, denn wie sonst sollte Samsung denn verhindern, dass jedes Gerät aktiviert wird. Folglich wird Samsung also selbst entscheiden wollen, welche Geräte es freischaltet und welche nicht, und das ist nicht akzeptabel.
infokai 27.09.2013
3. Hotline
Ein Zwang, der es im Zweifel nötig macht, erst eine Hotline anrufen zu müssen, ist nicht akzeptabel. Ohne Angabe von persönlichen Daten wird eine solche Freischaltung vermutlich nicht durchgeführt werden, denn wie sonst sollte Samsung denn verhindern, dass jedes Gerät aktiviert wird? Folglich wird Samsung also selbst entscheiden wollen, welche Geräte es freischaltet und welche nicht, und das ist nicht akzeptabel.
Dazzler69 27.09.2013
4. ..ohne mich!
Wenn Samsung solche Apple Manieren an den Tag legt, war dies mein letztes Samsung Smartphone. Ich will mein Smartphone kaufen und aktivieren wann und wo ICH will.
ant_ 27.09.2013
5.
Wie hoch ist der Anteil von Samsung Geräten die direkt an Endkunden verkauft werden (SIM lock free) anstatt als subventionierte Geräte an Kunden von Mobilfunkgeräten? Denn dann ist man doch zumindest für die Laufzeit des Vertrags an seinen Anbieter gebunden - oder irre ich mich da?
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